Brettspiele bei Kickstarter: Paladine des Westfrankenreichs

Brettspiele bei Kickstarter: Paladine des Westfrankenreichs

Paladine des Westfrankenreichs Cover

Die Paladine des Westfrankenreichs haben kaum etwas mit den Paladinen gemein, die man aus einschlägigen Fantasy-Spielen oder Rollenspielen kennt. Sie können weder zaubern noch sind ihre Rüstungen besonders strahlend. Die Paladine, um die es im neuen Brettspiel von S.J. Macdonald und Shem Phillips geht, hatten als Vorbild die treuen Gefolgsleute Karls des Großen und halfen dabei, das Reich und dessen Siedlungen gegen die Sarazenen zu verteidigen. Rüstungen trugen sie dabei natürlich auch, denn im Grunde waren es besonders fähige Ritter. Wir haben uns das Brettspiel, das die beiden Autoren hierzu entwickelt haben, einmal genauer angeschaut.

Ein Teil der geschichtlichen Überlieferungen sind allerdings auch hier nur Fiktion und werden unter anderem im sogenannten Rolandslied besungen. So ganz passen die 12 Paladine Karls des Großen auch nicht in das Westfrankenreich. Sicherlich gab es aber auch zu dieser Zeit noch Ritter, die im Auftrag des Königs unterwegs waren. Etwas geschichtliche Freiheit darf man sich als Spieleautor schließlich auch nehmen. Die künstlerische Freiheit hat sich wieder The Mico genommen, der mittlerweile der Haus-Illustrator im Verlag ist. Er hat wie immer sehr gute Arbeit geleistet und in seinem unverwechselbaren Stil stimmige Illustrationen geschaffen. Einige der Bilder kommen einem nach einigen Spielen sehr vertraut vor. Aber Schluss jetzt mit dem Vorgeplänkel und lasst uns endlich einen Blick auf das Spiel werfen:

Das macht man bei Paladine des Westfrankenreichs

Das Spiel besteht aus einer zentralen Auslage und jeweils einem großen Aktionstableau für jeden Spieler. Damit braucht es wesentlich mehr Platz auf dem Spieltisch, als die Architekten des Westfrankenreichs.

Eine Partie Paladine des Westfrankenreichs wird über sieben Runden gespielt. In jeder Runde zieht ihr drei Paladine von eurem Stapel und sucht euch einen davon aus, den ihr in dieser Runde nutzen möchtet. Einen legt ihr oben auf den Stapel zurück und seid euch so sicher, dass ihr ihn in der nächsten Runde ziehen werdet. Den letzten legt ihr unter den Stapel, so dass er euch vielleicht später im Spiel noch einmal zur Verfügung steht.

Die Paladine unterstützen euch dabei, eure Siedlung aufzubauen. Zum einen geben sie euch jeweils zwei Arbeiter in bestimmten Farben. Sie geben euch einen Bonus auf bestimmte Eigenschaften (Glaube, Stärke und Einfluss), die ihr für einige der Aktionen benötigt. Schließlich verbessert jeder Paladin auch noch eine der möglichen Aktionen. Bei der Wahl eines Paladins legt ihr also bereits in gewisser Weise fest, was ihr in dieser Runde machen möchtet.

Paladine des Westfrankenreichs

In jeder Runde werden außerdem neue Karten in der zentralen Auslage aufgedeckt. Es gibt Tavernen-Karten, von denen sich ebenfalls jeder Spieler eine nimmt, denn auch die geben euch nochmal vier Arbeiter hinzu. Außerdem wird in den ersten drei Runden jeweils eine Auftragskarte des Königs aufgedeckt. Das ist eine der Möglichkeiten, wie ihr an Siegpunkte kommen könnt. In der dritten und jeder weiteren Runde kommen auf dem zentralen Tableau außerdem noch Sonderaktionen hinzu, die aber immer nur für einen der Spieler nutzbar sind. Normalerweise kommt man sich nämlich beim Arbeiter einsetzen nicht so sehr in die Quere.

Kleine Heimatkunde – Das Spieler-Tableau

Habt ihr eure sechs Arbeiter für die Runde zusammen, kann es endlich losgehen. Das Einsetzen der Arbeiter findet hauptsächlich auf dem eigenen Tableau statt und kostet zwischen einem und drei Arbeitern. Grundsätzlich gibt es Felder, auf die jeder x-beliebige Arbeiter gesetzt werden kann. Außerdem gibt es aber noch farbige Felder und dort, ihr ahnt es bereits, könnt ihr nur farbig passende Arbeiter einsetzen (schwarz, grün, blau, rot). Natürlich gibt es auch einen Joker in Form von lila Kriminellen, die einfach alles können. Die haben allerdings den Nachteil, dass sie euch Schuldscheine einbringen können, wenn ihr sie zu häufig nutzt.

Euer Tableau ist grundsätzlich in zwei Abschnitte aufgeteilt. Auf der linken Seite habt ihr vor allem Aktionen, die euch für die Aktionen auf der rechten Seite Vorteile verschaffen. Sie bringen euch keine Siegpunkte, machen euch das Leben aber immer in irgendeiner Form leichter.

Viele Handlungsmöglichkeiten – Die Aktionen

Playerboard linksSo könnt ihr zum Beispiel durch Entwickeln (Develop) einen Arbeiterplatz auf der rechten Seite mit einem Häuschen überbauen und schon kostet die Aktion dort nicht mehr drei Arbeiter, sondern nur noch zwei.

Ihr könnt auch Dorfbewohner rekrutieren (Recruit), die am zentralen Tableau ausliegen. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr setzt einen Arbeiter ein, um einen einmaligen Bonus zu erhalten und den Bewohner dann abzuwerfen oder ihr setzt zwei Arbeiter ein und könnt den Bewohner bei euch ablegen und einen dauerhaften Bonus erhalten.

Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit, an mehr Münzen, Vorräte (die bereits aus Räuber der Nordsee bekannten Provisions) oder kriminelle Helferlein zu gelangen. Beim Beten könnt ihr auch noch einen zuvor belegten Platz auf dem Tableau wieder frei machen und so zweimal in derselben Runde nutzen.

Playerboard rechtsAuf der rechten Seite des Tableaus benötigt ihr für eine Aktion immer drei Arbeiter, es sei denn ihr habt es euch durch ein Häuschen günstiger gemacht. Außerdem ist hier immer eine der Eigenschaften mit der Aktion verknüpft. Eine farbliche Markierung links neben dem Namen der Aktion sagt euch, welche Eigenschaft (z.B. Einfluss) benötigt wird und welche Eigenschaft (z.B. Stärke) dadurch verbessert wird.

Beim Befestigen der eigenen Stadt (Fortify) baut ihr Mauern. Für den ersten Abschnitt eurer Mauer braucht ihr noch keinen Einfluss als Voraussetzung. Je mehr Mauerabschnitte ihr jedoch baut, desto höher ist die Menge an Einfluss, die ihr dafür benötigt. Für den zweiten 1 für den dritten 3 bis zu 9 beim siebten Abschnitt. Für jedes Mauerstück deckt ihr eine Karte vom Mauernstapel auf, die euch eure Belohnung zeigt. Stärke ist immer Teil eurer Belohnung. Es können aber auch Siegpunkte, neue Arbeiter oder Geld winken.

Nach dem gleichen Prinzip könnt ihr Mönche losschicken, um im Umland tätig zu werden und dort den Glauben zu stärken (Commission). Hierfür benötigt ihr Glauben und erhaltet neben anderen Belohnungen auch immer Einfluss. Das Einsetzen eurer Mönche findet auf dem zentralen Spielbrett statt. Hier konkurriert ihr allerdings auch mit euren Mitspielern. Auf den gleichen Feldern könnt ihr statt friedlicher Mönche loszuschicken auch befestigte Garnisonen bauen (Garrison). Hierfür benötigt ihr Stärke und erhaltet Glauben. Mit der Absolution habt ihr die Möglichkeit, durch Einfluss an Glauben zu gelangen.

Die letzten beiden Aktionen beziehen sich auf die ausliegenden Outsiders, das sind Wikinger, Sarazenen oder andere grimmig dreinblickende Zeitgenossen. Hier habt ihr zum einen den Angriff (Attack) als Option, für den ihr Stärke benötigt und Einfluss erhaltet. Als Belohnung bekommt ihr außerdem das oben rechts auf der Karte des Outsiders angegebene Belohnung. Ganz ähnlich wie bei den Dorfbewohnern, könnt ihr den Outsider aber auch dauerhaft als Helfer nutzen, indem ihr ihn mittels Glaubens konvertiert (Convert), wofür ihr einen anhaltenden Bonus sowie Stärke erhaltet.

Punktesalat zum Nachtisch

Nach sieben Runden ist dann also Schluss und ganz typisch für Spiele von Shem Phillips kommt dann erst mal der große Punktesalat. Für das Vorrücken auf den Eigenschafts-Leisten gibt es genauso Punkte wie für die Aufträge auf dem zentralen Tableau. Wenn ihr euch auf eine Aktion besonders konzentriert habt, gibt es auch hier nochmal Boni. Wer beispielsweise alle Häuser der Entwickeln-Aktion gebaut hat, dem winken sechs Punkte. Das gilt so ziemlich für alle der Aktionen, bei denen ihr etwas platziert. Wer dann am meisten Siegpunkte angehäuft hat, ist der aller aller beste und gewinnt die Partie.

Paladine des Westfrankenreichs Wikinger

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Erst einmal können wir euch sagen, was ihr nicht bekommt: Stretchgoals gibt es in dieser Kampagne nämlich keine. Dafür bekommt ihr Promo-Karten in Form von weiteren Karten für Paladine des Westfrankenreichs, aber auch einige Karte für die Architekten des Westfrankenreichs.

Bei der Auswahl des richtigen Pledge-Levels kommt es zunächst darauf an, in welcher Sprache ihr das Brettspiel besitzen möchtet. Neben der Standard-Version auf Englisch werden in der Kampagne auch Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch angeboten. Und natürlich in Zusammenarbeit mit dem Schwerkraft Verlag auch eine Deutsche Version. Für 46,- EUR erhaltet ihr das Spiel, wenn ihr noch keine Metallmünzen aus dem Hause Garphill Games besitzt, könnt ihr auch den Level für 57,- EUR wählen und bekommt diese dann noch dazu. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr die Architekten des Westfrankenreichs nicht euer eigen nennt, bekommt ihr beide Spiele im Bundle für 92,- EUR. Die Versandkosten sind bereits in den genannten Preisen enthalten. Pünktlich zu Weihnachten 2019 solltet ihr die Paladine dann bei euch zuhause willkommen heißen dürfen.

Paladine des Westfrankenreichs Sarazenen

Fazit

Was die Komplexität angeht, haben Shem Phillips und S.J. Macdonald im Vergleich zu den Architekten des Westfrankenreichs nochmal eine ganze Schippe draufgelegt. Alle Aktionen scheinen sehr verzahnt miteinander zu sein. Man muss als Spieler erst mal für sich mit den Synergien der einzelnen Aktionen zurecht kommen. Dafür sind hier durchaus verschiedene Strategien denkbar. Hinzu kommt der Glücksfaktor, welchen Paladin ich wann ziehe und zur Verbesserung von Aktionen sinnvoll nutzen kann. Was hingegen zurückgefahren ist, ist die Spielerinteraktion. Bei den Architekten hatte man noch ein strenges Auge darauf, was die anderen Spieler auf dem Brett mit ihren Arbeitern gemacht haben. Das findet hier kaum statt, da jeder eher mit der Optimierung seines eigenen Tableaus beschäftigt ist. Ich persönlich bin sehr gespannt auf das Spielgefühlt der Paladine. Vermutlich wird es aber ganz anders werden, als bei den Architekten und den anderen Spielen aus dem Hause Garphill Games.

Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 22. März 2019

Link zur Kampagne von Paladine des Westfrankenreichs bei Kickstarter

Paladine des Westfrankenreichs erscheint bei Garphill Games mit der deutschen Ausgabe vom Schwerkraft Verlag.


Wenn ihr immer auf dem Laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.