Escapespiele – eine Übersicht

Escapespiele – eine Übersicht

Trend Escape Spiele: Da kommt was Neues

Die momentan verfügbaren Systeme für Escapespiele auf dem deutschen Markt

Es war die größte unbekannte Komponente der SPIEL 2016: Escapespiele. Gleich mehrere Verlage kündigten diese an und pünktlich zur Messe wurden diese auch offiziell vorgestellt. Doch was ist ein Escapespiel? Bei einem Escapespiel hat man versucht das Konzept eines Escape Rooms, auf den heimischen Spieltisch zu bringen. Was zum Teufel ist jetzt nun aber ein Escape Room? Bei einem Escape Room versucht man in einem abgesperrten Raum, mittels Lösen von verschiedenen schweren Rätseln und Aufgaben, den Raum so schnell wie möglich zu verlassen. Einziger Knackpunkt ist die Uhr die unerbittlich gegen einen ist und das Ende definiert, sollte man es nicht schaffen. Nun liegt es in der Natur der Dinge, das man so etwas nicht einfach eins zu eins auf den heimischen Tisch bringen kann. Denn kann man in einem Escape Raum zum Beispiel UV Licht einsetzen, um eine geheime Nachricht zu lesen, fehlt so etwas im heimischen Wohnzimmer.

Also nahmen die Entwickler das, was man portieren konnte und versuchten daraus Escapespiele zu entwickeln. Dadurch gibt es im Moment eine Vielzahl von verschiedenen Ansätzen, die sich in Aufmachung und Handhabung unterscheiden. Im Kern bleiben sie doch alle gleich. Eine “aussichtslose” Situation wird geschaffen und die Spieler müssen verschiedene Rätsel lösen, um die Situation aufzulösen. Dabei schrecken einige Escapespiele nicht davor zurück, dass man sie teilweise zerstören muss, um an die Lösung zu kommen, was dem einem oder anderen Spieler schwer fällt.

Die EXIT-Reihe bei Kosmos: Du sollst mich zerstören

Escapespiel
Mittlerweile sind die ersten drei Teile Kennerspiel des Jahres 2017

Beim Kosmos Verlag heisst die Reihe der Escapespiele: EXIT – Das Spiel. Seine Premiere hatte es auf der SPIEL 16. Für ungefähr 10 bis 13 Euro erhält der Rätselfreund ein paar Karten, eine Dekodier-Scheibe, ein Rätselheft, ein paar seltsame Teile und eine Spielanleitung. Jetzt kann man schon versuchen, aus dem ersten Raum auszubrechen. Nach einem kurzen Überblick darüber, wo man sich befindet, geht es auch schon los. Nun löst man ein Rätsel nach dem anderen, das dauert je nach Rätsel mal länger mal kürzer. Die Lösung des Rätsels ergibt eine dreistellige Zahl. Mit Hilfe der Dekodier-Scheibe wird einem dann gesagt, welche Lösungskarte man nehmen kann. Danach beginnt ein neues Rätsel und wieder versucht man, eine neue Kombination zu finden. Das besondere bei den EXIT – Spielen ist, dass man den Inhalt benutzen muss, man knickt, man zeichnet, man schneidet aus oder man nutzt verschiedene unterschiedliche Inhalte der Box. Dadurch macht man das Spiel natürlich unbrauchbar und kann es nach Abschließen des Abenteuers nicht weiter verleihen oder wieder weiterverkaufen.

Escape Room – Das Spiel von Noris: Die Luxusvariante

Escapespiel
Die Uhr tickt unerbittlich

Ein weiteres Escapespiel, das sein Debüt auf der SPIEL 16 feierte, war von Noris Spiele Escape Room: The Game. Hier bekommen die Spieler gleich einen Pack von vier unterschiedlich schweren Abenteuern. Das Herausstechende ist dabei der mysteriöse Chronodecoder. Dieser scheint in erster Linie dazu zu dienen, die Zeit zu stoppen. Allerdings sind verschiedene Dekodierhilfen auf dem Decoder angebracht. Ohne diese Hilfsmittel sind einige Rätsel nicht zu lösen. Stürzt man sich nun in ein Abenteuer, bekommt man ein Sammelsurium an Hinweisen und muss sich erst einmal daran machen, diese nach Wichtigkeit und Informationsgehalt zu ordnen. Denn wie in einem klassischen Escape Room, muss man den Anfang der Hinweiskette erst einmal finden und richtig entschlüsseln bzw. deuten.

Hat man die Lösung für einen Raum gefunden – hierbei handelt es sich um eine vierstellige Kombination – nutzt man die beigelegten Schlüssel, um seine Lösung in den Chronodecoder einzugeben. Die Lösung muss dabei nicht unbedingt aus Zahlen bestehen. Auch Formen, römische Ziffern oder Buchstaben können hier zur Anwendung kommen, denn die Schlüssel haben 6 aufgedruckte Unterscheidungsmerkmale. Auch bei diesem Escapespiel kommt man nicht Drumherum, Komponenten zu beschriften oder zu zerstören, allerdings kann man diese Teile aus dem Internet herunterladen und ausdrucken. So kann man das Spiel auch weiter verleihen.

Unlock von den Space Cowboys: Der Nachzügler

Escapespiel
Ein Kartendeck = ein Abenteuer

Da es sich schnell abzeichnete, dass Escapespiele frischen Wind in die Brettspielbranche brachten, schien es bald so, als ob jeder Verleger sein eigenes Escapespiel im Sortiment haben musste. Und so dauerte es nicht lange, bis auch Asmodee mit einem Escapespiel auf den Markt kam. UNLOCK! Escape Adventures heißt es hier und wurde von den Space Cowboys entwickelt, welche zuvor schon T.I.M.E. Stories entwickelt hatten. Bei UNLOCK! braucht man zusätzlich zum Spiel auch zwingend eine App. Mit Hilfe der App wird die Zeit gemessen, Hilfe gegeben und auch die Lösung geprüft. Das Abenteuer selbst besteht dabei aus einem Kartendeck.

Das Lösen der Rätsel ist dabei recht simpel gehalten. Man kombiniert dabei zwei Karten mit unterschiedlichen Symbolen, dies ergibt eine Zahl und diese Zahl ist die Kartennummer, die man dann aus dem Kartenstapel sucht. Zudem gibt es noch Karten die den Ort genauer beschreiben und Karten die als Modifikatoren gelten, diese können das Ergebnis der Symbole beeinflussen und diese aufwerten oder verringern. Alle Abenteuer kommen zerstörungsfrei daher und sind so ohne Probleme auch verleihbar.

Escape the Room von Thinkfun: Der Erste

Escapespiel
Schon im Februar 2016 auf dem internationalen Markt gewesen

Wie baut man ein Escapespiel und auf was muss man achten, wenn man der Erste auf dem Markt ist? Dieses Problem hatte Thinkfun ihr Escape the Room: Das Geheimnis Der Sternwarte kam in den USA schon im Februar 2016 auf den Markt. Man musste erstmal irgendwelche Standards definieren. Die sich später auch in anderen Escapespielen wieder finden lassen. Auch hier ist eine Dekodierscheibe enthalten, wie bei EXIT. Es gibt Umschläge die man nacheinander öffnet, wie bei Escape Room: The Game. Dazu packte man die Rätsel in eine stimmige Atmosphäre und spann eine Geschichte um den Aufenthalt in der Sternwarte. Fertig war das erste Escapespiel. Was sich aber mehr wie ein Krimidiner anfühlt.

Auch dieses Escapespiel ist nach dem ersten Spielen wieder zurücksetzbar. Man zerstört keine Komponenten und muss deswegen auch nichts neu ausdrucken. Selbst eine Resetanleitung ist enthalten, so das man auch dieses Spiel wieder verleihen kann. In deutsch ist es bei HCM Kinzel erschienen und im Moment besteht die Reihe nur aus zwei Escapespielen. Hier hat die Konkurenz schneller nachgelegt und hat schon die zweite Welle veröffentlicht, bzw. die dritte Welle schon angekündigt.

Fazit:

Egal ob man nun Escapespiele als Brettspiel betrachtet oder nicht, mittlerweile haben sie einen festen Platz im Spielemarkt. Dies wird auch deutlich durch die Ankündigung von weiteren Spielen, wie Deckscape von Abacusspiele zeigt das hier noch lange nicht Schluss ist. Im Moment scheint es für jeden Geschmack und Geldbeutel, das richtige Spiel zu geben. Worin sich diese Spiele aber im Detail unterscheiden und welche Stärken und Schwächen sie haben, das kann man demnächst hier auf der Webseite lesen.

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