Brettspiele bei Kickstarter: Trench Club

Brettspiele bei Kickstarter: Trench Club

Seit Wochen steht das Schlachtfeld still. Die Fronten sind verhärtet und die Kampfmoral sinkt immer weiter. Euphorisch sind wir in den Krieg gezogen. In der Heimat galten wir als Helden, als wir in die Züge einstiegen, die uns in Richtung Front brachten. Doch nun, hier in der Einöde, wo es keine Vegetation mehr gibt, sondern nur den Schlamm und die Schützengräben, möchten wir keine Helden mehr sein. Wir wollen diesen dummen Krieg einfach nur überleben. Egal ob wir als Helden gelten oder nicht. Die Hauptsache ist, wir kehren lebend zurück.

Mit Trench Club von PKB Games erscheint ein Brettspiel auf Kickstarter, dass während des Ersten Weltkriegs spielt. Moderne und bis dahin noch nie dagewesene Maschinen, wie der Panzer oder auch das Flugzeug sind das erste Mal Teil eines Krieges. Ein Krieg der keine großen Dynamiken hatte, sondern sich irgendwann in einen reinen Stellungskrieg verwandelt hat, in dem es nur ein paar Meter ging. Ob sich dieses Gefühl auch in Trench Club wiederfindet, erklären wir euch in unserem Artikel zum Kickstarter.

Das macht man bei Trench Club

Ganz klar, es geht bei Trench Club um den Krieg. Genauer gesagt geht es um den Ersten Weltkrieg. Und wie auch bei anderen Kriegssimulationen werden die negativen Seiten ausgeblendet. Ihr konzentriert euch bei Trench Club ganz auf die strategische Seite. Durch den Einsatz eurer Truppen, versucht ihr auf dem Spielplan verteilte Forts einzunehmen. Je nach Spielerzahl, insgesamt können bis zu 4 Spieler am Tisch sitzen, gilt es, eine bestimmte Anzahl einzunehmen.

Habe ich ein Fort eingenommen, wird es natürlich nicht lange in meinem Besitz bleiben, denn nun bin ich zur Zielscheibe meiner Mitspieler geworden. Wobei Mitspieler hier etwas differenzierter betrachtet werden sollte. Denn wie im Ersten Weltkrieg kann ich eine von vier Mächten spielen. Zur Auswahl stehen Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich und Großbritannien. Ihr sucht euch am Anfang der Partie eine der beiden Allianzen aus und wählt dann eine zu dieser Allianz passenden Nation aus. Im 4-Personen Spiel spielt ihr somit ein Team-Spiel, in dem beide Allianzen aufeinanderprallen. Natürlich gewinnt auch eine Allianz, wenn alle Einheiten der anderen Allianz vernichtet worden sind.

Trench Club Brettspiel

Trench Club im Detail

Schaue ich mir Trench Club auf den ersten Blick an, so ist es eigentlich nicht mehr, als ein Area-Control Spiel. Mit Hilfe von Würfeln wickle ich den Angriff ab. Mehr ist es eigentlich nicht. Aber wie immer ist da eben noch viel mehr unter der Oberfläche. So können meine Einheiten im Laufe des Spieles Erfahrung sammeln. Angezeigt wird dies durch kleine Marker, die sich direkt an der Miniatur befinden. Mit mehr Erfahrung treffen meine Einheiten einfach besser. So trifft meine frische, unerfahrene Infanterie, wenn die Würfel eine 2 oder kleiner anzeigen, bei einem zwölfseitigen Würfel also keine wirklich gute Wahrscheinlichkeit. Allerdings kann sich dieser Wert im Laufe einer Partie verändern. Und eine sehr erfahrene Einheit trifft schon mit allen Würfeln zwischen 1 und 6. Also möchte ich auf alle Fälle erfahrene Einheiten haben, wäre da nicht der Schaden.

So wie ich Erfahrung in Gefechten gewinnen kann, kann ich allerdings auch beschädigt werden. Und hier kommt ein weiterer Kniff ins Spiel. Nehmen wir wieder unsere frische Infanterie. Am Anfang hat diese noch 12 Würfel zur Verfügung. Je mehr Schaden sie aber bekommt, desto weniger Würfel habe ich in späteren Gefechten. So balanciert sich Trench Club sehr gut von alleine aus, denn wirklich große Armeen, die auch noch viel Erfahrung haben, habe ich eben nicht zur Verfügung. So muss ich vor jedem Gefecht genau abwägen, ob ich in den Kampf ziehe und meine erfahrene Einheit opfere oder nicht. Oder ob ich extra das Gefecht suche, um meine unerfahrenen Einheiten aufzuwerten. Die Schwierigkeit in Trench Club liegt nicht in den Regeln, sondern in den strategischen Entscheidungen, die ich treffen muss.

Trench Club Erfahrung

Und nicht nur die einzelnen Parteien spielen sich unterschiedlich, es sind auch die Einheiten. Dabei hat jede Einheit seine Stärken und eben auch Schwächen. Meine geliebte Infanterie ist zwar sehr flexibel einsetzbar und kann auch Forts erobern, allerdings sind sie nicht so mobil und brauchen Hilfe durch die Truppentransporter, damit sie sich schnell auf dem Schlachtfeld bewegen können. Dass ein Truppentransporter wiederum nichts gegen ein Flugzeug ausrichten kann, muss ich nicht unbedingt erwähnen. Und dass der schwere Mörser zwar sehr gut und sehr weit schießen kann, aber auf kurze Entfernung keinen Schaden ausrichtet, zeigt, wie verzahnt die einzelnen Einheiten zueinander sind. Wieder heißt es den Kopf zu bemühen, um die richtigen Einheiten zu nutzen. Wobei ich aber andere Einheiten nicht unbedingt vernachlässigen darf, denn eine alleingelassene Artillerie ist schnell durch den Gegner aufgerieben.

Trench Club Einheiten

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Für 49,- EUR bekommt ihr das Grundspiel mit der Rookie-Pledge. Wer ein paar mehr Einheiten und auch noch zusätzliche Würfel braucht, der kann bei der Veteran-Pledge einsteigen, für die dann 75,- EUR fällig werden. Wer noch mehr Einheiten braucht, der kann auch gleich bei der Hero Pledge einsteigen. Hier gibt es zusätzlich zur Veteran-Pledge noch Miniaturen für die Forts und acht neue Spezialeinheiten inklusive der zugehörigen Karten. Allerdings schlägt die Hero-Pledge auch mit 99,- EUR zu Buche. Bei allen Pledges sind natürlich die Stretch Goals auch mit dabei.  Ausgeliefert werden soll das Spiel im Januar 2021.

Wer nun gar nicht mehr warten kann, der greift vielleicht zu limitierten Trench Club Prototype Preview Copy Pledge. Für 250,- EUR bekommt ihr eine vom Autor signierte Preview Copy. (Wer weiß, vielleicht sogar die, die wir zum Probespielen hatten.) Die Preview Pledge wird dann auch schon im August 2020 ausgeliefert. Die Versandkosten sind mit 8,- EUR für Deutschland sehr moderat.

Trench Club Würfel

Fazit

Spiele mit realem Kriegsthema sind bei uns immer ein wenig problematisch. Es kommt immer darauf an, wie das Thema umgesetzt wurde. Und hier macht Trench Club schon einen guten Eindruck. Nichts wird glorifiziert oder als übermäßig positiv dargestellt. Trench Club geht sogar noch einen aus meiner Sicht positiven Schritt weiter. Es ist aus meiner Sicht eines der wenigen Spiele, welches die Sinnlosigkeit eines Krieges wunderbar abbildet. Zwar kann ich gewinnen, in dem ich den Gegner vernichte oder eben eine bestimmte Anzahl an Forts besetze. Aber so habe ich die meisten Partien nicht gewonnen bzw. verloren. Ich gewann oder verlor durch Kapitulation. Denn ähnlich wie im Ersten Weltkrieg ist Trench Club ein Hin und Her. In der einen Runde habe ich die Oberhand, in der anderen werden meine Truppen aufgerieben.

Was erst einmal komisch wirkt, weil es keinen eindeutigen Sieger gibt, ist das, was ich mir wünsche von einem Spiel mit dieser Thematik. Ein Sieg durch Kapitulation fühlt sich einfach nicht gut an. Ich habe Zeit und Ressourcen verbraucht und nur gewonnen, weil meine Gegenüber aufgegenen aht. Besser kann man ein solches Thema nicht umsetzen. Nach der Partie ist das Spiel noch lange nicht vorbei, gerade wenn durch Aufgabe der Sieg entschieden wurde, kommt es danach noch zu angeregten Gesprächen. Ich spreche über die Strategien, die ich angewandt habe und was mein Gegenüber hätte machen können oder eben auch anderes herum.Trench Club

 

Weiterhin punktet Trench Club noch durch die Darstellung von Erfahrung und Schaden. Die kleinen Markierungen sind schnell im Blick und ich kann daraus auch die entsprechenden Werte ableiten. Dadurch spielt sich Trench Club auch relativ schnell und die Downtime bleibt erfreulich gering. Schaue ich zurück auf vergangene Risiko-Partien, würde ich sogar behaupten, Trench Club spielt sich fast schon rasant.

Noch ein abschließendes Wort zur Spieleranzahl: Am besten spielt sich Trench Club natürlich entweder zu zweit oder eben zu viert. Aber wir haben es auch schon zu dritt gespielt. Auch wenn es nicht explizit in den Regeln beschrieben wird, kann ich das Spiel natürlich auch zu dritt spielen. Dann spielt sich das Spiel wie ein Spiel zu viert, wobei ein Spieler eben alle Parteien einer Allianz spielt.

Auch wenn Trench Club vieles richtig macht, bleibt es eben doch ein Konflikt-Spiel und wenn ich damit nichts anfangen kann, dann wird auch ein Trench Club nichts daran ändern.

Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 06. August 2020

Link zur Kampagne von Trench Club.

Trench Club erscheint bei PKB Games.

Für diesen Artikel stand uns ein kostenloser Prototyp des Brettspieles zur Verfügung.


Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

2 Replies to “Brettspiele bei Kickstarter: Trench Club”

  1. Weshalb wurde Italien nicht berücksichtigt? Die Kampfhandlungen an der italienischen Front waren ein wichtiger Bestandteil im Kampfgeschehen des WW 1 und haben weite Teile der österreich-ungarischen Truppen gebunden…. Ist da eine Erweiterung geplant?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.