Entdecker der Nordsee – Explorers of the North Sea

Entdecker der Nordsee – Explorers of the North Sea

Entdecker der NordseeDie Gischt peitscht über den Bug unseres Langschiffes. Seit Tagen überqueren wir nun schon die Nordsee. Dann ein grüner Streifen am Horizont. Die Suche nach Land hat ein Ende. Unser Schiff schiebt sich auf den Strand. Odin und Freya sei dank, das Land ist fruchtbar. Eine neue Siedlung kann erbaut werden.

Und da waren es dann drei

Entdecker der Nordsee (Explorers of the North Sea) ist der Abschluss der North Sea Saga von Garphill Games. Ein letztes Mal versuchen wir, mit unseren Wikingern Ruhm und Ehre zu sammeln. Dazu starten wir mit einem Schiff und ein paar Landsmännern von unserem Heimatdorf aus und versuchen, die große unbekannte See zu erkunden.

Durch das Platzieren von sechsseitigen Plättchen, entdecken wir Zug um Zug die Nordsee. Dabei stoßen wir auf unterschiedlichste Herausforderungen. Mal müssen wir ein fremdes Schiff vernichten, mal überfallen wir eine Siedlung, um an Siegpunkte zu kommen. Wir müssen versuchen, Nutztiere zu finden, welche wir mit unserem Schiff zurück zu unserem Heimatdorf transportieren. Leider haben wir aber nur ein Schiff und dieses Schiff hat auch nur drei Plätze frei.

Genau das ist der Kniff bei diesem Spiel. Wir müssen ständig abwägen: Setzen wir die Wikinger über auf eine neue Insel, um dort eine Siedlung zu gründen oder bringen wir erst die Nutztiere an Bord?

Einfache Regeln und komplexe Strategien

Das Spiel ist ein schnell zu lernendes Kartenlegespiel, das vergleichbar ist mit Entdecker der NordseeCarcassonne. Im Vergleich zu diesem bietet es aber eine größere Spieltiefe. Mit sieben möglichen Elementen könnt ihr bei Entdecker der Nordsee Siegpunkte generieren. Ein Element ist das Sammel von Nutztieren, die auf den ausgelegten Plättchen erscheinen. Hierbei bekommt ihr für jedes Set Punkte. Ihr könnt auch über das Errichten von Siedlungen Punkte generieren. Oder ihr dominiert eine Insel und bekommt für jedes Inselteil Punkte. So könnt ihr verschiedene Strategien fahren, um möglichst viele Siegpunkte zu gewinnen.

Wieder ein anderer Mechanismus

Das dritte Spiel der North Sea Saga von Shem Phillips widmet sich wieder einem komplett anderem Spielmechanismus. Der erste Teil funktionierte über einen Card Drafting Mechanismus und im zweiten konnten wir unsere Wikinger per Worker befehligen. Der dritte Teil kommt nun mit Tile Placing daher. Dieser recht simple Mechanismus wird aber um eine tiefere Strategie erweitert, die ich in meinen Partien von Isle of Sky vermisst habe. Bei den Entdeckern der Nordsee spielt ihr mit allen anderen Mitspielern auf einem sich entwickelndem Spielfeld und das zumeist recht friedlich. Die einzige feindliche Aktion die ihr habt, ist die Nutztiere eines anderen Mitspielers zu stehlen. Auch das Kämpfen gegen feindliche Schiffe und das Überfallen von Städten geschieht recht simpel. Habt ihr genug Wikinger in euren Reihen, gewinnt ihr automatisch. Das sorgt für ein flottes Gameplay.

Tolles Design, tolle Komponenten

Entdecker der NordseeDie Entdecker der Nordsee illustrierte der bekannte Künstler The Mico, der auch schon die Grafiken für die ersten beiden Teile erstellte. Die bekannten Charakterbilder der Vorgänger sind auch hier wieder zu finden, diesmal allerdings nur als mögliche Kapitäne des Spielers. Der Packungsinhalt lässt keine Wünsche offen. Fast alle Tokens sind aus Holz gefertigt und bringen eine hohe Wertigkeit mit sich. Die einzige Ausnahme sind die Schiffe: Sie bestehen aus Plastik und bieten den kleinen Holzwikingern Platz auf ihren Reisen. Einzig die Tatsache, dass nicht alle Nutztiere passgenau in die Schiffe platziert werden können, sorgt für ein leichtes Naserümpfen.

Explorers of the North Sea ist im Moment nur auf englisch erhältlich. Wobei das eigentliche Spiel sprachneutral ist, einzig die Sonderfähigkeiten der Kapitäne sind in englischer Sprache verfasst. Auf Deutsch wird Entdecker der Nordsee beim Schwerkraft Verlag im ersten Quartal 2018 erscheinen.

Fazit

Mir hat das Spiel Spaß gemacht und das obwohl ich kein großer Freund von Spielen wie Carcassonne und Isle of Skye bin. Durch die verschiedenen Arten zu punkten, musste ich doch das eine oder andere Mal meine grauen Zellen anstrengen. Das Spiel fordert ein ständiges Abwägen der Optionen. Es gibt kein festgelegtes Schema F, nachdem gespielt werden kann. Die Entdecker der Nordsee gefallen mir aber leider nicht ganz so gut wie die Raiders of the North Sea, hier fand ich den Spielmechansimus einfach besser. Mit dem ersten Teil der Reihe, den Shipwrights of the North Sea, kann sich der letzte Teil der North Sea Saga aber ohne Probleme messen. Ich gebe auch zu, dass dies Meckern auf hohem Niveau ist, denn ich würde jederzeit bei einer Partie dieser drei Spiele mitspielen.

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