Libertalia Brettspiel Review

Libertalia: Auf den Winden von Galecrest

Brettspiel: Libertalia - CoverTag 1: Libertalia liegt nun schon weit hinter uns. Als die Sonne am frühen Morgen gerade ihre Strahlen ausschickte, beschloss unser Admiral aufzubrechen. Die Winde schienen günstig, unser Luftschiff weit voranzubringen. So schnell wir auch vorankamen, so ereignislos war auch der erste Tag.
Tag 12: Zur Mittagszeit erreichten wir eine unbekannte Insel. Sogleich wurde die Mannschaft auf die Insel geschickt, um Vorräte aufzufüllen und die Insel zu erkunden.
Tag 13: Irgendwas scheint mit der Insel nicht zu stimmen, die ersten Stimmen sprechen von einem Fluch und einige möchten wieder zurück nach Libertalia.
Tag 14:…. 

YoHo, Piraten und Luftschiffe, das verspricht Libertalia: Auf den Winden von Galecrest. Doch wie viel Luftschiff und wie viel Pirat ist wirklich in diesem nicht ganz so neuen Brettspiel von Paolo Mori aus dem Verlag Stonemaier Games, welches auf Deutsch bei Feuerland Spiele erschienen ist? Wir haben unser eigenes Luftschiff aus der Mottenkiste geholt und uns in luftige Höhen begeben, um das neue/ alte Brettspiel auf Herz und Nieren bzw. Segel und Mannschaft zu prüfen.

Viel Spaß beim Lesen!

Libertalia – immer ne Handbreit Luft unterm Kiel

Libertalia: Auf den Winden von Galecrest ist eigentlich kein neues Brettspiel. Das Original Libertalia erschien gut zehn Jahre zuvor. Aber trotzdem folgt das Brettspiel dem Trend der Neuauflagen. Wie auch schon Great Western Trail oder auch Imperial Settlers nimmt man ein bestehendes Brettspiel und passt es an. Man verbessert ein paar kleine Sachen und macht es einfach runder und spielbarer. Nun könnte ich genau auf diese Kleinigkeiten eingehen und erklären, wo sich Libertalia: Auf den Winden von Galecrest von Libertalia unterscheidet. Da ich das Original aber leider nie gespielt habe, ist mein Fazit zu den Änderungen recht kurz. Anderes Cover und anderer Verlag fertig!

Allerdings bin ich durch das Nicht-Kennen vom Vorgänger auch befreit von irgendwelchen Einschränkungen, Vorurteilen und Befürchtungen. Ich bin also ein unbeschriebenes Libertalia-Blatt.

Und für alle diejenigen, die wie ich nicht wissen, um was es eigentlich geht, kommt hier eine schnelle Zusammenfassung über das Brettspiel.

Libertalia Auf den Winden von Galecrest Brettspiel

Schnell erklärt und schnell gespielt

Jeder am Tisch bekommt am Anfang einer jeden Runde erst einmal die gleichen zufälligen Crew-Karten und diese spielt ihr dann verdeckt aus. Je nachdem welchen Initiativewert diese haben, kommen sie mit ihren Aktionen früher oder später dran. Dadurch kann es passieren, dass einige Charaktere auch gar nicht drankommen, weil sie durch andere Aktionen schon aus dem Spiel gekickt wurden. Ihr versteht das Prinzip, oder? Auch Oriflamme hatte ein ähnliches Konzept.

Am Ende des Tages, denn gespielt wird immer über eine bestimmte Anzahl an Tagen, kommen die ausgespielten Charaktere zurück an Bord und können da auch wieder Aktionen triggern oder werden dort erst so richtig stark. Denn schlussendlich geht es, wie bei Piraten eben üblich, nur darum, Schätze und Gold zu sammeln. Wer nach drei Runden, mit bis zu sechs Tagen, das meiste davon in seiner Schatzkiste horten konnte, ist vielleicht nicht der beste Pirat, aber der Reichste auf alle Fälle und damit dann doch wieder der Beste.

Das Interessante und Unterhaltsame ist, dass ich in einer Runde nicht alle meine Karten ausspiele und trotzdem jede Runde neue Karten dazubekomme. Und auch hier gilt wieder: Alle bekommen immer die gleichen Karten. Und so beginnt die amüsante Grübelei am Tisch. Ich weiß ja, dass mein Gegenüber noch genau diese Karte auf der Hand hat, die meiner Karte gefährlich werden könnte. Denn ich habe diese Karte ja genau vor 2 Tagen ausgespielt in einer früheren Runde. Und natürlich weiß ich auch, dass mein Gegenüber ja auch weiß, welche Karten ich auf der Hand habe, die meinen Plan, an Schätze und Dublonen zu kommen, optimal machen.

Libertalia Auf den Winden von Galecrest Initiative

Am Ende ist es natürlich immer anders, als man denkt und so gewinnt dann doch ein anderer, weil der oder die genau die Karte ausspielt, mit der keiner am Tisch gerechnet hat. Ein wundervoller chaotischer Spaß, der aber – und das ist das Schöne daran – immer noch eine gewisse taktische Note besitzt. Ich bin meinen Karten nicht ganz so ausgeliefert, wie es vielleicht auf den ersten Blick aussieht.

Und da es eben nicht nur um die ausgespielten Karten geht, sondern auch um die Schätze, die ich von der Insel klauben kann, muss ich auch hier schauen, wem schnappe ich welchen Schatz weg und welcher Schatz bringt mir noch mal am Ende des Tages ordentlich Dublonen ein. Und ihr erratet es natürlich, auch das hängt wieder von den Karten ab. Denn je später eine Karte mit ihrer Initiative dran ist, desto eher hat sie die Möglichkeit, sich einen Schatz zu schnappen.

Oh Libertalia, Stadt der freien Piraten!

Libertalia: Auf den Winden von Galecrest macht mir einfach Spaß. Es ist diese Mischung aus Taktik, Glück und ganz viel Trash-Talk am Tisch, die jede Partie mit sich bringt. Dazu kommen noch die coolen Illustrationen auf den Karten. Hier geht Libertalia: Auf den Winden von Galecrest einen leicht anderen Weg als sein Vorgänger. Damals ging es nur um raubeinige Piraten, die natürlich auch entsprechend rau in Szene gesetzt wurden.

In der Neuauflage haben wir es mit anthropomorphen Charakteren zu tun, also Tieren, die menschenähnlich sind. Und das ist auch gut so: Zum einen finde ich die neuen Illustrationen mit dem geänderten Karten-Design nicht nur besser, da sie auch deutlich mehr Platz auf der Karte einnehmen. Es sorgt auch dafür, dass sich Libertalia: Auf den Winden von Galecrest optisch wirklich von seinem Vorgänger unterscheiden lässt.

Libertalia Auf den Winden von Galecrest Charaktere

So stellt sich für mich eigentlich nur die Frage, muss ich irgendwann mal mein Nicht-Wissen über den Vorgänger nachholen? Hier bleibe ich bei einem klaren Nein. Denn für mich ist Libertalia: Auf den Winden von Galecrest genau richtig. Und wenn ich dem durchgängigen Tenor im Netz Glauben schenken darf, ist es auch das bessere Libertalia. Puh, Glück gehabt.

Für mich ist, neben dem Spaß, den ich habe, wenn ich das Spiel spiele, das Wichtigste an Libertalia: Auf den Winden von Galecrest, die Tatsache, dass es eine Weiterentwicklung ist. Für mich zeigt sich hier, wie gut es sein kann, ein Spiel wieder auf den Markt zu bringen, damit auch neue alte Hasen in den Spielgenuss kommen und dabei vielleicht auch die ein oder andere spielerische Schwäche auszuhebeln.

Also auf Leute, strafft die Segel und fangt an eine Partie Libertalia: Auf den Winden von Galecrest zu spielen. Ich bin auf alle Fälle ein Fan von diesem Spiel.

Libertalia Auf den Winden von Galecrest Box


Euer Rating zu Libertalia: Auf den Winden von Galecrest


Duelliert ihr euch gerne am Spieltisch?

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Libertalia: Auf den Winden von Galecrest ist bei Feuerland Spiele erschienen.

Libertalia: Winds of Galecrest (2022)
Spieler:
1 - 6
Dauer:
45 - 60 Min
Alter:
14+
BGG Rating:
7.6
Verlag:
Feuerland Spiele, Stonemaier Games
BGG:

Für die Review stand uns ein kostenfreies Review-Exemplar zur Verfügung.

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