Brettspiele bei Kickstarter: RIFTFORCE

Brettspiele bei Kickstarter: RIFTFORCE

Der Gegner dachte, er könne sich im Tal verstecken. Seiner Meinung nach droht ihm dort keine Gefahr. Doch er wiegt sich zu Unrecht in Sicherheit: Durch die Macht meiner Magie kann ich die Pflanzen mobilisieren und ihn genau dorthin bringen, wo ich ihn haben will. Wenn meine Pflanzen das Tal überwuchern, wird er sich mir auf der Ebene stellen müssen. Und dann wird meine Stunde schlagen. Blitz und Donner werden sich zu einem mächtigen Sturm vereinen, in dem ich seine Armee aus untoten Elementaren vernichten werde. Denn meine Gilde soll in Zukunft alleine die Rifts und mit ihr die Riftforce beherrschen können!

Mit RIFTFORCE von 1 More Time Games erscheint ein Erstlings-Kartenspiel auf Kickstarter, bei dem exakt zwei Spieler sich um den Sieg streiten. Natürlich machen sie sich nicht selbst die Hände schmutzig, sondern sie bauen auf die Hilfe ihrer Elementare, um so den Sieg zu erringen. Wie sich das Zwei-Personen-Spiel RIFTFORCE, entwickelt von Carlo Bortolini und illustriert von Miguel Coimbra, spielt, erklären wir euch gerne in unserem Artikel zum Brettspiel, das gerade auf Kickstarter sein Debüt feiert.

Viel Spaß beim Lesen!

Das macht man bei RIFTFORCE

Eigentlich ist RIFTFORCE sehr überschaubar: Zwei Spieler ringen um den Sieg, wer zuerst 12 Riftforce gesammelt hat, leitet das Spielende ein. Um Riftforce zu sammeln, versuche ich Orte zu kontrollieren oder ich vernichte die Elementare meines Gegenspielers.

Zugegeben das hört sich bekannt an. Karten spielen und Punkte sammeln für sich alleine gesehen ist noch keine große Innovation. Auch das magische Thema ist im Brettspiel-Bereich schon das ein oder andere Mal benutzt worden. Doch RIFTFORCE ist eben ein bisschen mehr, als das was man auf den ersten Blick sieht. Das fängt schon beim Setup an. Denn ich spiele nicht wirklich einen Magier, vielmehr spiele ich den Chef einer Gilde und in dieser Gilde gibt es verschiedene magische Beschwörer. Genauer gesagt hat am Anfang jeder Partie jeder Spieler exakt vier Beschwörer in seiner Gilde, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Damit nicht bei jedem Spiel die Spieler die gleichen Beschwörer bekommen, gibt es am Anfang jeder Partie eine Drafting-Phase, in der wir unsere Gilde aufbauen und uns unsere Beschwörer zusammensuchen.

Doch die Beschwörer sind nur ein Teil: Mit Hilfe ihrer asymmetrischen Fähigkeiten, heißt es das Spiel zu meistern. Und um es zu meistern, braucht es auch noch ein paar Handlager. Bei RIFTFORCE sind es die Elementare, die unsere Beschwörer – wer hätte es gedacht – beschwören. Diese sind recht schlicht gehalten. Eine Illustration und eine Zahl ist alles was ein Elementar ausmacht. Aber mehr braucht es auch nicht, denn die Zahl gibt eigentlich nur an, wie viel Leben unser Elementar hat. Und hier gilt ganz klassisch: Hat ein Elementar irgendwann so viel Schaden auf sich, wie es Leben hat, ist es besiegt. Jedes besiegte gegnerische Elementar gibt euch Riftforce. Und das Besiegen dieser Gegenspieler bringt euch am schnellsten eurem Sieg entgegen. Eine andere Möglichkeit an Riftforce zu kommen, ist die Kontrolle eines Ortes. Seid ihr der einzige Spieler der einen von fünf Orten kontrolliert, bringt euch dies ebenfalls eurem Sieg näher.

RIFTFORCE im Detail

Das eigentliche Spiel ist recht flott. Wenn ich dran bin, kann ich eine von drei Aktionen ausführen. Ich kann Karten ausspielen, ich kann Karten aktivieren oder ich kann Karten nachziehen. Dann ist mein Zug zu Ende, mein Gegenüber ist mit seinem Zug dran und auch er kann eine der drei Aktionen ausführen.

Das was RIFTFORCE nun anders macht, ist wie Karten ausgespielt oder aktiviert werden können. Ausspielen kann ich immer bis zu drei Karten, doch welche Karten ich ausspiele, das ist die eigentliche Krux. Denn ich kann entweder drei Karten ausspielen, die das gleiche Symbol haben oder ich spiele drei Karten mit unterschiedlichen Symbolen aus, die allerdings die gleiche Zahl haben müssen. Spielen kann ich diese Karten dann an den gleichen Ort oder auch an zueinander angrenzenden Orten. Was ich wann wohin spiele, ist das eigentliche Schlüsselelement in RIFTFORCE. Spiele ich sehr viele Karten einer Gilde aus oder versuche ich mich breit aufzustellen und von jedem Symbol etwas zu kontrollieren. Eine Musterlösung gibt es hier nicht, denn es kommt auf eure Beschwörer an und welche Fähigkeiten diese haben.

Das Aktivieren in RIFTFORCE ist dem Ausspielen nicht unähnlich. Auch hier kann ich wieder drei Karten nutzen. Und diese müssen, wie schon beim Ausspielen, entweder in Symbol oder Zahl übereinstimmen. Allerdings kann ich das nicht ganz so frei wählen, denn ich muss eine Karte von meiner Hand abwerfen, die eben mit Zahl oder Symbol übereinstimmt, welche ich aktivieren möchte. Aktiviere ich nur das Symbol, nutze ich auch nur die Sonderfähigkeit eben jener Gilde. Aber hier gilt auch wieder das asymmetrische Prinzip von RIFTFORCE. Das kann gut sein, um auf einmal viel Schaden zu verursachen, aber es kann auch besser sein, nur die Zahlen zu aktivieren. Denn dadurch kann ich die Fähigkeiten der Gilden miteinander nutzen, um so doch eine auf den ersten Blick aussichtslose Situation umzudrehen.

Als letzte Aktion kann ich und muss ich irgendwann Karten nachziehen, denn automatisch bekomme ich keine Karten auf die Hand. Ich muss einen Zeitpunkt auswählen, an dem ich meine Handkarten wieder auffülle. Vorteil: Wähle ich diese Aktion, bekomme ich nicht nur wieder Karten auf die Hand, sondern ich bekomme auch noch extra Riftforce für jeden Ort, an dem ich der einzige bin, der dort Elementare hat.

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Die Kampagne ist sehr übersichtlich gestaltet. Es gibt nur zwei Pledges aus denen ihr wählen könnt. Für 25,- Euro bekommt ihr einmal das Grundspiel. Wer gleich zwei Spiele sein Eigen nennen will oder eines braucht, das er verschenken möchte, für den wäre die zweite Pledge. Für 45,- Euro bekommt ihr zweimal das Grundspiel. Bei beiden Pledges kommen natürlich noch die Versandkosten hinzu und diese sind erfreulicherweise sehr gering. Mit nur 3,- Euro für die erste Pledge oder 5,- Euro für die zweite Pledge sind diese in einem sehr überschaubaren Rahmen.

Ausgeliefert werden soll das Spiel dann Mai 2021.

Fazit

Es war an einem Dienstagmorgen, als mir Roman, einer der Verlagsinhaber, das Spiel beibrachte. Nach einer kurzen Regelerklärung ging es auch schon los und ich versuchte mich zu behaupten. Wie viel kann man von einer Erstpartie schon erwarten, die man gegen jemand spielt, der das Spiel schon sehr lange begleitet? Wie sich eine knappe halbe Stunde später herausstellte, kann man sehr viel erwarten. Mit 12 zu 13 habe ich zwar verloren, aber ich habe knapp verloren und das obwohl ich laut Roman eine Gilde gewählt hatte, die recht schwer zu spielen ist. Und das Spiel hatte mich auch gleich gepackt. Im Nachhinein ärgerte ich mich über manchen Zug, den ich gemacht habe. Aber ich hatte trotzdem Spaß.

Was mir an RIFTFORCE sehr gut gefällt ist, dass es in seinem ganzen Design hoch asymmetrisch ist und damit auch einen hohen Wiederspielreiz hat. Und diese Asymmetrie ist eben nicht nur am Anfang, wenn ich die Beschwörer aussuche, die auf meiner Seite kämpfen. Sondern sie findet sich auch in meinem Spielzug wieder. Spiele ich nur einen Beschwörer aus oder nutze ich die Synergien meiner anderen Beschwörer? Welche Beschwörer agieren sehr gut miteinander, müssen aber recht schnell am Anfang ausgespielt werden und welche Beschwörer müssen erst einmal eine kritische Masse an Elementaren aufbauen, um ihr Maximum auszuspielen? Auch das Entdecken der Fähigkeiten meiner Beschwörer und ihrem Zusammenspiel macht einen Großteil des Spielspaßes aus.

Die Begrenzung auf exakt zwei Spieler tut dem Spiel gut. Das ständige Hin und Her zwischen den Spielern sorgt dafür, dass sich das Spiel flott anfühlt und eine Down-Time nicht wirklich vorhanden ist. Und wenn man dann unbewusst eine Karte spielt oder aktiviert, die den Gegner zum Fluchen bringt, weiß man, dass das Spiel etwas richtig macht und eine Partie eigentlich keine Partie ist und man gleich noch eine weitere hinten dranhängen möchte.

Ich muss mir natürlich darüber im Klaren sein, dass RIFTFORCE natürlich auch eine Glückskomponente hat. Roman hatte bei unser Erstpartie nur durch Kartenglück den einen Punkt mehr erzielt. Andererseits hätte ich ihn durch das Nachzieh-Glück auch schlagen können. Aber aus meiner Sicht braucht ein Duell-Spiel eben einen gewissen Glücksfaktor, sonst wird es zu mechanisch und damit auch zu emotionslos. Vom Gefühl her finde ich hier den gleichen Glücksfaktor vor, wie bei einem 7 Wonders Duel, denn auch hier ist es eben Glück welche Karten im Laufe des Spieles aufgedeckt werden.  Außerdem ist dieses Kartenglück eine gute Ausrede, wenn man dann doch eine Partie verliert, denn wäre nur diese eine Karte gekommen, dann wäre ja alles anders gelaufen. Und um das zu beweisen, gibt es eigentlich nichts Besseres, als gleich noch eine weitere schnelle Partie zu spielen.


Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 01. Oktober 2020

Link zur Kampagne von RIFTFORCE.

RIFTFORCE erscheint bei 1 More Times Games.


Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

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