Brettspiele bei Kickstarter: AuZtralien

Brettspiele bei Kickstarter: AuZtralien

Brettspiel AuZtralienEin Schwarm von Mi-Go hält auf unsere Farm zu. Die Schafe haben sich verängstigt in einer Ecke des Gatters zusammengedrängt und blöken aufgeregt. Unsere Artillerie ist bereits in Stellung gebracht und zielt auf die hässlichen fliegenden Unheilsbringer. Wir dürfen die Farm auf keinen Fall verlieren, das würde den Alten nur mehr Macht verleihen. Die ersten Schüsse donnern aus den Rohren unserer Geschütze. Ein paar der Mi-Go zerfetzt es die Flügel, aber der Rest hält unbeirrt auf uns zu. Wenn wir sie nicht auslöschen können, sind wir verloren.

Da taucht am Horizont ein Luftschiff auf. Das ist keines von unseren. Das müssen die Siedler aus dem Osten des Landes sein. Die haben uns schon ein paar der ergiebigsten Minen weggeschnappt. Das Luftschiff beginnt die verbliebenen Mi-Go unter Beschuss zu nehmen und die Kreaturen fallen sofort über das Schiff her. Aber unserer gemeinsamen Feuerkraft haben sie nichts entgegenzusetzen. Diese Schlacht haben wir gewonnen, aber der Krieg gegen die großen Alten und um die Vorherrschaft in AuZtralien ist noch lange nicht beendet.

Das neueste Spiel von Autor Martin Wallace spielt im selben Universum wie auch schon seine Studie in Smaragdgrün. Die Geschichte im alternativen Universum nach der Kurzgeschichte von Neil Gaiman, wo die großen Alten bereits seit Jahrhunderten über die Welt herrschen und die letzten Rebellen gegen sie aufbegehren, wird in AuZtralien fortgeführt. Hier wollt ihr in den 1930er Jahren, weit weg vom Krieg der alten Welt, einen neuen Kontinent voll von wertvollen Ressourcen und mit viel Platz für eure Farmen besiedeln. Allerdings haben sich auch hier bereits die großen Alten breit gemacht. Neben einem Siedler-Spiel um Siegpunkte müsst ihr auch noch Kämpfe gegen die Truppen des Cthulhu-Universums bestreiten.

Das macht ihr bei AuZtralien

In AuZtralien ist es nicht etwa euer Ziel, gemeinsam die großen Alten zu bekämpfen. Vielmehr wollt ihr am Ende der Partie der Spieler sein, der die meisten Siegpunkte erzielt hat. Das schließt allerdings die großen Alten als einen KI-gesteuerten Spieler mit ein. Die großen Alten sind jedoch erst ab ca. der Hälfte des Spiels aktiv, so dass ihr erst einmal genügend Zeit habt, euch vorzubereiten und das möglichst besser als eure Mitspieler.

Beim Aufbau des Spielbrettes werden Erkundungsplättchen ausgelegt, die angeben, wo welche Ressourcen und Plättchen der Alten platziert werden. Diese Plättchen werden zufällig verteilt und nach dem Aufbau wieder vom Spielbrett entfernt. Hierdurch ergeben sich sehr unterschiedliche Startvoraussetzungen für jede neue Partie. Jeder von euch wählt dann eines der Startfelder, um euren Hafen zu platzieren, von wo aus ihr später ins Innere des Kontinents vordringen wollt.

Aktionismus in einem fernen Land

AuZtralien TableauAuf den Spielertableaus findet ihr eine Übersicht der verschiedenen Aktionen, die ihr durchführen könnt. Das wichtigste ist jedoch, dass jede Aktion eine bestimmte Menge an Zeit kostet, die auf der Zeitleiste am Rand des Spielplans abgetragen wird. Zeit ist sehr wichtig in AuZtralien, denn die Anzahl an Zeitschritten, bis zum Erwachen der großen Alten ist begrenzt. Also müsst ihr möglichst effektiv vorgehen, um so viel wie möglich zu schaffen, bevor diese angreifen. Ihr habt in eurem Zug die Wahl zwischen folgenden Aktionen:

  • Bahnstrecke bauen: Der Kontinent ist große und um von einem Feld ins nächste zu gelangen baut ihr von eurem Hafen ausgehend eine Bahnstrecke. Diese kosten je nach Gelände, auf dem ihr bauen wollt zwischen zwei und drei Zeiteinheiten, sowie eine Kohle und ein Eisen.
  • Schürfen: Auf dem Spielplan sind Minen mit Gold, Kohle und Eisen verteilt. Habt ihr ein Feld mit Ressourcen mittels Bahnstrecke angebunden, könnt ihr die Ressourcen mittels einer Zeiteinheit dort abbauen und in euren Vorrat legen.
  • Helfer anheuern: Neben dem Spielplan liegen jeweils eine Reihe von Persönlichkeiten aus, die euch Boni im Spiel verleihen. Das können z.B. Vorteile im Kampf sein oder auch Siegpunkte am Ende des Spiels. Das Anheuern kostet euch eine Zeiteinheit.
  • Militäreinheit rekrutieren: Ebenfalls eine Zeiteinheit kostet das rekrutieren von Militäreinheiten. Hierfür müsst ihr allerdings je nach Stärke der Einheit mehr oder weniger Gold investieren.
  • Import/Export: Mit dieser Aktion könnt ihr zweimal eine der beiden Optionen ausführen: Beim Import erhaltet ihr entweder eine Kohle oder ein Eisen. Beim Export tauscht ihr eine Kohle oder ein Eisen gegen ein Gold ein.
  • Farm bauen: Ihr könnt auf geeignetem Land für jeweils eine Zeiteinheit Farmen errichten. Jede Farm muss dabei von unterschiedlichem Typ sein. Es gibt Getreide, Schaf- und Rinderfarmen. Für jede platzierte Farm erhaltet ihr sofort ein Gold. Am Ende des Spiels ist jede Farm Siegpunkte wert.
  • Angriff: Für eine Zeiteinheit pro Einheitentyp den ihr einsetzen wollt, könnt ihr einen großen Alten angreifen. Da die Alten allerdings bis zu ihrem Erwachen verdeckt sind, macht das in der ersten Hälfte des Spiels allerdings kaum Sinn. Um zu ermitteln, wieviel Schaden ihr austeilt oder einstecken müsst, zieht ihr Karten. Diese geben an, welche Art von Einheiten überhaupt Schaden machen. Ihr könnt so viele Karten ziehen, wie ihr wollt, aber wenn ihr Pech habt, verliert ihr vorher eure geistige Gesundheit. Allerdings ist das Besiegen der großen Alten auch eine Hauptquelle für Siegpunkte, so dass ihr auf jeden Fall auf den Kämpf vorbereitet sein solltet.

AuZtralien Helfer Karten

Wir haben doch keine Zeit

Jedes Mal wenn ihr eine Aktion nutzt, müsst ihr einen eurer Aktionssteine auf das zugehörige Feld eures Tableaus legen. Das hat den Effekt, dass diese Aktion bei der nächsten Ausführung teurer wird. Für jeden Aktionsstein, der sich bereits auf dem Aktionsfeld befindet, müsst ihr zusätzlich ein Gold bezahlen. Schließlich habt ihr als achte Aktion noch die Möglichkeit, für eine Zeiteinheit alle eure Aktionssteine zurückzuholen und kommende Aktionen so wieder billiger zu machen.

Gespielt wird nicht im Uhrzeigersinnt, sondern es ist immer derjenige Spieler am Zug, dessen Zeitmarker am weitesten hinten liegt. Ab dem Erwachen der großen Alten haben diese ebenfalls einen Zeitmarker auf der Leiste und führen so ebenfalls Aktionen aus. Jede zweite Zeiteinheit wird eine Eventkarte gezogen. Hiermit können unter anderem die großen Alten auf dem Spielplan aktiviert werden, die sich ab diesem Zeitpunkt über die Karte bewegen und zur Bedrohung für euch werden. Für jede Zeiteinheit wird außerdem eine Bewegungskarte gezogen, die angibt, welche großen Alten sich bewegen. Ihr bevorzugtes Ziel ist die nächstgelegene Farm.

Die großen Alten sammeln Siegpunkte durch das Verderben von Farmen und auch jeder nicht besiegte Alte zählt zu ihrem Punktekonto am Ende hinzu. Wenn ihr nicht alle untergehen wollt, müsst ihr also bis zu einem gewissen Punkt zusammenarbeiten und euer besten tun, um möglichst viele der Alten vom Spielplan zu fegen. Das Spiel endet, wenn alle inklusive Cthulhu das Feld 53 der Zeitleiste erreicht haben.

Das bekommt ihr bei Kickstarter

AuZtralien SpielbrettEigentlich gestaltet sich die Kickstarter Kampagne zu AuZtralien erfrischend übersichtlich. Die einzigen Optionen, die ihr bei der Auswahl der Pledge habt, ist die Sprache, in der ihr das Spiel haben möchtet. Für viele Lokalisierungen haben sich bereits Verlage gefunden: Die deutsche Ausgabe wird beim Schwerkraft Verlag erscheinen. Für ca. 40 EUR und ca. 10 EUR Versandkosten bekommt ihr das komplette Spiel und alles, was in der Kistarter Kampagne noch hinzu kommen wird. Stretchgoals im eigentlichen Sinne wird es nicht geben, dafür werden nach und nach noch einige Extras enthüllt werden und auch einige Social-Quests sorgen für mehr Spielinhalte. Hier müsst ihr einfach selbst im Verlauf der Kampagne schauen, was noch alles enthüllt wird.

Da das Spiel später auch normal im Handel erhältlich sein wird, ist hier nichts Kickstarter Exklusiv. Es gibt keine Bling-Bling-Deluxe-Ausgabe oder sonstigen Schnickschnack. Wer also noch abwarten möchte und nicht über die Kickstarter-Plattform gehen möchte, der hat gute Aussichten, AuZtralien im Oktober auf der SPIEL18 zu sehen zu bekommen.

Fazit

AuZtralien ist eine auf den ersten Blick ziemlich wirre Mischung aus verschiedensten Mechanismen und Themen. Spiele, bei denen man aus dem einen oder anderen Grund irgendwo siedelt und dabei in bester Euro-Game Manier Ressourcen sammelt, gibt es haufenweise. Allerdings ist das düstere Setting im fernen Australien schon sehr ungewöhnlich. Der Kampf gegen die großen Alten ist es, das AuZtralien die vermehrte Aufmerksamkeit unter den Brettspielern einbringt und auch uns begeistert.

Spannend finde ich auch den semikooperativen Ansatz. Meine Mitspieler sind nicht unbedingt meine Freunde. Genau genommen, gönne ich ihnen gerade so viele Ressourcen, dass wir am Ende eben nicht alle verlieren. Manchmal kann es also ganz okay sein, wenn eines der Monster die Farm eures Mitspielers zerstört. Besonders in der ersten Hälfte des Spiels ist der Konkurrenzdruck sehr hoch, denn die wertvollen Ressourcen sind Mangelware. Nach den vielen kooperativen Spielen, die bei uns so auf den Tisch kommen, gibt es hier mal ein wenig Abwechslung.

 

Die Kampagne läuft noch bis zum 30. März 2018

Link zur Kampagne von Auztralien bei Kickstarter

Auztralia erscheint bei SchilMil Games – die deutsche Version Auztralien erscheint beim Schwerkraft Verlag

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