Escape Room Das Spiel Virtual Reality – Experimente in 360 Grad

Escape Room Das Spiel Virtual Reality – Experimente in 360 Grad

Escape Room The Game VRMit dem U-Boot unter Wasser Abenteuer erleben, nach einem Hubschrauberabsturz hinter feindlichen Linien Hilfe suchen und dabei nicht entdeckt werden, darum geht es in den Abenteuern des Virtual Reality Ablegers Escape Room Das Spiel Virtual Reality. Ihr nutzt euer Handy, um in die entsprechende Welt einzutauchen. Die Rätsel könnt ihr nur lösen, wenn ihr die Hinweise auf dem Spieltisch mit den Hinweisen aus der virtuellen Welt verbindet.

Die Grundlagen

Escape Room Das Spiel Virtual Reality ist ein eigenständiges Spiel. Das Grundspiel mit dem Chronodecoder wird nicht benötigt, so lautet jedenfalls die Aussage auf dem Spielkarton. Das ist so aber nur bedingt richtig. Habt ihr das Grundspiel nicht, braucht ihr mindestens zwei Android/ iOS Handys in eurem Haushalt. Auf einem läuft dann die VR Umgebung, das andere Handy stellt den digitalen Chronodecoder zur Verfügung. Habt ihr nur ein Handy im Haushalt, dass die technischen Bedingungen für VR erfüllt, könnt ihr das Spiel nicht spielen. Klingt unwahrscheinlich, ist es aber nicht. Wir besitzen auch nur ein Androiden im Haushalt, haben aber zum Glück das Grundspiel.

Natürlich könnt ihr keine wirkliche VR Erfahrung erwarten, wie ihr sie vielleicht von teuren Systemen kennt. Aber es reichte bei unseren Kindern schon für ein “Oh” und “Ah”, als sie das erste Mal die VR Brille auf der Nase hatten. Es handelt sich dabei um ein Cardboard –Google lässt grüßen– in das ihr euer Handy einsetzt. Eine wesentliche Grundvoraussetzung muss allerdings erfüllt sein: Euer Smartphone muss Android oder iOS unterstützen und einen Gyrosensor besitzen. Dieser dient dazu, die Lage und Ausrichtung eures Handys, und damit eure Blickrichtung und Bewegungen zu registrieren.

Wenn ihr nicht wisst, ob euer Handy das unterstützt, könnt ihr euch vor dem Kauf des Spiels die kostenlose App runterladen und einfach versuchen, die VR Umgebung zu starten. Sollte euer Smartphone keinen solchen Sensor besitzen, wird euch die App darauf hinweisen.

Brillenträger werden trotzdem Probleme mit Escape Room Das Spiel Virtual Reality haben. Das Cardboard ist nicht wirklich für die Benutzung mit Brille geeignet und setzt ihr sie ab, gibt es keine Möglichkeit, irgendwo die richtige Dioptrien einzugeben, um so ein klares Bild zu sehen.

Ab in die virtuelle Realität

Die VR Umgebung selber kommt dabei eher spartanisch daher. Sehr grob gestaltete Welten schaffen es nicht wirklich, dass ich ganz und gar eintauchen kann. Dreht ihr euch mit der VR Brille zu schnell, kann es passieren, dass die Darstellung anfängt zu ruckeln. Und selbst wenn ihr dann stehen bleibt, läuft das Bild häufig noch nach. Dadurch wird auch die Interaktion mit der VR Umgebung sehr fummelig. Bewegt ihr euch zu schnell, wird das eingeblendete Element wieder ausgeblendet, weil ihr es schon nicht mehr im Fokus habt. Bewegt ihr euch zu langsam werden hervorgehobene Elemente im Fokus automatisch wieder ausgeblendet. So fluchte ich mich mehr durch die VR Umgebung, als dass ich sie wirklich genießen konnte.

Bei uns kann dies natürlich auch daran gelegen haben, dass mein Handy – gehobenes 2016er Mittelklassehandy – vielleicht nicht leistungsstark genug ist. Eine Übersicht, wie ihr sie von PC Spielen kennt, mit der empfohlen Ausstattung und der Mindestanforderung, fehlt hier komplett. Wer dies im Vorfeld testen möchte, dem rate ich die kostenlose App herunterzuladen und die Demo VR auszuprobieren. Wenn ihr keine VR Brille habt, fehlt zwar der entsprechende räumliche Effekt, aber ihr könnt so zumindest testen, ob euer Handy leistungsstark genug ist. Dass es auch anders geht, mit flüssigem Bildaufbau und ohne nerviges Nachziehen, sieht man bei der Cardboard App von Google.

Submarine – Blubb und weg

Escape Room The Game VRZwei Abenteuer werden in der Box mitgeliefert. Im ersten Abenteuer befindet ihr euch in einem U-Boot. Was als ein beschaulicher Tauchgang beginnt, endet in einer Notsituation. Der Sauerstoff reicht nur noch für eine Stunde und wir müssen das U-Boot manuell wieder fit bekommen. Also ran an die VR-Brille und das U-Boot wieder startklar gemacht.

Die VR-Umgebung dient in erster Linie dazu, Hinweise zu finden, die dann in die analogen Materialen übertragen werden sollen. Die Schwierigkeit der Rätsel ist nicht besonders hoch. Ein Rätsel ließ sich sogar ohne die VR Umgebung lösen, obwohl dort die Hinweise zur Lösung zu finden waren. Bei uns brauchte es nicht eine Hinweiskarte, um lebend aus dem U-Boot zu entkommen. Der kniffligste Teil ist es, sich in der virtuellen Umgebung zu bewegen und die Informationen, die ihr in der VR Umgebung seht, auch richtig an eure Mitspieler weiterzugeben, denn diese sehen die Infos ja nicht.

Was uns gefiel, war das beklemmende Gefühl, das durch die Story aufgebaut wurde: Mitten unter Wasser und der Sauerstoff geht zur Neige, das sorgte bei uns für leichte Gänsehautmomente. Leider enthielt das Abenteuer auch wieder Rätsel, die nur dazu dienten, Zeit zu verbrauchen. Diese Art von Rätseln kommen in allen Arten von Escapespielen vor und bestehen meistens darin, dass ihr Wörter finden oder Kästchen ausmalen müsst. Das geht unserer Ansicht nach besser. Gerade weil der Mitspieler, der sich um das Rätsel kümmert, ein bisschen abgeschnitten ist vom restlichen Spiel. Er bekommt einfach nicht mit, was die Anderen machen, da er mit der Lösung des Zeitfresser-Rätsels beschäftigt ist.

So setzte Submarine die VR-Messlatte erst einmal nicht zu hoch an. Auch der Verlauf der Story war gerade zum Schluss etwas konfus.

Achtung Spoiler

Warum eine Luke in einem U-Boot nur mit Zahlencode zu öffnen ist, bleibt mir bis heute immer noch ein Rätsel.

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Behind Enemy Lines – Wer hoch fliegt…

Escape Room The Game VRAuf geht es ins zweite Abenteuer: Diesmal sind wir an Bord eines Hubschraubers, der sich tief ins feindliche Hinterland bewegt, um dort Luftaufnahmen zu machen. Doch auf dem Rückweg geraten wir in einen Sturm und ein Absturz ist nicht vermeidbar. So stranden wir im Nirgendwo und versuchen, Kontakt mit unserer Heimatbasis aufzunehmen.

Wie schon beim Abenteuer Submarine spielt sich auch bei Behind Enemy Lines alles in einem Raum ab. Diesmal gibt es außerhalb des Raumes aber mehr zu sehen. Die Rätsel aus Teil eins sind, wie auch schon beim ersten VR Abenteuer, eher leichter Natur und nur die fummelige Bedienung in der VR-Welt lässt den Schwierigkeitsgrad steigen.

Doch wurde der Spielspaß für uns sehr stark in Teil zwei getrübt. Hier mussten wir den Lösungsleitfaden herunterladen und zu Rate ziehen. Es war nicht so, dass wir die Lösung nicht gefunden hatten, wir konnten die Lösung nur nicht in Schlüssel umsetzen.

Achtung Spoiler

Es war für uns akustisch nicht möglich, die Antwort zu verstehen. Selbst als wir die Lösung kannten, haben wir das immer noch nicht herausgehört. Auch unsere Tochter, mit ihren jungen und unverbrauchten Ohren, konnte hier kein “Delta” hören. Dies kann Noris/ Identity Games aber durch ein Appupdate schnell beheben.

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Auch der dritte Teil des Abenteuers ließ uns grübeln, es waren aber nicht die Rätsel sondern der Lösungsweg, der uns ein Runzeln auf die Stirn zauberte. Immerhin veranschlagt Noris/ Identity Games für den dritten Teil eine gute halbe Stunde. Diese braucht ihr auch, wenn ihr dem offiziellen Lösungsweg folgt. Nutzt ihr aber den intuitiveren Weg, ist der dritte Teil innerhalb von fünf Minuten gelöst.

So gelang es uns nach 57 Minuten zu entkommen, allerdings hätten wir das ohne einen Blick in die offizielle Anleitung nicht geschafft. Dadurch hinterließ dieses Escape Room Das Spiel Virtual Reality Abenteuer einen bitteren Nachgeschmack.

Ein konzeptionelles Experiment

Den großen neuen Durchbruch bei den Escapespielen brachte Escape Room Das Spiel Virtual Reality nicht wirklich. Ich verstehe es immer noch mehr als Konzept, denn als wirkliches Spiel. Die Rätsel sind solide und auch gut durchdacht. Thematisch passen sie zu dem, was ihr eben in einem U-Boot oder Hubschrauber findet. Die VR-Umgebung selbst und deren Bedienung hat uns nicht so recht überzeugt.

Auf der einen Seite stehen die technischen Schwierigkeiten, die schon im Artikel beschrieben sind. Auf der anderen Seite steht die Spielerisolation von demjenigen, der die VR-Umgebung betrachtet. Es ist schon so nicht sehr einfach, dass alle Mitspieler bei einem Escapespiel alle Rätsel sehen und lösen können. Nun wird allerdings ein Spieler komplett raus genommen und kümmert sich um die VR-Umgebung. Dabei bleibt es aber nicht, denn jeder am Tisch will natürlich die VR-Umgebung betrachten. Gerade wenn ihr bei einem Rätsel hängt, wird die Brille hin und her gereicht. Dadurch entsteht eine unangenehme Downtime, da immer nur ein Spieler die Möglichkeit hat, die VR-Umgebung zu erkunden und nach den Hinweisen zu suchen.

Meine Erwartungen an Escape Room Das Spiel Virtual Reality waren nicht sonderlich hoch. Erfüllt wurden sie trotzdem nicht. Für weitere Teile der VR-Reihe muss hier noch nachgebessert werden. Ich hätte mich geärgert, wenn ich damals den vollen Preis von knapp 40€ bezahlt hätte. Der Vollständigkeit halber und da meine Frau jede Art von Escape-Spielen toll findet, war der Ausflug in die virtuelle Realität jedoch eine nette Abwechslung.


Escape Room Das Spiel Virtual Reality bei Noris

Escape Room: The Game – Virtual Reality (2017)
Spieler:
3 - 5
Dauer:
0 - 60 Min
Alter:
16+
BGG Rating:
7.28
Verlag:
Noris
BGG:

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