Crowdfunding Fundus Juli 2019: Aktuelle Projekte bei Kickstarter

Crowdfunding Fundus Juli 2019: Aktuelle Projekte bei Kickstarter

Auch im Juli wird es heiß und auf Kickstarter wird es etwas ruhiger. Aber auch Anfang diesen Monats stellen wir euch wieder ein paar Kickstarter Kampagnen für Brettspiele vor. Diesmal sind sogar einige richtige Hypes dabei. Lasst euch überraschen:

In der Spieleschmiede findet sich aktuell eine Kampagne für The Few and Cursed, das wir euch im Crowdfunding Fundus für Juni vorgestellt hatten. Die Finanzierung ist gerade erst gestartet und läuft noch bis zum 08. August. Werft also ruhig nochmal einen Blick auf diese spannende Brettspiel-Umsetzung des Indi-Comics von Felipe Cagno und Fabiano Neves. Nicht mehr ganz so lange, nämlich bis zum 25. Juli läuft die Kampagne für Rick und Morty: 100 Tage. Hier wird dir nicht weniger als das beste Rick & Morty Spiel ever versprochen. Ursprünglich beim spanischen Verlag Crazy Pawn Games erschienen, sollen die interdimensionalen Eskapaden nun auch bei Fun Bot auf Deutsch erscheinen. Jeder Spieler steuert sein eigenes Rock & Morty Team zwischen sechs verschiedenen Dimensionen hin und her. Dabei sammelt ihr wertvolle Ressourcen und sammelt Verbündete, die euch Abenteuerpunkte einbringen. Und Abenteuerpunkte wollte natürlich jeder schonmal gerne haben. Noch besser als Dimensionen zu bereisen ist es natürlich, diese zu schließen. Das kostet zwar Ressourcen, bringt aber – ihr habt es bestimmt erraten – Abenteuerpunte. Das Spiel soll in der Spieleschmiede 20,- EUR kosten und ist angeblich nicht nur für Fans geeignet.

Auf Kickstarter ist die Anzahl interessanter Kampagnen für Brettspiele nochmal weiter zurückgegangen. Kein Wunder, denn die Jahreszeit macht es einem wirklich schwer, sich auf Brettspiele zu konzentrieren und an die kommende dunkle Jahreszeit zu denken. Wir haben trotzdem keinen Schweiß und Mühen gescheut, um euch hier wieder vier Kickstarter-Brettspiele vorzustellen, die derzeit nach Unterstützern suchen:

Pangea

Pangea Brettspiel CoverDas Brettspiel Pangea von Aleksander Jagodziński erscheint bei RedImp Games und widmet sich einem aktuellen Thema mit einem nicht so aktuellen Setting. Uns steht auf der Erde das sechste Massensterben von Arten bevor. Fridays for Future scheinen nicht gefruchtet zu haben. Aber jetzt soll die Wissenschaft helfen, denn als Wissenschaftler simulieren wir die Zustände vor rund 252 Millionen Jahren, am Übergang vom Perm zur Trias. Auf dem Superkontinent Pangea steht eines der großen Massensterben kurz bevor. Jeder der maximal 4 Spieler übernimmt die Kontrolle über einen Stammbaum von Tieren, wie zum Beispiel die Wirbellosen, Synapsiedne oder Amphibien. Mit diesen Tieren versucht er nun weite Gebiete Pangeas zu besiedeln, wobei evolutionäre Anpassungen immer mal wieder notwendig werden. Um Area-Control geht es also hauptsächlich bei Pangea, oder?

Nun steht aber die Auslöschung von 90% aller Spezies bereits fest, unbekannt ist jedoch, welche Art von apokalyptischem Ereignis uns bevorsteht. Wir versuchen also entweder durch große Dominanz auf Pangea mittels schierer Omnipräsenz zu überleben. Oder wir finden heraus, was das für ein Ereignis sein könnte und versuchen uns davon fern zu halten. Die verschiedensten Katastrophen und mögliche Orte, an denen sie stattfinden, werden zu Beginn einer Partie verdeckt gezogen. Mit Fortschritt auf dem Instinkt-Track bekommt ihr Hinweise auf Ort und Art der Katastrophe. Der Erfolg eurer Nachforschungen und das Überleben eurer Tiere hängt auch entscheidend davon ab, was eure Mitspieler tun. Nahrung kann knapp werden oder Anforderungen ändern sich, ihr müsst sicherstellen, dass eure Tiere irgendwie überleben, denn ansonsten habt ihr sofort verloren, wenn die Katastrophe eintritt.

Bei den Stretchgoals gab es bereits eine Reihe von Qualitäts-Upgrades für Karten, Tableaus und Marker. Auch neue Karten für Events sind hinzugekommen. In den ersten 24 bzw. 48 Stunden gab es vergünstigte Early Bird Angebote für Unterstützer der Kampagne, die jetzt aber allerdings abgelaufen sind. Für ein Pangea Standard-Spiel inklusive aller Stretchgoals müsst ihr mit ca. 49,- EUR rechnen. Die Deluxe-Ausgabe kostet ca. 94,- EUR. Hier sind dann die meisten Tokens als kleine Plastikminiaturen gestaltet, Ihr bekommt einen besonderen Doom-Marker und einen Stoffbeutel. Für ein einzelnes Spiel kommen nochmal ca. 13,30 EUR Versandkosten obendrauf. Eure Forschungsarbeit auf Pangea kann voraussichtlich im April 2020 beginnen, wenn ihr die Kampagne unterstützt.

Pangea bei Kickstarter – Die Kampagne läuft noch bis zum 15. Juli 2019

Soviet Kitchen Unleashed

Soviet Kitchen UnleashedIm Krieg ist es nicht immer einfach, an verdaubares Essen zu gelangen. Erst recht nicht im Nachkriegs-Russland. Ihr seid aber ein kreativer und begnadeter Koch, der noch aus jeder noch so abstrusen Zutat ein Gericht zaubert, von dem eure Gäste sonst nur träumen. Und das verstrahlte Leuchten kommt von innen, weil es so gut geschmeckt hat, nicht von den Zutaten, die ihr benutzt habt. Soviet Kitchen ist ein kooperatives Kartenspiel von Andreas Wilde, das er in seinem Verlag HYBR herausbringt. Der Verlag hat sich auf die Fahne geschrieben, Spiele mittels Apps auf das nächste Level zu bringen, die nicht nur ein nettes Gimmick sind.

Auch Soviet Kitchen nutzt eine App. Sie zeigt euch, was eure Gäste bestellen. Mit euren Karten müsst ihr nun etwas passendes zusammenmischen. Und mischen ist hier wörtlich gemeint. Jede Zutatenkarte auf eurer Hand hat eine Farbe und durch das Kombinieren verschiedener Farben, müsst ihr der gewünschten Farbe des Essens möglichst nahe kommen. Ihr dürft euch dabei über die Farben auf euren Karten unterhalten und beraten, was sich am besten eignet, euch die Karten aber nie zeigen. Wenn ihr entschieden habt, was heute im ebenfalls in der App ingetrierten Fleischwolf landen soll, scannt ihr den QR-Code auf euren Karten ein und die App gibt euch euer Ergebnis aus. Das wäre ja fast schon zu einfach, wenn nicht einige eurer Zutaten ziemlich giftig wären. Granaten oder verstrahlte Eichhörnchen sind eben schwer verdaulich, man nimmt eben was man kann. Ihr müsst also auch noch aufpassen, eure Gäste nicht umzubringen.

Als weiteren Bonus obendrauf, hat Soviet Kitchen auch noch einen Missions-Modus, der euch zusätzlich zu eurem Start-Deck weitere Karten freischaltet. Seid ihr am Anfang nur ein popeliger Feldkoch, könnt ihr in den Missionen zum Koch für die Moskauer High-Society aufsteigen. Dazu müsst ihr allerdings vorher genügend Geld eingenommen haben. Auch die Missionen werden natürlich über die App gesteuert.

Soviet Kitchen ist ein wirklich spaßig anmutendes kooperatives Kartenspiel von einem jungen deutschen Autor. Das etwas durchgeknallte Thema hat seinen Charme, ist aber nichts für Spieler mit Beeinträchtigung in der Farbwahrnehmung. Das Kartenspiel kostet 17,- EUR und es ist ein Essen-Pickup am Stand von HYBR in der Kampagne wählbar. Entsprechend wird Soviet Kitchen auch bereits im Oktober 2019 verfügbar sein. Aber auch der Versand zu euch nachhause in Höhe von 3,- EUR kostet nicht die Welt.

Soviet Kitchen Unleashed bei Kickstarter – Die Kampagne läuft noch bis zum 23. Juli 2019

Middara: Unintentional Malum

Middara: Unintentional MalumFast sah es so aus, als würde das 2015 erfolgreich finanzierte Brettspiel Middara von Succubus Publishing und dem Autoren-Team Clayton Helme, Brooklynn Lundberg, Brennon Moncur und Ian Tate nie ausgeliefert werden. Zum Glück haben mittlerweile die Unterstützer ihre Spiele erhalten, es ist also Zeit für eine weitere Kampagne. Und mit über 9000 weiteren Unterstützern ist Middara: Unintentional Malum ein echter Hit auf Kickstarter. Aber was ist Middara eigentlich?

Die Welt Middara ist eng mit unserer eigenen Erde verknüpft. Jeder Mensch, der dorthin gelangt, hat ein eigenes Middara-Ich, was sich in Form von Hörnern, einem Schwanz oder Flügeln äußern kann. Die enge Verbindung mit unserer heutigen Zeit sieht man in vielen Anspielungen und Slang-Ausdrücken. Insgesamt ist das Spiel inklusive seiner Illustrationen sehr stark an JRPGs angelehnt. Prinzipiell gibt es kaum Einschränkungen, was ihr mit eurem Charakter machen könnt oder in welche Richtung ihr diesen im Laufe der Kampagne entwickeln könnt. Ihr könnt euren Charakter ganz individuell mit Ausrüstung und Fähigkeiten ausbauen. Das macht Spaß, macht es aber auch kompliziert und braucht sehr viel Platz auf dem Tisch.

Ihr spielt im Idealfall eine durchgehende Kampagne des Dungeon-Crawlers. Hierfür kommt das Spiel mit einem sehr, sehr, sehr, sehr dicken Storybook daher. Hier ist der Aufbau des Spielbretts abgebildet, die Sieg- und Niederlage-Bedingungen sind festgelegt und es gibt Abschnitte für die Beute, die ihr im Dungeon finden könnt oder für Begegnungen, die ihr habt. Diese Informationen sind hinter einem roten Zahlenmeer versteckt und können mittels rotem Dekoder entschlüsselt werden. Das kennt ihr bestimmt aus Kinder-Detektivspielzeug und diversen anderen Spielen. Das ist toll, weil man hier nicht unabsichtlich gespoilert wird. Gleiches gilt für den Aufbau des Spielbretts für das Szenario, denn die weiteren Teile, die eventuell noch angelegt werden, sind in einem anderen Heft abgedruckt und mittels einer Abschnittsnummer gekennzeichnet. Auch hier bekommt man nichts vorschnell zu Gesicht. Apropos Spielplanteile: Die sind quadratisch und sehr stimmungsvoll mit UV-Lack behandelt, um bestimmte Stellen hervorzuheben. Wasser oder Edelsteine z.B. glänzen und leuchten dadurch mehr, als der Rest der Teile. Nach einem Szenario geht es je nach Ausgang unterschiedlich mit der Geschichte weiter. Ihr wollt übrigens eine Prinzessin von einer unheilbaren Krankheit heilen.

Das Nicht-0815-Setting und die Illustrationen im Manga/Anime Stil gefallen mir echt gut. Scheinbar geht das nicht nur mir so. Middara kommt in drei Akten daher und verspricht 80+ Stunden Spielzeit allein für den ersten Akt. Für Akt zwei und drei kommen jeweils nochmal 40+ Stunden hinzu. Man muss abwägen, ob man bereit ist, diese Zeit zu investieren. Zwar kann Middara auch mit einzelnen Szenarien ohne Story gespielt werden, dass ist aber nicht das, wo das Spiel seine Stärken ausspielen kann. Die wahren Stärken liegen in der absolut freien Charakterentwicklung und der durchgehenden Geschichte. Ähnlich wie Gloomhaven, Kingdom Death Monster oder The 7th Continent braucht es viel Herzblut und Zeit, um dem Spiel gerecht zu werden, man bekommt aber auch ein episches Abenteuer als Belohnung.

Das Grundspiel von Middara kostet in der Kampage ca. 102,- EUR, wenn ihr alle drei Akte unterstützen möchtet, dann schlägt das mit ca. 244,- EUR zu Buche. Zusätzlich gibt es noch einige Promos und zusätzliche Abenteuer. Wer All-In gehen möchte, ist mit ca. 443,- EUR dabei. Versandkosten kommen nochmal oben drauf. Die Auslieferung wird in zwei Wellen stattfinden: Welle 1 ist für den Mai 2020 geplant, Welle 2 für Dezember 2021. Verzögerungen können natürlich immer dazwischen kommen.

Middara: Unintetional Malum bei Kickstarter – Die Kampagne läuft noch bis zum 24. Juli 2019

The Isle of Cats

The Isle of Cats BrettspielKatzen machen im Internet eigentlich alles besser. Zumindest sehen sie ganz niedlich aus, wie sie beim Puzzlespiel The Isle of Cats von Frank West und The City of Games so auf eurem Schiff herumtollen. Richtig gehört, ihr habt ein Schiff und wollt nun mit Fischen so viele seltene Katzen wie möglich von der lange verschollenen Insel retten, denn der böse Lord Vesh hat finstere Pläne mit ihnen. Hier gibt es viele seltene Katzenarten, deren Fang gar nicht mal so einfach ist. Und dann müsst ihr die gefangenen Katzen auch noch passend auf eurem Schiffsdeck einpuzzeln, so dass sie zusammen mit anderen Katzen der gleichen Art liegen können.

Das Brettspiel erinnert stark an andere Puzzle-Spiele mit Tetris-artigen Teilen wie Bärenpark oder die Puzzle-Spiel Reihen von Uwe Rosenberg. Allerdings kommen hier viele Aspekte mit hinzu, die es etwas anspruchsvoller machen. Ihr habt zum einen einen Drafting-Mechanismus für die Karten mit denen ihr Aktionen ausführen könnt oder neue persönliche Aufträge erhaltet. Alle Karten die ihr behaltet kosten euch Fische, die ihr aber auch benötigt, um Katzen zu retten und auf eurem Schiff einzupuzzeln.

Am Spielende erhaltet ihr Punkte für eure persönlichen und die öffentlich ausliegenden Aufträge und für Gruppen von Katzen der gleichen Familie auf eurem Schiff. Minuspunkte gibt es für freie Stellen auf dem Schiff und für sichtbare Ratten. Da im Laufe der Partie immer mehr Auftragskarten hinzukommen, wird es immer schwieriger, diese auch zu erfüllen. Wem das alles zu anstrengend ist, der kann auch in einer Einsteigervariante viele Mechaniken weglassen und mit zwei einfachen Auftragskarten gemütlich vor sich hin puzzeln.

Frank West ist der Autor des hochgelobten The City of Kings, was von der Komplexität aber deutlich über The Isle of Cats liegt. Das Thema mit den sehr schönen Illustrationen macht Lust, hier mal wieder loszupuzzeln. Mit den bereits erreichten Stretchgoals gibt es bereits viele neue Komponenten, unter anderem ganz süße Katzenmeeple. Das Grundspiel für bis zu 4 Spieler kostet ca. 56,- EUR, wer mit bis zu 6 Spielern Katzen retten möchte, der muss die Kampagne mit ca. 78,- EUR unterstützen. Hinzu kommen nochmal ca. 6,- schlanke Euro für den Versand. Ab März 2020 kann es dann endlich los gehen mit eurer Rettungsaktion.

The Isle of Cats bei Kickstarter – Die Kampagne läuft noch bis zum 25. Juli 2019


Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen sowie euch auf unserer laufend aktualisierte Seite über aktuelle Crowdfunding Kampagnen für Brettspiele bei Kickstarter informieren.

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