Buch Rezension: Arkham Horror - Das Letzte Ritual

Buch Review: Arkham Horror – Das letzte Ritual

Arkham Horror – Das letzte Ritual – Zusammenfassung

Alden Oaks genießt das Leben als Künstler. Der aus Arkham stammende junge Mann verbringt seine Zeit unter der Sonne Südeuropas, wo er hofft, durch die Landschaft beeinflusst zu werden, um neue Schaffenskraft zu finden. Ein Freund aus der Vergangenheit holt ihn aber wieder zurück nach Arkham. Alden soll seiner Hochzeit beiwohnen.

Wieder in Arkham muss sich Alden allerdings ungewöhnlichen Ereignissen stellen. Mysteriöse Ereignisse, die er auch schon in Europa zu sehen bekam, bringen das Leben von Alden durcheinander. Da ist nicht nur die unbekannte, verführerische und geheimnisvolle Nina, da sind auch Unfälle, die sich bei näherem Betrachten, als nicht ganz so zufällig herausstellen.

Und so ist Alden auf einmal gefangen in einer großen mystischen Verschwörung, in dessen Mittelpunkt der gefeierte Maler Juan Hugo Balthazarr steht. Dieser ist nicht nur der gefeierte Künstler der Stunde und ein Vorbild für Alden, Juan Hugo hat auch eine dunkle Seite, der sich Alden im Laufe der Zeit noch stellen muss. Nur so kann er Arkham, Nina und sich vor dem heraufziehendem Unheil bewahren.

In diesem Zusammenhang muss sich Alden immer wieder der Frage stellen: Was ist nur Show und was ist Realität? Sind die Schrecken, die er zusammen mit Nina entdeckt, Wirklichkeit? Und wie passen die zufälligen Morde in das Gesamtbild? Dabei scheinen nicht nur Nina und er von großer Bedeutung zu sein. Auch sein alter Freund und dessen Verlobte Minnie, die ihn zurück nach Arkham brachten, haben eine obskure Verbindung zu Juan Hugo Balthazaar. Dabei kann Alden nicht auf die Hilfe der örtlichen Behörden hoffen, denn sie scheinen erst recht von den Ereignissen überfordert zu sein.

Arkham Horror – Das letzte Ritual – Fazit

Was kann ich von einem Buch im Arkham Universum erwarten? Besonders wenn es eigentlich nicht mehr das Universum ist, was sich einst H.P. Lovecraft erdacht hat, sondern das Universum, welches von Fantasy Flight Games für deren Brett- und Kartenspiele genutzt wird. Dabei hat gerade das Universum von FFG sich in den letzten Jahren immer weiter entwickelt und ist viel lebendiger und dynamischer geworden, als die eigentliche Ursprungsvision. Für mich fühlt es sich dann auch irgendwie eigenständiger und erwachsener an.

Erwartet habe ich natürlich dunkle Mächte und fremde Kulte, die die bekannte Welt ins Chaos stürzen möchten, damit endlich die übermächtigen alten Wesen ihren Weg in unsere Welt finden. Doch Arkham Horror – Das letzte Ritual lässt sich erst einmal Zeit. Denn der junge Künstler Alden trifft zwar recht schnell auf merkwürdige Menschen und Ereignisse, aber bevor er begreift, dass diese nichts mit der Realität der bekannten Welt zu tun haben, vergeht erst einmal eine gewisse Zeit.

Natürlich ist mir als Leser das schon recht schnell bewusst, dass der alte Freund, den Alden trifft, nicht ganz der Freund ist, den Alden noch aus College-Zeiten kennt. Aber wie zuvor erwähnt, der Autor gönnt Alden seine Zeit auf der Reise der Erkenntnis.

Und genau das ist für mich auch die größte Schwäche von Arkham Horror – Das letzte Ritual. Auf aufregende Passagen, die sich um das Chaos im Arkham Universum drehen, folgen seitenlange Passagen, wo scheinbar nichts passiert. Auch in der Welt, in der Alden lebt, spiegelt sich dies wider. So spring die Story dann einfach mal um ein paar Monate in die Zukunft. Was am Anfang einer Geschichte durchaus noch Sinn machte, war für mich am Ende nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Gerade, weil ich eine gewisse Verbundenheit zu Alden aufbauen konnte und diese Warterei nicht wirklich logisch fand für ihn.

Es schien eher deswegen so passieren zu müssen, weil es so vom Autor geschrieben wurde. Allerdings verliert dadurch auch die Geschichte an Wirkung und liest sich dann auch entsprechend langatmig.

Arkham Horror Das letzte Ritual

Da geht noch mehr…

Dazu kommt noch der gesamte Plot, der dann doch recht vorhersehbar ist. Wirklich überraschend konnte mich dabei nichts. Es war dann doch irgendwie Dunkle-Mächte-Standard-Kost. Was recht schade ist, da ja gerade Kartenspiele wie das Arkham Horror LCG durchaus von ihren Geschichten und Plot-Twists leben. Bei Arkham Horror – Das letzte Ritual hat der Autor es hier einfach verpasst, sich in den Kaninchenbau zu bewegen. Gerade die geheimnisvolle Nina hätte hier einen sehr interessanten Charakter abgeben können. Im Laufe der Geschichte wären hier bessere und überraschendere Wendungen möglich gewesen, als es im Buch dann der Fall ist.

Aber auch Alden entwickelt sich hier nicht weiter und bleibt der verwöhnte Sohn von reichen Eltern. Lange Zeit über bleibt Alden eben genau das und das Aufklären der mysteriösen Ereignisse ist mehr Hobby, als wirklich die Heldenaufgabe, um die Welt zu retten.

Erst zum Ende hinentwickelt sich Alden geradezu rasant, ich hatte durchaus das Gefühl, dass der Autor Alden schnell noch, bevor das Ende der Geschichte kam, zurechtbiegen musste. Was allerdings zu den langen Zeitlücken innerhalb der Geschichte irgendwie nicht passte.

So ist für mich Arkham Horror – Das letzte Ritual eher Durchschnitt und würde es nicht in der Stadt Arkham spielen, würde es trotzdem funktionieren. Gerade hier erwarte ich mir dann doch in Zukunft mehr Bezüge zu der Arkham-Welt von FFG, mehr als eben der Ort des Geschehens und ein paar Charaktere, die ich vielleicht schon aus anderen Brettspiel-Titeln kenne.

Titel: Arkham Horror - Das letzte Ritual

Verlag: Cross Cult

Seiten: 384 Seiten Paperback

ISBN: 978-3-96658-420-3

Bewertung: 3/5

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