Evolution – Viva la (R)Evolution

Evolution – Viva la (R)Evolution

Evolution
Karten, Karten und nochmals Karten

Langsam senkt sich der Kopf der langhalsigen Kreatur in Richtung Wasserloch. Ein paar Seerosen bilden die Mahlzeit für dieses komische Wesen, dass gut getarnt in den Baumwipfeln lebt. Die schwerfälligen Fleischfresser sind nicht gut gerüstet, um Jagd auf den Langhals zu machen. So ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Evolution die Fleischfresser verschwinden lassen wird. In unserem Review stellen wir euch das Spiel mit seiner (K)Artenvielfalt kurz vor.

Kein Platz für Dinosaurier

Evolution ist unterm Strich erstmal nur ein Kartenspiel. Es ist schnell erklärt: Ihr zieht Karten, spielt diese Karten und sammelt Nahrung ein. Die Nahrung ist am Ende des Spieles dann Siegpunkte wert. Fertig! Interessant dabei ist, dass ihr eure Karten dazu nutzen, um eure eigenen Kreaturen zu erschaffen und diese mit evolutionär vorteilhaften Merkmalen auszustatten.

Ihr könnt auch Karten ablegen, um eine neue Spezies zu erschaffen. Diese kann dann genau die Lücke im Ökosystem besetzen, die euer Gegner nicht beachtet hat.

Evolution
Noch ist genug Nahrung vorhanden

Jede Runde seid ihr damit beschäftigt, eure Kreaturen zu optimieren oder an das Ökosystem anzupassen, das auch durch die Spezies der anderen Spieler bevölkert wird. Auch eure Gegner treiben nämlich die Evolution ihrer Spezies voran, um zu überleben.

Eine Spezies aussterben zu lassen, um Platz für eine neue zu schaffen, ist dabei eine häufig genutzte Taktik. Wenn dann die ersten Fleischfresser erscheinen, müsst ihr eure Spezies auch evolutionär anpassen, um nicht gefressen zu werden. Möglichkeiten gibt es viele. Spezies könnten schneller wachsen als die Raubtiere oder ihr nutzt ein Merkmal wie das Klettern, womit ihr eure Spezies vor den Raubtieren in Sicherheit bringt.

Doch schon in der nächsten Runde, kann es passieren, das auch die Raubtiere klettern können und schon war es das mit dem evolutionären Vorteil.

Evolution verlangt von euch, dass ihr euch jede Runde wieder fragen müsst, wie ihr mehr Nahrung bekommen könnt. Hat euer Gegner vielleicht eine Schwachstelle die ihr ausnutzen könnt? Immer wieder alles in Frage zu stellen und feste Strukturen aufzubrechen, das ist evolutionäres Spielen.

(K)Artenvielfalt

Evolution
Herausragendes Merkmal die Grafik bei Evolution

Karten sind der Grundstein von Evolution. Sie beschreiben Merkmale der Spezies und können so etwas einfaches sein wie Hörner oder ein dicker Panzer. Solche Merkmale erschweren es Raubtieren, Beute zu machen. Es können aber auch Merkmale mit Synergie-Effekten sein. Warum nicht einen Aasfresser erschaffen, der dann Nahrung bekommt, wenn irgendein Raubtier frisst. Oder ihr bildet eine Kooperationskette: Sobald eine Spezies frisst, bekommen alle anderen ebenfalls etwas zu fressen. Auch seine Spezies zum Raubtier zu machen, ist das Merkmal einer Karte.

Insgesamt gibt es im Grundspiel 15 verschiedene Merkmale, die ihr in beliebigen Kombinationen auf eure Spezies anwenden könnt. Jedem Tier werden dabei bis zu drei Merkmale zugeordnet. Im Spiel ab drei Spielern sind es so 4080 Kombinationen. Im spiel zu zweit könnt ihr nur jeweils zwei Karten zuordnen und kommt so nur noch auf 220 mögliche Kombinationen.

Jede Karte besitzt nicht nur ein Merkmal, sondern auch einen Nahrungswert. Am Anfang einer jeden Runde spielt jeder Spieler verdeckt eine Karte in das Wasserloch. Die Summe aller Nahrungswerte bestimmt die Menge an Nahrung die in der Runde zum Nahrungsangebot im Wasserloch dazukommt. Das Ergebnis kann sowohl positiv als auch negativ sein. Ihr könnt so auch gezielt die Nahrung verknappen, um eine Hungersnot herbeizuführen. Hat eine Spezies keine Nahrung bekommen, stirbt sie aus – vorzugsweise beim Gegner.

Mich begeistert bei den Karten vor allem die wunderschöne Grafik. Es handelt sich dabei größtenteils um Illustrationen von Catherine Hamilton. Ihr Stil bietet im Kartenspielbereich einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit

Evolution ist das perfekte Spiel für Leute, die sich immer wieder neuen Situationen anpassen wollen. Die Spielregeln sind recht einfach und schnell erklärt. Auch das Spielmotto der Evolution ist für mich sehr faszinierend.

Evolution
Nur wer am Ende die meiste Nahrung gesammelt hat, gewinnt.

Schon damals im Jahr 2014 konnte ich Evolution: The Origin of Species anspielen und war von dem Thema begeistert. Allerdings fühlte sich das Spiel noch nicht rund an. Auch North Star Games waren von dem Spiel begeistert, aber es brauchte noch eine Evolution der Spielregeln und des Spielmaterials, um ein wirklich gutes Spiel zu erschaffen.

Leider hat Evolution zu mindestens in Deutschland – hier ist es bei Schmidt Spiele erschienen – gefühlt keine große Fanbasis. Vielleicht liegt es an der Vielzahl der Merkmale und ihrer möglichen Kombinationen. Bei uns in der Spielerunde schreckt das neue Spieler erst einmal ab. Sie schauen zwischendurch sehr oft in die Erläuterungen zu den Karten. Hierdurch kann die Downtime zwischen den einzelnen Zügen der Spieler manchmal quälend lang sein. Des Weiteren kann die schöne Verpackung sehr irreführend sein. Durch die schöne und grafische Umsetzung mit pastelligen Aquarellfarben erwartet man vielleicht ein einfacheres Spiel. Aber der Kampf ums Überleben ist nunmal ein knallhartes Strategiespiel.

Bei der Wahl zwischen der deutschen oder der englischen Version, würde ich in erster Linie zur englischen Version raten. Das Design der Karten ist in meinen Augen einfach besser gelungen. Auch sind in der Box von Schmidt Spiele 14 Karten weniger enthalten.

Wenn euch Evolution interessiert, könnt ihr auch zu einer vereinfachten Variante greifen: North Star Games hat hierzu ein paar Regeln entschlackt und das Spiel ein bisschen zügiger gestaltet. Evolution: The Beginning heißt diese Version, die als Evolution Der Einstieg auch bei Schmidt Spiele erschienen ist.


Zur deutschen Version von Schmidt Spiele

Zur englischen Version von North Star Games

Evolution (2014)
Spieler:
2 - 6
Dauer:
60 Min
Alter:
12+
BGG Rating:
7.24
Verlag:
North Star Games, Schmidt Spiele
BGG:

 

 

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