Brettspiele bei Kickstarter: Batman: Gotham City Chronicles

Brettspiele bei Kickstarter: Batman: Gotham City Chronicles

Batman: Gotham City ChroniclesDie Nacht ist über Gotham City hereingebrochen. In der Ferne heulen Sirenen durch die Straßen. Die Polizei ist in dieser abgelegenen Gegend am Hafen aber eher selten zu sehen, erst Recht nach Anbruch der Dunkelheit. Lautlos huscht ein Schatten über das Dach der Lagerhalle. Der Wachmann vor dem Eingang scheint trotzdem etwas mitbekommen zu haben. Nervös hebt er sein Funkgerät an den Mund: “Ich glaube wir haben Besuch.” Das Funkgerät zerspringt in tausend Teile, als sich ein Batarang surrend in die Wand des Lagerhauses bohrt. Der Wachmann kann nicht mal mehr reagieren, als eine dunkle Gestalt vom Dach direkt auf ihn fällt und ihn zu Boden drückt. Gerade als sich die Gestalt erhebt, näherte sich ein dunkel gekleideter Mann im Cape der Tür. Catwoman setzt ein schiefes Grinsen auf. “Hallo Batman, ich dachte schon du kommst gar nicht mehr. Ich hab uns schon mal angekündigt.”

Nach den erfolgreichen Kampagnen zu Conan und Mythic Battles:Pantheon widmet sich Monolith nun dem dunklen Rächer. Mit der Lizenz von DC sollen sich nach dem Willen von Designer Frédéric Henry in Gotham City Batman und seine Verbündeten mit Schurken und deren Handlangern prügeln. Batman: Gotham City Chronicles wird exklusiv auf Kickstarter angeboten. Was das Spiel von seinem Vorgänger Conan unterscheidet und was wir von der Kampagne halten, erfahrt ihr in unserem Kickstarter Preview.

Das macht ihr bei Batman: Gotham City Chronicles

Batman Boardgame SetupDas grundlegende Spielprinzip von Batman basiert auf dem sehr erfolgreichen Conan Brettspiel, das Monolith 2015 über Kickstarter finanzierte. Wer hieran gefallen gefunden hat, der wird auch bei Batman nicht enttäuscht werden. Hier und da gab es ein paar Verbesserungen, aber das Prinzip des Ressourcenmanagements, das beim Ausführen der Aktionen bewältigt werden muss und der Overlord-Spieler bleiben. Batman: Gotham City Chronicles ist dabei ein Spiel für zwei bis 5 Spieler, bei dem ein Spieler den Schurken mit seinen Handlangern spielt, während die anderen Spieler ein Team aus Helden kontrollieren, das Gotham vor dem Schurken-Abschaum beschützen will.

Helden 2.0 – Jetzt auch mit eingebauter Unsterblichkeit

Batman Spieler TableauDas Kernstück des Spiels sind die Helden-Tableaus und Energie Kristalle, mit denen ihr eure Fähigkeiten aktiviert und boosted. So können z.B. Kristalle für einen Nahkampfangriff in Würfel umgetauscht. Da die Helden unterschiedliche Fähigkeiten haben und Batman z.B. eine heftigere Kelle im Nahkampf schwingt als Catwoman, gibt es unterschiedlich starke Würfel von Gelb über Orange bis zu den stärksten roten Würfeln. Hast du Kristalle genutzt, werden sie in die Erschöpfungs-Zone gelegt und stehen zunächst nicht zur Verfügung. Grundsätzlich kann ein Spieler entscheiden, ob seine Figur während einer Runde aktiv ist oder sich ausruht. Werden aktiv Aktionen ausgeführt, so regenerieren sich lediglich zwei Kristalle. Verzichtet der Spieler auf Aktionen und lässt seinen Helden ausruhen, regenerieren sich fünf Kristalle. Je mehr Aktionen ein Held also während einer Runde ausführt, desto erschöpfer ist er danach.

Das ist unter anderem wichtig, da es auch noch die Wunden-Zone gibt. Wird ein Held verletzt, werden Kristalle aus der Erschöpfungszone in die Wunden-Zone verschoben. Von hier regenerieren sich die Kristalle erst, wenn noch Regenerationspunkte übrig sind und sich keine Kristalle in der Erschöpfungszone befinden. So kann es mit der Zeit sehr schwer werden, genügend Kristalle für Aktionen zur Verfügung zu haben. Sind alle Kristalle in der Wunden-Zone, ist der Held ausgeknockt und muss regenerieren, bevor er wieder aktiv am Spiel teilnehmen kann. Das war bei Conan noch anders, denn hier konnten die Heldenfiguren auch sterben. Aber Helden sterben ja nicht und Comic-Helden gleich zweimal nicht.

Der Overlord – eigene Ziele zum Erfolg

Batman Command BoardDer Bösewicht hat, wie bereits bei Conan, ein Command-Board, auf dem die verfügbaren Einheiten aufgereiht sind. Einheiten, die weiter links liegen, sind dabei günstiger, wenn sie ins Spiel gebracht werden. Nach rechts hin wird es immer teurer. Jede gekaufte Einheit wird anschließend wieder ganz rechts angelegt, so dass die anderen Einheiten nach links aufrücken und so wieder günstiger werden. Denn auch der Spieler des Bösen muss mit seinen Kristallen haushalten, die ebenfalls nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen und zunächst in die Erschöpfungszone gelangen.

Eine weitere Neuerung zum Conan Overlord-Board sind die direkte Lebenspunktanzeige für die wichtigsten Bösewicht auf dem Command-Board. Einige Fähigkeiten und Komponenten können außerdem je nach Szenario ausgetauscht werden. Die Reihenfolge der Schurken und Handlanger zu Beginn einer Runde wird über das Szenario gesteuer.

Neu ist auch, dass der Spieler der Schurken eine eigene Siegbedingung hat, die über das stupide Vernichten aller Helden hinaus geht. So müssen z.B. nach Ablauf der vorgegebenen Runden eine bestimmte Anzahl an Bomben scharf gemacht sein, um das Beispielszenario zu gewinnen. Das bringt für den Schurken-Spieler deutlich mehr Abwechslung.

So bewegen sich Helden und Schurken über das Board, versuchen die Pläne des jeweils anderen zu vereiteln und die eigenen Ziele für das Szenario zu erfüllen. Hier spielt das Gelände eine größere Rolle, da es höher gelegene und niedrigere Zonen gibt. Für das Klettern braucht man mehr Bewegungspunkte, als wenn man sich auf einer Ebene bewegt. Wer einfach runterspringt muss Schaden in Kauf nehmen.

Insgesamt hat man sich bei Batman: Gotham City Chronicles stark an den Comics orientiert und ikonische Helden und Schurken in das Spiel integriert. Auch die Zusammenstellung der einzelnen Szenarien orientiert sich stark an der Handlung der Comicreihe und hier vor allem an den Batman: Hush Heften von Jim Lee. Fans des Batman-Universums sollen hier voll auf ihre Kosten kommen.Batman: Gotham City Chronicles Miniaturen

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Grundsätzlich gibt es bei Batman: Gotham City Chronicles zwei verschiedene Pledges. Ihr könnt das Basisspiel inklusive Stretchgoals für 140 $ unterstützen oder aber für 320 $ All In gehen und alle Erweiterungsboxen dazu bekommen. Für Versand kommen nochmal 20 bis 25 $ hinzu. Das Grundspiel besteht bereits aus zwei Boxen mit Helden und Schurken, in denen bereits über 70 Miniaturen ohne später hinzukommende Stretchgoals enthalten sind. Die Erweiterungen Wayne Manor, Arkham Asylum, das Batmobil und die 1vs1 Erweiterung werden auch jeweils einzeln über den Pledge Manager zu bekommen sein.

Batman ErweiterungenWayne Manor und Arkham Asylum bringen für jeweils 55 $ neue Szenarien, neue Miniaturen und auch neue Geländeteile hinzu. Der 1vs1 Modus mit einem zusätzlichen Comando-Board schlägt einzeln mit 35$ zu buche. Und wer das ultra coole Batmobil inklusive neuen Regel und Szenarien sein eigenen nennen möchte, der muss dafür ebenfalls 35 $ einrechnen. All-In ist also in Summe genauso teuer, ABER ihr bekommt hier einen (!) Satz Würfel kostenlos (!) dazu.

Beim Erreichen von 2000 deutschsprachigen Unterstützern wird es außerdem die Regeln auch in deutscher Sprache geben. Das Spielmaterial selbst ist relativ sprachneutral.

Schon kurz nach dem Start der Kampagne waren die ersten Stretchgoals in Form von weiteren Schurken erreicht. Bereits am ersten Tag wurde das doppelte des Mindestbetrags eingenommen, so dass hier noch einiges zu erwarten ist. Monolith hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in Sachen Stretchgoals einiges bieten und so am Ende viel zusätzlicher Content zusammenkommt.

Fazit

Zunächst möchte ich ein paar Worte über “Kickstarter Exklusiv” verlieren, da sich ja bereits bei HATE verschiedene Personen über dieses Vorgehen von “großen” Verlagen aufgeregt haben. Ich halte die Erklärung von Monolith für nachvollziehbar. Mit Conan haben sie den Versuch gewagt, eines ihrer Spiele in den normalen Handel zu bringen. Aber hier mussten an einigen Stellen Abstriche gemacht werden. Beim Betrag, den Monolith unterm Strich pro Spiel bekommen hat, wurde so weit eingekürzt, dass am Ende nach eigenen Angaben kein Gewinn mehr übrig blieb. Diese Kürzungen mussten vorgenommen werden, damit der Verkaufspreis niedrig genug geblieben ist, um für den Einzelhandel überhaupt attraktiv zu sein. Da ist es für mich kein Wunder, dass sie bei Batman: Gotham City Chronicles und wohl auch in Zukunft auf diesen Vertriebskanal verzichten. Denn jeder Verlag muss schließlich wirtschaftlich handeln und nicht aus reiner Menschenliebe.

The Good, the Bad and the Batman

Gut finde ich, dass man sich Gedanken über die Schwächen von Conan gemacht hat und nun versucht hat, entgegenzuwirken. Auch die Komponenten wirken durchdachter. Das Spieler-Board ist in zwei Schichten aufgebaut, so dass die Kristalle nicht so leicht verrutschen können – Terraforming Mars lässt grüßen. Insgesamt sind die Fähigkeiten der Helden mehr vereinheitlicht und weniger verwirrend. Auch dass es keine dauerhafte Eliminierung von Heldencharakteren gibt, halte ich für eine sinnvolle Änderung. Wer sich das Regelheft vorab ansehen möchte, um den Umfang der Änderungen zu beurteilen, der muss jedoch noch zwei Wochen warten, da es im Moment noch nicht verfügbar ist.

Schade ist jedoch, dass der beworbene 1vs1 Modus für Batman: Gotham City Chronicles, der eher in Richtung Skirmish geht, nicht Teil des Grundspiels ist. Wer nicht All-In gehen möchte, muss hierfür nochmal 35 $ extra einkalkulieren. Ansonsten ist es wie bei Conan natürlich auch ohne die Erweiterung möglich zu zweit zu spielen, dann allerdings nach den normalen Regeln. Und meine Güte – All-In ist mit 320 $ schon eine Hausnummer.  Hier finde ich es schade, dass es für die Unterstützer, die sich bereits jetzt für All-In entschieden haben, nicht doch noch einen kleinen monetären Rabatt gibt. Eine Packung Würfel (VK 15$), die es nicht unbedingt braucht und keinen Mehrwert für das Spiel bieten sind da etwas unterwältigend.

Über die aktuelle Kickstarter Kamapgne hinaus

Erwähnenswert ist noch, dass bereits jetzt über einen Second-Print nachgedacht wird – vermutlich mit neuen Erweiterungen. An weiteren Inhalten scheint also kein Mangel zu herrschen. Auch wurde angesprochen, dass Conan von den Regelüberarbeitungen profitieren soll. Ob das mit einer weiteren Kickstarter-Kampagne einher geht, ist noch nicht klar. Das wäre dann bereits die dritte Version des Conan-Regelwerks, das in seiner ersten Version mehr Lücken aufwies, als ein Schweizer-Käse.

 

Die Kampagne läuft noch bis zum 31. März 2018

Link zur Kampagne von Batman: Gotham City Chonicles bei Kickstarter

Batman: Gotham City Chronicles erscheint bei Monolith

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