Review zum Kartenspiel SCOUT

SCOUT – Hereinspaziert in den Brettspiel-Zirkus

KOMMEN SIE HEREIN! Es sind noch Plätze vorhanden in unserem Zirkus. Beobachten Sie wie unsere Akrobaten die wundervollsten Kunststücke vollbringen. Seien Sie mit dabei, wenn Helen und Robert sich zusammen am Trapez weit über Ihren Köpfen bewegen und… Moment mal, was soll das heißen, Helen wurde abgeworben und arbeitet nun als Sängerin für einen anderen Zirkus? Wie konnte das passieren? Wie? Ein anderer Zirkus-Scout hat sie abgeworben. Ver******!”

Oink Games ist nicht nur ein Verlag, bei dessen Namen man vielleicht nicht unbedingt gleich an Brettspiele denkt. Vielmehr denkt der ein oder andere eher an ein Tier, das genau diese Geräusche macht. Andere wiederum denken aber vielleicht an den Brettspiel-Verlag mit den kleinsten Schachteln im Brettspiel-Universum, die bis zum Rand gefüllt sind. Was sich diesmal in der kleinen Schachtel des japanischen Verlags befindet, erzählen wir euch gerne in unserer Review zum Kartenspiel SCOUT.

Viel Spaß beim Lesen!

Ein Zirkus aus Karten

Der Zirkus, das war was in meiner Kindheit. Artisten und Tiere aus fernen Ländern brachten damals ein wenig Glamour in die doch manchmal trostlose Stadt. Klar, mittlerweile sieht man das ja alles ein wenig anders. Tiere haben nicht unbedingt etwas in kleinen Managen zu suchen und auch durch andere Unterhaltungsangebote, ist die goldene Zeit der Zirkusse vorbei.

Doch trotzdem können wir uns natürlich wie ein Zirkusdirektor fühlen. Und dabei hilft das kleine Kartenspiel SCOUT aus dem japanischen Brettspiel-Verlag Oink-Games.

Das Spiel ist recht simpel. Ich muss einfach versuchen so schnell wie möglich meine Karten aus der Hand auszuspielen. Wer das als Erstes geschafft hat, gewinnt die Runde und kann sich dann vielleicht irgendwann als größter Zirkusdirektor der Welt feiern lassen.

Allerdings gibt es dann doch noch den ein oder anderen Kniff, der dieses Vorhaben etwas schwieriger gestaltet.

Moment, mal das kenne und liebe ich ja

Warum ich SCOUT unbedingt haben wollte? Ganz einfach, im Beeple-Discord hieß es irgendwann mal, dass SCOUT ähnlich sei wie Krass Kariert. Und Krass Kariert ist einfach eines meiner liebsten Spiele. Auch in SCOUT darf ich nach dem Austeilen der Karten meine Kartenhand nicht sortieren. Ich muss mit der ausgegebenen Reihenfolge zurechtkommen. Und auch wie bei dem Stich-Spiel von AMIGO, schlage ich ausliegende Karten in dem ich Karten mit höheren Werten oder Straßen oder gleiche Kartenwerte ausspielen.

Allerdings ist SCOUT kein Stich-Spiel, auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht. Denn eine Runde ist eben nicht vorbei, wenn jeder am Tisch Karten gespielt hat und irgendjemand die höchste Kombination vor sich liegen hat.

Bei SCOUT wird einfach weitergespielt. Denn nun kommt der kleine Kniff, der das Kartenspiel für mich wieder einzigartig macht. Denn bin ich dran und kann keine höhere Kartenkombination ausspielen, als die aktuelle, dann kann ich scouten und mich bei den ausliegenden Karten bedienen. Eine Karte darf ich wählen und diese wiederum kann ich in meine Hand einsortieren und somit meine Hand stärken, während die Karten des Anderen auf dem Tisch geschwächt werden.

Einmal im Kreis drehen

Und zwar dreht es sich im wahrsten Sinne des Wortes. Ein weiteres kleines Extra bei SCOUT ist die Möglichkeit, seine Start-Hand doch etwas zu verändern. Ich kann meine Karten-Hand einfach drehen. Auf jeder Karte sind nämlich immer zwei Artisten und Nummern vorhanden und wenn es mit der einen Richtung nicht klappt, dann sieht die andere vielleicht etwas vielversprechender aus.

Allerdings habe ich davon nie Gebrauch gemacht, komischerweise war ich immer der Meinung, so wie ich die Karten aufgenommen habe, so wären sie perfekt. Aber ich habe auch noch nie gewonnen. Vielleicht sollte ich meine Taktik dahin gehend mal ändern.

Das Blatt wendet sich

Natürlich bekommt der andere dafür eine kleine Belohnung, denn immerhin hat er ja einen Artisten verloren. Und er ist auch damit zufrieden diese kleine Belohnung zu bekommen. Am Ende einer Runde, wenn entweder jemand seine Hand leer gespielt hat oder die aktuelle Show-Nummer – also die aktuell ausliegenden Karten – immer noch bei dem Spielenden liegt, der sie auch ausgespielt hat, werden die Karten und Belohnungen gezählt. Für Karten, die ich noch auf der Hand habe, gibt es Minuspunkte und für Belohnungen oder eingesammelte Shows der anderen Spieler gibt es eben Pluspunkte.

So baue ich also nicht nur meinen eigenen Zirkus vor mich hin. Sondern ich versuche vielleicht einen so großen Zirkus zu bauen, dass ich den anderen ordentlich in die Parade fahre und sie somit ordentlich Minuspunkte sammeln.  Und genau solche Kartenspiele machen mir einfach Spaß.

Ihr müsst SCOUT unbedingt spielen

Für mich persönlich gibt es nur ein Urteil über SCOUT. Ich liebe es. Es ist für mich eines der kleinen Highlights des aktuellen Spiele-Jahrgangs und das nicht nur wegen der Schachtelgröße. Eine solide Spielmechanik wird in ein schönes neues Gewand gesteckt und begeisterte mich gleich von der ersten Partie an. Denn im Gegensatz zu Krass Kariert oder anderen Stich-Spielen funktioniert SCOUT auch zu zweit, eben weil es kein Stich-Spiel ist.

Und solltet ihr genauso wie ich auch Leute in eurem Bekanntenkreis haben, die sich nicht für Stich-spiele erwärmen können. Dann wäre vielleicht SCOUT ein kleiner, aber spaßiger Kompromiss. Bis jetzt hatten selbst in meinem Kreis die Stich-Skeptiker ihren Spaß mit diesem schnellen Kartenspiel.

Einen weiteren Pluspunkt, den Scout für sich verbuchen kann, ist dann auch die Größe der Verpackung. Kein mm³ an Platz wird verschwendet. Ich bekomme also keine Luft, die ich in meinem Spieleregal lagere.


Haut ihr euch bei Spielen gerne gegenseitig in die Pfanne?

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SCOUT ist auf Deutsch bei OINK Games erschienen.

SCOUT (2019)
Spieler:
2 - 5
Dauer:
15 Min
Alter:
9+
BGG Rating:
7.45
Verlag:
Oink Games
BGG:

Für die Review stand uns ein Rezensionsexemplar von OINK Games zur Verfügung.

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