Brettspiele in der Spieleschmiede: Imperium Klassik und Imperium Legenden

Brettspiele in der Spieleschmiede: Imperium Klassik und Imperium Legenden

Heute werfen wir unser Crowdfunding-Auge mal wieder in Richtung der Spieleschmiede. Denn hier startete mit der Kampagne zu Imperium Klassik bzw. Imperium Legenden gleich zwei Deckbuilder-Spiele, die von Anfang an begeistern.

Das Spiel erweckte schon früh mein Interesse, als es auf dem Beeple-Discord zu einer Art Geheimtipp avancierte. Allerdings eher bei den Solo-Spielern und so solo bin ich ja nicht unterwegs. Aber etwas anderes hatte ebenfalls mein Interesse geweckt, denn einer der beiden Autoren von Imperium ist Dávid Turczi, der neben Nigel Buckle für dieses Spiel verantwortlich ist. Und da ich im Moment gerne die Spiele von David spiele und mich bei jedem neuen Spiel von ihm immer wieder frage, wie viel Euro-Game der Designer dort reinstecken konnte, war ich froh, es dann mal Probe spielen zu können.

Zum Glück waren wir letztes Wochenende bei den B-Rex Tagen, bei dem Giant Roc auch vertreten war und eine englische Version des Spieles zur Verfügung stellte. So konnten wir dort zum ersten Mal eine Partie spielen.

Wie es mir gefallen hat und ob ich mir, das Spiel nun zulegen werde, könnt ihr im Artikel nachlesen.

Viel Spaß beim Lesen!

Das macht man bei Imperium

Eine Sache muss ich voranstellen: Egal ob ihr Imperium Klassik spielt oder Imperium Legenden, die Regeln sind in beiden Fällen identisch. Also einmal gelernt, könnt ihr beide Spiele spielen. Als Anführer oder Anführerin eines Volkes versucht ihr, eure barbarischen Wurzeln abzustreifen, damit ihr als Imperium die große Nummer sein könnt und zukünftige Generationen sich noch Jahrhunderte an euch erinnern. Das können sie natürlich nur, wenn ihr am Ende der Partie auch die Person seid, die die meisten Siegpunkte einheimsen konntet.

Der Weg dahin ist relativ simpel, denn es handelt sich um ein Deck-Building Spiel. Und so spiele ich, wenn ich am Zug bin, meine Karten aus. Wobei ich nicht unbedingt alle meiner fünf Handkarten ausspiele, wie es vielleicht bei anderen Vertretern dieses Genres der Fall ist. Ich habe spezielle Aktivierungs-Token, die ich dazu benutze, eine Karte auszuspielen. Und davon habe ich nicht so viele: Nur drei Stück stehen mir standardmäßig zur Verfügung.

Durch das Ausspielen der Karten komme ich wiederum an neue Karten, Ressourcen oder erweitere einfach mein Imperium bzw. Barbarium. Bin ich fertig mit meinem Zug, kann ich so viele Karten aus meiner Hand abwerfen wie ich möchte und ziehe dann wieder auf fünf Karten nach, während der nächste Spielende am Tisch seinen Zug macht. Sowas habe ich schon oft gesehen und Imperium unterscheidet sich hier auf den ersten Blick nicht weiter von anderen Deck-Buildern. Irgendwann wird das Ende des Spieles eingeläutet, dann zählt jeder seine Siegpunkte und irgendwer hat dann auch gewonnen.

Die kleinen Details in Imperium

Es sind mal wieder die kleinen Details, die Imperium von anderen Deck-Building Spielen, wie zum Beispiel Klong im All, Tyrannen des Unterreichs oder natürlich Dominion unterscheiden. Da ist zum einen die pure Anzahl an Völkern. Ich starte mit meinem eigenen Völkchen und das habe nur ich am Tisch, kein Anderer wird das gleiche Deck haben. Und deswegen spielen sich auch alle Völker anders. Einige Völker legen den Fokus auf viele Ländereien, andere Völker scheffeln unheimlich viele Ressourcen, die sie dann in Siegpunkte umwandeln. Wiederum andere Völker, wie die Wikinger, ändern Teile der Spielmechanik und werden nie zu einem Imperium aufsteigen, sondern immer Barbaren bleiben.

Und weil es ebenso viele Völker gibt, hat auch jedes Volk seine eigenen Karten, wodurch das eigene Deck mit der Zeit immer mächtiger wird. Aber ich habe auch Zugriff auf die allgemeine Auslage und kann von dort auch wiederum Karten erwerben, die in mein Deck wandern. Dies erinnert ein wenig an Imperial Settlers, wo ich ja auch zwei verschiedene Decks habe und aus diesen mein Reich zusammenbaue.

Eine andere Kleinigkeit, die Imperium anders macht, ist der oben bereits erwähnte Einsatz der Aktions-Token, mit denen ich meine Karten ausspiele. Will ich ausgespielte Karten aktivieren, brauche ich dazu nicht meine kostbaren Aktions-Token, sondern es stehen mir weitere Token zur Verfügung. Diese Erschöpfungs-Token sind zwar auch limitiert, ich kann in meinem Zug maximal nur fünf davon ausgeben, aber es erweitert natürlich meine Aktionsmöglichkeiten um ein Vielfaches, wenn ich denn diese überhaupt nutzen kann. Denn es ist ja immer noch ein Deck-Builder und dazu brauche ich eben auch die richtigen Karten.

Die interessanteste Mechanik im ganzen Spiel ist aber der Aufstieg aus dem Stadium der Barbarei in ein vielleicht zivilisiertes Imperium. Denn nun kann ich auch die Karten spielen, die ich als Barbar nicht spielen konnte. Es geht also in die zweite Phase des Spieles und nun stehen mir mächtigere Karten und damit mächtigere Effekte zur Verfügung. Die Karten hätte ich zwar schon als Barbar kaufen können, spielen kann ich sie allerdings erst in der zweiten Phase. Gekennzeichnet wird dies durch entsprechende Symbole auf den Karten. Schlimmer noch, bin ich ein Imperium, kann ich im Umkehrschluss auch keine alten Barbaren-Karten mehr ausspielen.

Das bekommt ihr in der Spieleschmiede

Die Kampagne ist überschaubar. Für 30 EUR inkl. Versand in Deutschland bekommt ihr eines der beiden Spiele: entweder Imperium Klassik oder Imperium Legenden. Noch einmal 29 EUR mehr, also 59 EUR und ihr bekommt beide Spiele zugeschickt. Die Spiele untereinander sind auch vollkommen kompatibel und können wild gemischt werden. Wenn ihr eure Karten noch schützen wollt, greift ihr vielleicht zu der 69 EUR Pledge. Hier gibt es dann noch einmal entsprechende Sleeves dazu. Allerdings weist die Spieleschmiede darauf hin, dass dann die gesleevten Karten nicht mehr in das Inlay passen.

Die Lieferung ist für Februar 2022 geplant.

Fazit

Jasmin und ich waren von Imperium Klassik begeistert. Kaum war unsere Kennenlern-Partie vorbei, wollten wir eigentlich gleich schon wieder die Karten mischen und mit anderen Völkern erneut loslegen. Und dabei war der Start ins Abenteuer nicht so einfach. Die Anleitung ist zwar recht überschaubar gehalten. Aber trotzdem braucht es ein wenig Zeit, wenn man das Spiel nicht kennt, um sich ins Spiel reinzufinden. Wir haben dann doch immer wieder im Regelwerk hin und her geblättert und das, obwohl es eigentlich auf den ersten Blick eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt. Hier soll es aber laut Giant Roc noch einmal ein verbessertes Regelwerk geben. Auch gab es noch einige Schlüsselwörter, die wir erst einmal nachschauen und verstehen mussten. So haben drei gestandene Leute fast 15 Minuten gebraucht, bis sie verstanden haben, was eigentlich das Break-Through bedeutet. Dabei ist es unterm Strich recht simpel. Ihr nehmt eben eine Karte auf eure Hand ohne die entsprechenden Strafkarten, die euch am Ende des Spieles Siegpunkte kosten.

Als wir das Spiel dann nach ein paar Runden verstanden hatten, spielte es sich auch recht schnell. Natürlich hat auch Imperium als Deckbuilder das Problem, dass je länger die Partie dauert, der einzelne Zug auch länger braucht. Hier greift allerdings der clevere Mechanismus der Aktions-Token, denn hiermit werden einfach meine möglichen Aktionen begrenzt. Einigen von euch sind die elendig langen Kettenzüge in einem Deck-Builder bekannt und vielleicht auch verhasst. Auch ein Punkt der mir gefallen hat. Denn dadurch fühlt es sich auch schnell gespielt, auch wenn es dann dies natürlich nicht ist, aber die gefühlte Down-Time ist eben sehr gering.

Und auch grafisch kann Imperium überzeugen. Für die Bilder auf den Karten ist kein anderer als The Mico verantwortlich, der seinen großen Durchbruch ja bei den Räubern der Nordsee hatte. Wer jetzt befürchtet, es sei wieder das gleiche Schema, wie in allen anderen Spielen, die von The Mico gekünstelt wurden, der kann aufatmen. Denn The Mico kann auch anders. Klar erkennt man immer noch den gleichen Stil, aber hier sieht eben nicht jeder Charakter aus, als sei er die x-te Kopie eines Wikingers nur in einem anderen Setting.

Kurz gesagt: Für mich war klar, dass Imperium für mich eine sichere Nummer ist und ich auf alle Fälle bei der Kampagne mit einsteige bzw. ich bin schon mit eingestiegen, auch wenn es jetzt heißt abwarten, bis ich das Spiel dann endlich in Händen halten kann.  Aber das Warten wird sich lohnen und die Kampagne geht schon jetzt ab und hat das Spiel locker finanziert.

Link zur Kampagne von Imperium Klassik – Imperium Legenden

Die Kampagne läuft noch bis zum 06.10.2021.


Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

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