Harvest Dice – der analoge Landwirtschaftssimulator

Harvest Dice – der analoge Landwirtschaftssimulator

Harvest Dice
Sogar Bleistifte gibt es bei Harvest Dice dazu

Die letzte Runde und alles was ich noch machen kann, ist das Schweinchen zu füttern. Leider wird es nicht ganz satt und so gehen mir noch ein paar Siegpunkte durch die Lappen. Aber wenigstens ist mein gesamter Acker gefüllt mit Tomaten, Salat und Karotten. Schwierig scheint das Leben als Bauer also nicht zu sein, zumindest in der Welt von Harvest Dice.

Ein Acker für den Spieletisch

Harvest Dice gehört zur Kategorie der schnellen Würfelspiele. Es ist schnell erklärt und schnell gespielt. Dabei macht es schon mal eins richtig: Es ist eine eigenständige Spielidee, kein anderes Spiel wurde jetzt extra auf Würfelspiel getrimmt. Dadurch kommt es frisch und unverbraucht daher.

Die Schnelligkeit in Harvest Dice kommt daher, dass ihr eigentlich fast gleichzeitig spielt. Der Startspieler wirft seine Würfel und ihr nehmt euch reihum einen Würfel aus diesem Wurf. Dies geht so lange weiter, bis nur noch ein Würfel übrig bleibt. Dann wechselt der Startspieler und ihr fangt wieder von vorne an. Jeder Würfel steht für ein Gemüse und muss in die Spalte mit den entsprechenden Würfelaugen eingetragen werden. Dabei dürft ihr neues Gemüse nur neben schon bestehendes Gemüse der gleichen Art pflanzen. Natürlich lässt sich so irgendwann nicht mehr jedes Gemüse platzieren. Wenn dies der Fall ist, müsst ihr das übriggebliebene Gemüse an euer Schweinchen verfüttern, damit es wächst und gedeiht. Am Ende gibt das dann noch zusätzliche Punkte.

Der besondere Kniff

Harvest Dice
Nun gilt es das Gemüse, auf dem Feld zu verteilen.

Was macht Harvest Dice jetzt so anders? Zunächst einmal müsst ihr euer Gemüse selbst auf die Felder des Ackers malen. Kleine dreieckige Karotten, runde Tomaten und eckige Salatblätter. Das ist je nach Kritzeltalent niedlich bis verstörend. Es ist auch erstaunlich, wie verschieden man diese simplen Alltagsgemüse darstellen kann. Dieses kleine Detail hebt Harvest Dice schon sehr von anderen Würfelspielen ab.

Als besonderes strategisches Element gibt es dann noch den übrig gebliebene Würfel. Nach jeder Runde erhöht sich dadurch der Punktemultiplikator für euer Gemüse auf dem Feld, aber eben nur für jenes Gemüse, das keiner pflanzen wollte. Baut ihr also viel Gemüse der gleichen Sorte an, wird der Multiplikator nicht ganz so hoch ausfallen. Ihr müsst in jedem Zug abwägen, welchen Würfel wähle ich und wo setze ich ihn ein und bleibt dann vielleicht noch ein hoher Würfel übrig, damit ich das Schweinchen füttern kann?

Genau das macht für mich Harvest Dice aus: Ich kann es hoch strategisch spielen und versuchen mehr Punkte zu generieren, als meine Gegner. Wobei ja jeder erstmal eine andere Taktik hat. Oder ich spiele es einfach vor mich hin ohne groß zu planen. Auch wenn ich dann nur noch einen niedrigen Würfel zur Auswahl habe, der nicht auf mein Feld passt und mein Schwein auch nicht sonderlich wachsen lässt, der Spaß steht hier einfach im Vordergrund. Wem das nicht genug ist, der kann zu den Profibögen greifen, wo es dann noch mehr Möglichkeiten gibt, um zu punkten.

Für mich fällt Harvest Dice daher genau in die Kategorie von Würfelspielen wie Noch mal! oder auch Qwinto. Nach der Partie ist eigentlich schon wieder vor der Partie und ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn dieses kleine Landwirtschaftsspiel auf den Tisch kommt.

Erschienen ist Harvest Dice auf Englisch und Deutsch bei Board & Dice.

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