Escape the Room: Das verfluchte Puppenhaus

Escape the Room: Das verfluchte Puppenhaus

Escape the Room 3 - Das verfluchte PuppenhausEben noch standen wir im Schuppen unseres gruseligen Nachbarn und jetzt stecken wir in diesem seltsamen Puppenhaus fast. Das klingt eher wie in einem Horrorfilm. Und jetzt spricht auch noch eine Puppe zu uns. Wir stecken also fest und kommen nur dann raus, wenn wir die Siegel an den Türen öffnen können. Das ist ja fast wie in einem Escape-Raum. Also fangen wir an, den Raum zu untersuchen. Hier, dieses Regal sieht irgendwie komisch aus...

Think Fun bringt mit Escape the Room: Das verfluchte Puppenhaus den dritten Teil seiner Escape-Spiel-Reihe auf den Markt. Die beiden Vorgänger Das Geheimnis der Sternwarte und Das Geheimnis des Refugiums von Dr. Gravely sind vom Schwierigkeitsgrad eher einfach gehalten und bestechen vor allem durch die tolle Komponentenqualität und abwechslungsreiche Rätsel. Wir haben uns nun auch durch Das verfluchte Puppenhaus gerätselt, das mich schon auf den ersten Blick durch seine tolle Idee eines dreidimensionalen Rätselhauses begeistert hat. Die Frage ist also nur noch: Waren wir nach der geglückten Flucht vor Begeisterung aus dem Häuschen?

Puppenhaus als Selbstbausatz

Die Schachtel, die bei uns ankam, war erstaunlich groß und vom Cover schaute uns ein gruseliges Puppenauge aus dem Dunkel heraus an. Das sollte es also sein, das lang ersehnte Puppenhaus. Klar, dass unsere kleine Tochter gleich Gewehr bei Fuß stand, um beim Aufbau zu helfen. Aus der Schachtel selbst wird das Puppenhaus zusammengesteckt, es werden das Dach und Möbel zusammengebaut und ein paar weitere Elemente aus der Schachtel in den insgesamt fünf Räumen verteilt und dann steht es in all seiner Pracht vor einem: Das verfluchte Puppenhaus. Etwas gruselig sieht es ja schon aus. Das hielt unsere Tochter aber nicht davon ab, zumindest am Anfang auch mit rätseln zu wollen.

Escape the Room - Das verfluchte Puppenhaus - Aufbau

Im beiliegenden Heft wird die Geschichte erzählt, die uns hier erwartet. Schon lange kommt uns unser Nachbar suspekt vor. Dann bemerken wir auch noch seltsame Geräusche in seinem Gartenhaus und sehen nach. Dort finden wir das Puppenhaus und schwupp, sind wir auch schon in seinem Inneren gefangen. Selbstredend wollen wir hier nicht bleiben und die seltsame sprechende Puppe anscheinend auch nicht. Für jede der Türen benötigen wir einen Code aus drei Symbolen, um in den jeweils nächsten Raum zu gelangen. Dazu gehören dann natürlich auch jeweils drei Rätsel. Haben wir die Lösung gefunden, stellen wir diese auf dem beiliegenden Lösungsrad ein und prüfen das Ergebnis. Wenn wir richtig liegen, geht es im Buch mit dem Story-Teil für den nächsten Raum weiter.

Es geht ganz harmlos los…

Im ersten Raum, einem Wohnzimmer, begannen wir also unsere Room-Tour. Hier klappte noch alles ganz gut und auch unsere Tochter konnte sich einbringen. Die Rätsel waren gut zum Aufwärmen und als Einstieg super geeignet. Im nächsten Raum hatten wir nicht mehr ganz so viel Glück. Bei einem der Rätsel kamen wir einfach nicht weiter. Aber das ist ja kein Problem und es soll schließlich eine Herausforderung und kein Spaziergang sein. Aber auch nach längerem Knobeln, bei dem unsere Tochter mit dem Mobiliar rumspielte, kamen wir auf keine korrekte Lösung. Also schnell einen Blick auf die Hilfeseite bei ThinkFun geworfen. Hier wird einem Schritt für Schritt erklärt, wie man die Rätsel im Puppenhaus löst.

Nach den ersten beiden Räumen haben wir erst mal eine Pause eingelegt, denn das komplette Puppenhaus durchzurätseln dauert schon seine Zeit. Für Gruppen, die gegen die Zeit spielen möchten, gibt die Anleitung 2 Stunden 30 Minuten an. An einem anderen Tag ging es ohne Kind, dafür aber mit frisch aufgeladener Rätselpower weiter. Leider blieben die Rätsel genauso durchwachsen, wie die beiden vorhergehenden Räume es bereits angedeutet hatten.

Escape the Room - Das verfluchte Puppenhaus - Räume

… und dann kommt der Frust

Es gibt in Escape the Room 3: Das verfluchte Puppenhaus zwei Arten von Rätseln: Solche, bei denen man sofort weiß, was zu tun ist und man nur an der Lösung rumknobelt und solche, bei denen man wirklich absolut keine Ahnung hat, was das Spiel von einem möchte. Entsprechend häufig mussten wir dann auch nach längerem und frustrierendem Rumprobieren in der Lösung nachschauen. Ein Problem war jedoch, dass uns in einigen Fällen nicht einmal die Tipps aus der Hilfe auf die richtige Spur gebracht haben. Wir kamen nicht drum herum, uns bis zur eigentlichen Lösung durchzuhangeln. Das tun wir nicht gerne und eigentlich sollte ein Escape-Spiel in der Lage sein, die Spieler so an die Hand zu nehmen, dass sie selbst auf die Lösung kommen, insbesondere wenn man schon in der Lösung nachschlagen muss.

Escape the Room - Das verfluchte Puppenhaus - Räume

Tolles Material, eigentlich

Ein anderes Problem des Spieles ist das Material. Dass ausgerechnet das zum Problem werden könnte, hätten wir beim Losspielen noch nicht gedacht. Das Puppenhaus soll angeblich komplett zurückgesetzt werden können, so dass es andere Gruppen danach ebenfalls spielen können. Allerdings sind einige Rätselkomponenten so in den Räumen befestigt, dass diese nur schwer gelöst werden können und erst recht nicht besonders einfach wieder so befestigt werden können, wie dies bei einem neu ausgepackten Spiel der Fall ist. Hier stand Design eindeutig vor dem praktischen Nutzen und der Wiederspielbarkeit.

So ist Das verfluchte Puppenhaus zwar eines der schöneren Escape Spiele auf dem Markt und es hat auch eine zumindest kleine Geschichte, die erzählt wird, allerdings steht es sich auch selbst im Weg. Und das tut es auch buchstäblich, wenn man es mit mehr als zwei Personen spielt. Das Haus hat nun mal nur eine Vorderseite und es ist zu zweit schon schwierig genug, alles sehen zu können. Wenn mehr Leute mitspielen, sitzen die wohl kaum alle nebeneinander, so dass das komplette Haus gedreht werden müsste, und dann immer eine Tischseite nur die Rückseite zu sehen bekommt. Eine Taschenlampe kann ebenfalls hilfreich beim Erkunden der Räume sein, denn je nach Beleuchtung ist schwierig, dort die notwendigen Details zur Lösung einiger Rätsel zu erkennen.

Escape the Room - Das verfluchte Puppenhaus - Gruselig

Einmaliges Erlebnis

Insgesamt haben wir rund 3 1/2 Stunden am Puppenhaus gerätselt. Dadurch, dass es zwischendurch immer wieder frustrierende Rätsel gab, hat sich die Zeit gefühlt immer mehr gezogen. Spannend war jedoch, dass das Material bei den Rätseln immer wieder kreativ eingesetzt wird und auch das Mobiliar dabei zum Einsatz kommt. Zumindest beim ersten Bespielen des Puppenhauses hat das wirklich Spaß gemacht. Ob wir das Haus allerdings guten Gewissens jemandem zum Spielen weitergeben können, bezweifle ich allerdings. Für über 30,- Euro ist das sehr schade, insbesondere da die Vorgänger ohne Probleme erneut gespielt werden konnten. Empfehlenswert ist es außerdem nur für wirkliche Hardcore Escape-Spieler, da die knackigen Rätsel für Anfänger schnell Frust auslösen. So bleibt Escape the Room 3 – Das verfluchte Puppenhaus ein einmaliges Spielerlebnis in mehrerlei Hinsicht.


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Escape the Room 3 – Das verfluchte Puppenhaus ist auf Deutsch bei Ravensburger erschienen.

Escape the Room: The Cursed Dollhouse (2020)
Spieler:
1 - 4
Dauer:
120 Min
Alter:
13+
BGG Rating:
6.6
Verlag:
Ravensburger
BGG:

Für die Review stand uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung.

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