Firefly – Der Himmel gehört uns

Firefly – Der Himmel gehört uns

Firefly CoverEinen letzten Job muss ich noch erledigen. Dann endlich bin ich Besitzer eines gebrauchten Raumschiffes. Mein ganzer Stolz ist ein Serie 3 Transporter von Coachworks Ltd. Das einzige Problem bleibt allerdings die Crew. Um meine Schulden beim Kredithai zu bezahlen, muss ich dieses eine Mal den Lohn für meine Crew streichen. Klar wird sie das verärgern, aber sie ist ja empfänglich für überzeugende Argumente und wenn das alles nicht hilft, sollen sie halt von Bord gehen. Auf Osiris wird sich schon eine neue Crew finden lassen. Herzlich Willkommen in der Welt von Firefly: Das Spiel.

Finde eine Crew

Firefly, das sind viele KartenUmsetzungen zu Filmen oder Serien gibt es viele im Brettspielbereich. Einige sind davon einfach nur Adaptionen von bekannten Mechanismen. Ein Walking Dead Monopoly bleibt unter der Haube immer noch ein Monopoly und ein Game of Thrones Catan bleibt auch unterm Strich nur ein Catan. Und dann gibt es Spiele, die eine Lizenz nehmen und um diese herum ein Spiel aufbauen. Der Pate von Asmodee zum Beispiel lässt euch tief in die Welt der Mafia eintauchen. Und auch Firefly gehört dazu. Ihr übernehmt die Rolle eines Captains. Am Anfang seid ihr alleine auf eurem großen Schiff, mit ein bisschen Startkapital und einer Tankfüllung, wartet nun ein ganzes Universum auf euch, das erkundet werden möchte.

Je nach Szenario gilt es, verschiedene Ziele zu erreichen. Wer als erstes drei davon erfüllt hat, gewinnt das Szenario. Das dies natürlich nicht so einfach sein wird, versteht sich von selbst. Immerhin veranschlagt jedes Szenario ungefähr eine bis zwei Stunden Spielzeit. Die vergeht aber wie im Fluge, denn dank simpler Regeln entsteht selbst bei vier Spielern sehr wenig Downtime. Im Grunde sucht ihr euch während eures Zuges zwei verschiedene Aktionen aus: Ihr fliegt mit eurem Schiff, ihr kauft Ausrüstung oder eine neue Crew, ihr handelt einen neuen Job aus oder ihr führt einen Job durch, der euch dann wieder Geld einbringt.

Finde einen Job

Firefly - Deine CrewNatürlich kann Firefly langweilig sein, das liegt dann aber auch an euch. Klar ihr könnt dieser gesetzestreue Typ sein, der Passagiere auf Londinium aufnimmt, dann durch das Verse schleicht, um sie dann in Persephone wieder von Bord zu lassen. Das bringt euch stolze 900 Credits ein. Dadurch wird Firefly allerdings zum einem abendfüllenden Spiel ohne Spannung und vor allen Dingen ohne Geschichte. Oder ihr seid einer dieser Draufgänger. Einer dieser Captains, die den Antrieb hochfahren, um dann mit vollem Schub durch das weite dunkle All zu rauschen? Klar das kann die Reaver anlocken oder ihr könnt in eine Zollkontrolle geraten, aber ihr habt schließlich einen Job zu erledigen.

Firefly gibt euch genau diese Möglichkeiten. Wie ihr spielen wollt bleibt euch überlassen. Verschiedene Fraktionen geben euch jeweils verschiedene Jobs, mehr oder weniger lukrativ. Wobei Geld nicht das Einzige Entscheidungsmerkmal ist. Je nach Job braucht ihr auch die eine oder andere Ausrüstung, um den Job überhaupt starten zu können. Manchmal braucht es eben schicke Klamotten, um überhaupt in die Villa des Gouverneurs reinzukommen. Ach ja und der Gouverneur hat ja auch geschrieben, ihr müsst in Begleitung kommen. Nicht jeder Job ist alleine durchführbar. Ihr braucht eine Crew. Nehmt ihr die Crew mit auf euren Trip, dann will sie aber auch bezahlt werden. So kann der Gewinn für den Job auch ganz schnell wieder aufgebraucht werden und am Ende bleibt nicht viel übrig, wenn ihr zu viele Leute mitnehmt, um auf Nummer sicher zu gehen.

Fliege weiter

Firefly - Travel the VerseVieles wird in Firefly über Karten gesteuert. Ihr fliegt von einem Sektor in den nächsten, ihr zieht eine Karte und handelt sie ab. Während eines Jobs müsst ihr euch unterschiedlichen Gegebenheiten stellen, ihr zieht eine Karte und handelt sie ab, wenn ihr es denn könnt. Ihr zieht Jobs vom Jobkartenstapel, Ausrüstung zieht ihr dabei vom Ausrüstungsstapel. Viele Kartenstapel bedeutet aber auch ihr braucht viel Platz. Firefly ist kein Spiel für den kleinen Tisch. Ihr braucht verdammt viel Platz. Nicht nur das Spielfeld braucht Platz, sondern eben auch die Unmengen an Karten, eure Schiffe und Ausrüstung brauchen Platz. Und das ist für mich persönlich eigentlich auch der einzige Kritikpunkt. Gerade wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch irgendwann die Erweiterungen zu zulegen, wird es dabei noch größere Platzprobleme geben.

Was mich an Firefly reizt, ist die gesamte Aufmachung. Ich merke einfach, dass Galeforce Nine sich bei der Entwicklung unheimlich viel Mühe gegeben hat. Die Gestaltung der Karten mit ihrer Vielzahl an Flavortexten lassen einen genauso in das Verse eintauchen, wie die verschiedenen Ereignisse auf die ihr treffen könnt. Gerade Fans der Serie finden überall etwas, dass sie schmunzeln lässt. Und wenn es nur das Weitergeben des Dinos ist, um den aktiven Spieler zu markieren. Firefly verlangt von euch auch Entscheidungen, etwas was mir in modernen Spielen fehlt. Nehme ich die Schmuggelware an Bord und verärgere damit meine Crew oder lasse ich mir eben genau diese günstige Gelegenheit durch die Lappen gehen? Löse ich den Konflikt mit Worten oder mit der Schusswaffe in der Hand. So gleicht kein Spiel dem anderen, selbst wenn ihr das gleiche Szenario spielt.

Das gleiche Schicksal wie die Serie?

Firefly startete damals als ambitionierte Serie – Eine Mischung aus Western und Space Opera. Leider war nach einer Staffel allerdings auch schon Schluss. Was der Sender Fox allerdings nicht sah, war die Fanbasis, die sich mittlerweile gebildet hatte. Die Fans versuchten zwar verzweifelt, das Ende der Serie zu verhindern, schafften es aber nicht. Über die Jahre wuchs die Anzahl der Fans kontinuierlich weiter. Dies ging soweit, dass die Universal Studios sogar noch einen Film produzierten. Serenity gab den Fans zumindest die Möglichkeit, sich von ihrer Serie verabschieden zu können. Firefly hatte es geschafft, sich seinen Platz im Nerdversum zu sichern. Dies führte auch dazu, dass irgendwann Galeforce Nine die Rechte erwarb und daraus ein Brettspiel machte – Ein Brettspiel mit dem besten Papiergeld überhaupt. In Deutschland sollte das Spiel bei den Heidelbären unterkommen. Während in den USA immer neue Erweiterungen erschienen und das Verse stetig vergrößert wurde, war es bei den Bären eher still. Zwei Erweiterungen wurden auf Deutsch herausgebracht. In der ersten Erweiterung wurden dem Spiel 50 neue Karten hinzugefügt. Die zweite Erweiterung fügte mit Piratenjobs ein mehr an Spieler gegen Spieler Aktion hinzu. Aber der Verse wurde nicht vergrößert.

Nun gibt es die Bären aber nicht mehr. Ob Asmodee Ambitionen hegt die Erweiterungen oder eine neue Auflage des Spieles rauszubringen, steht in den Sternen. Ich hoffe, dass dies noch passieren wird. Firefly ist eines dieser Spiele, was man lange nicht auf dem Radar hat, wenn man es aber einmal gespielt hat, nicht mehr missen möchte. Wer also die Möglichkeit bekommt, eine Partie zu spielen, der sollte diese ergreifen.

Weitere Informationen zur deutschen Firefly von Asmodee/ Heidelbär gibt es hier.

Die englische Version von Firefly ist bei Galeforce Nine erschienen.

 

 

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