Brettspiele bei Kickstarter: Blight Chronicles: Agent Decker

Brettspiele bei Kickstarter: Blight Chronicles: Agent Decker

Blight Chronicles CoverAb jetzt heißt es nur noch schleichen. Leider brachte mich der letzte Wachmann aus dem Konzept. Entweder haben sie die Wachpläne geändert oder irgendein Bürohengst in unserer Organisation hat dieses Detail übersehen. Der Wachmann hätte nicht da sein dürfen. Mist, ich wollte, dass es ein ruhiger Job wird. Schnell rein und raus und keine Spuren hinterlassen. Ein paar defekte Kameras ,mehr auch nicht. Und Kameras können nun einmal Defekte aufweisen. Aber der bewusstlose Wachmann in dem leeren Büro ist ein Beweis dafür, dass bei ihnen eingebrochen wurde. Ich muss mich zusammenreißen! Den Fokus auf die Mission legen. Was passiert ist, kann ich nicht mehr rückgängig machen. Also weiter im Text. Nächster Halt: die Zugangskontrolle zum Safe überlisten und dann die Proben stehlen. – Persönliche Memo aus den Blight Chronicles: Agent Decker

Wer von uns wollte nicht schon immer ein Agent sein? Jemand der in der Grauzone mächtiger Regierungen oder großer Konzerne seinen Lebensunterhalt verdient. Im Bereich der Computerspiele wurden euch diese Möglichkeiten schon gegeben! Sei es als Sam Fisher in Splinter Cell oder als Solid Snake in Metal Gear. Nun könnt ihr mit Blight Chronicles: Agent Decker dieses Erlebnis auch in analoger Form auf eurem Spieltisch zu Hause haben. Ihr schleicht euch durch verschiedene Areale und versucht eure Mission zu erfüllen. Dumm nur, dass ihr am Anfang nur die ersten Schritte eurer Mission kennt. Den Rest müsst ihr in klassischer Agentenmanier improvisieren.

Das macht ihr bei Blight Chronicles: Agent Decker

Blight Chronicles SpielplanIm Kern ist Blight Chronicles: Agent Decker ein Deckbuilder, bei dem ihr euren Helden immer stärker werden lasst. Neue Karten modifizieren euer Deck und so schafft ihr es nach und nach, immer schwierigere Aufgaben zu lösen. Am Anfang steht die Mission. Diese wiederum unterteilt sich in unterschiedliche Stages, die nacheinander gelöst werden müssen. Dazu müsst ihr zum Beispiel zuerst einen Gegenstand in euren Besitz bringen und dann eine bestimmte Anzahl an Karte abwerfen. Jede Karte verfügt dabei über einen Stärkewert, der entweder einer körperlichen Stärke entspricht oder dem Technikwert einer Ausrüstungskarte. Nun erfordern einige Aufgaben, dass ihr nur eure körperliche Stärke einsetzt. Andere Aufgaben können aber auch mit einer der Kombination aus Stärke und Technikwert gelöst werden. Also müsst ihr drauf achten, dass euer Deck nicht zu monoton aufgebaut ist.

Der Deckbau ist dabei das zentrale Spielelement. Klar, wie in jedem anderen Deckbuilder startet ihr mit ein paar primitiven Handkarten. Mit denen könnt ihr natürlich noch nicht wirklich etwas reißen. Aber mit jeder besiegten Karte wächst eure Hand und ihr werdet so immer stärker. Klingt simpel und spielt sich auch so. Denn der Teufel steckt im Detail. Da ihr in Blight Chronicles: Agent Decker in geheimer Mission unterwegs seid, ist euer oberstes Gebot natürlich: nicht auffallen.

Unentdeckt bleiben ist allerdings nicht so einfach. Denn in jedem Zug sind mehrere Hindernisse vorhanden. Zwei davon sind jeweils aktiv. Am Ende wird aus diesem Bereich genau eine Karte auf den Ablagestapel gelegt und erhöht dadurch euren Verdächtigkeits-Wert. Übersteigt dieser den angegebenen Wert für die Stage, habt ihr verloren. Auch durch andere Effekte kann dieser Wert steigen: Jedes Mal wenn ihr gesehen werdet, steigt eure Sichtbarkeit um mindestens eins. Wird dabei der Wert vier überschritten, erhöht sich auch euer Verdächtigkeits-Wert. Also müsst ihr alles dran setzen, diesen so gering wie möglich zu halten.

Kartenmanagment – der Weg zum Ziel

Blight Chronicles StageUm den Verdächtigkeits-Wert herum baut ihr euer Deck auf. Klar, ihr könnt versuchen, die aktiven Karten auszuschalten, damit sie keinen Alarm auslösen. Dadurch wird ja auch euer Deck besser. Aber wie in jedem Deckbuilder müsst ihr aufpassen, dass nicht zu viele schwache Karten in eurem Deck landen und das Deck sich weiterhin schnell und stark spielt. Andererseits wollt ihr aber auch nicht zuviel Verdacht sammeln und damit eure Mission gefährden. Hier gibt es noch die Möglichkeit eine Karte zu betäuben. Denn betäubte Karten erhöhen nicht euren Verdächtigkeits-Wert, aber betäubte Karten verbessern auch nicht euer Deck. So wägt ihr in Blight Chronicles: Agent Decker ständig ab, welche Hindernisse lasst ihr durch, welche Karten betäubt ihr und welche Karten wandern in euer Deck?

Ein neues Spielsystem

Für eines sind Deckbuilder geradezu ideal geeignet: Erweiterungen. Auch Blight Chronicles: Agent Decker macht da keine Ausnahme. Board & Dice hat schon angekündigt, dass sie das Spiel als neues Spielsystem ansehen. Und schon zum Start gibt es eine Mini-Erweiterung. Hier kommt eine neue Agentin mit einem neuen Deck und neuen individuellen Fähigkeiten ins Spiel. Aber auch neue Missionen sind wohl schon in Planung und sollen später auch im normalen Handel erhältlich sein. Board & Dice selbst spricht hier von einem LCG (Living Card Game) für Solo Spieler.

Natürlich müsst ihr das Spiel nicht als Solist spielen. Ihr könnt es auch kooperativ spielen und euch dabei so viele Mitspieler an den Tisch holen, wir ihr wollt.

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Blight Chronicles RookieDrei Pledges gibt es für Blight Chronicles: Agent Decker. Für einen Beitrag von ca. 12 EUR bekommt ihr das Spiel als Print-And-Play Variante (System access Pledge). Hierbei druckt ihr euch euer Spiel selber aus. Das ist natürlich nicht Jedermanns Sache, aber dafür dürft ihr auch schon 2 Monate vorher spielen.

Wer nicht basteln möchte, der greift vielleicht bei der zweiten Pledge (Rookie Pledge) für ca. 23 EUR zu. In einer kleinen Box ist alles enthalten, was ihr als Agent braucht, um Blight Chronicles: Agent Decker zu spielen. Dabei hat Board & Dice auf das Feedback der Spieler gehört und die Box klein gehalten. So ist der Spielplan zweigeteilt und muss zusammengelegt werden. Hier sind alle Stretchgoals enthalten, wie auch bei der Print-And-Play Variante. Allerdings kann es während der Kampagne noch zu Komponenten-Upgrades kommen.

Blight Chronicles OperativeDie dritte Pledge (Operative Pledge) kostet dann schon fast 37 EUR. Hier bekommt ihr eine größere Box, in der alles enthalten ist, was es auch in den anderen Pledges gibt. Allerdings bekommt ihr einen größeren Spielplan, größere Hefte und ein besseres Inlay. Eben all das, was man bei der kompakteren Variante schlicht einschrumpfen musste. Zusätzlich wird auch die Minierweiterung CODENAME: Zoe Abigail  reingepackt, die auch später normal in Handel erhältlich sein wird.

Als Stretchgoals werden weitere Agenten in Aussicht gestellt aber auch Upgrades des Spielmaterials. Allerdings müssen erst einmal 20.000 USD eingesammelt werden, bevor es an die Boni geht.

Die Versandkosten nach Deutschland liegen bei ungefähr 8 EUR.

Blight Chronicles: Agent Decker auf Deutsch

Es wird versucht, eine deutsche Version zu realsieren. Wie schon bei Harvest Dice (Würfelgemüse) wird Board & Dice mit der Spieleschmiede zusammen arbeiten und versuchen, eine lokalisierte Fassung zu finanzieren. Wann dies allerdings passiert wird und ob sich dann genug Leute finden lassen, die die deutsche Version unterstützen, steht dabei noch in den Sternen.

Fazit

Blight Chronicles HindernisseZugegeben, es war etwas Bastelarbeit bis ich die Print-And-Play Version zusammengesetzt hatte. Die Arbeit lohnte sich, denn Blight Chronicles: Agent Decker ist ein cooles Spiel. Es macht gleich von Anfang an zwei Sachen richtig. Zum einen ist es die Tatsache, dass es sich um einen Deckbuilder handelt und ich mag Deckbuilder. Zum Anderen ist es, dass es ein Deckbuilder mit angeschlossenem Spielplan ist ähnlich wie bei Trains. Denn sind wir mal ehrlich: Pure Deckbuilder sind recht unspannend.

Das Spiel schafft es, dass ich während der Mission ständig am Überlegen bin, ob ich mein Deck verbessere, ob ich lieber weniger Aufmerksamkeit erzeuge. Dazu noch die Entscheidung, welchem Handlungsstrang ihr folgt, nachdem ihr eine Stage abgeschlossen habt. Und irgendwann während des Spielens überkommt einen dann auch das Gefühl, man sei selbst ein Geheimagent.

Dabei oder nicht?

Werde ich nun bei der Kampagne mit einsteigen? Ich glaube eher nicht. Das liegt an genau drei Dingen. Mir gefallen schlicht und einfach die Illustrationen nicht. Ich mag diesen Vektorgrafik-Stil nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass auch die Karten den gleichen Stil wie das Cover gehabt hätten.

Der zweite Punkt sind die Karten an sich. Klar, meine Karten sind deutlich unterscheidbar. Aber sobald ich ein Hindernis in mein Deck nehme, ergibt sich daraus kein thematischer Sinn. Zum Beispiel: Der Wachmann bleibt immer noch Wachmann, nur das obere Achtel ist für mich von Bedeutung, wenn die Karte in meinem Deck ist. Das raubt mir einfach die Immersion. Cool wäre ein System gewesen wie bei Mystic Vale. Wo ihr dann einzelne Karten stärker gemacht hättet. Oder Ausrüstung die ihr weiter hättet modifizieren können.

Und der letzte Punkt ist, dass es nun einmal ein Solospiel ist. Ich hab nichts dagegen, wenn ein Spiel einen brauchbaren Solomodus hat, aber ich weiß, ein reines Solospiel würde bei mir nicht so oft auf dem Tisch landen.

Passionierte Solospieler sollten unbedingt zugreifen

Wen das aber nicht stört, der bekommt mit Blight Chronicles: Agent Decker ein wirklich gutes Spiel nach Hause. Gerade das Agenten-Thema finde ich, haben sie perfekt eingefangen. Dazu noch ein Storybuch, das die Geschichte zwischen den Stages weitererzählen soll, klingt für ich interessant. Leider war dieses bei der Print-And-Play Demoversion nicht dabei und daher kann ich im Moment nicht beurteilen, ob diese etwas taugt. Auch die Wiederspielbarkeit sehe ich als sehr hoch an. Klar, irgendwann kennt ihr die Story. Aber da die Hindernisse und euer Deck, was das Ziehen der Karten angeht, ja einem gewissen Zufall unterliegen, gleicht keine Partie der Anderen.

Wenn ihr einsteigt solltet ihr allerdings auf die Print-And-Play Variante verzichten. Denn auch das Zusammenbasteln kostet Zeit, Papier und Tinte. Am reizvollsten fände ich die Rookie Pledge mit der kleineren Box, denn so kann man diese vielleicht auch mal mit zur Arbeit nehmen, um in der Mittagspause ne kurze Partie zu spielen. Und auch für Urlaube macht sich das kleinere Packmaß einfach besser.

Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 17. Mai 2018

Link zur Kampagne von Blight Chronicles: Agent Decker bei Kickstarter

Blight Chronicles: Agent Decker erscheint bei Board & Dice


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