Brettspiele bei Kickstarter: Cthulhu – Death May Die

Brettspiele bei Kickstarter: Cthulhu – Death May Die

Cthulhu: Death May Die CoverDas riegige Ungetüm schob sich mehr und mehr in unsere Realtität. Ich konnte seinen stinkenden Atem bereits riechen, seine Tentakel förmlich auf meiner Haut spüren. Diese Nacht würde über das Schicksal der Menschheit entscheiden. Unser Sieg war eine Notwendigkeit. Wir würden einen alten Gott bezwingen, wir würden selbst zu Göttern werden! Ja, ich BIN ein GOTT, ein Gott des Feuers und alles um mich herum wird brennen. Die Kultisten würden brennen, der Alte würde brennen, ich selbst würde brennen… Der Tod selbst würde in meinen göttlichen Flammen umkommen.

Rob Daviau und Eric M. Lang haben sich in ihrem neuen Spiel des Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft angenommen. In ihrem Spiel Cthulhu: Death May Die für 1 bis 5 Spieler beweisen sie, dass sogar der Tod sterben kann. Denn die Ermittler können den großen Alten, der durch ein Ritual beschworen wird, nur aufhalten, indem sie ihn töten. Ein Ding der Unmöglichkeit. Aber bis zu diesem Punkt haben eure Charaktere bereits Einiges durchgemacht. Im Grunde haben sie all das getan, was man nicht tun sollte, wenn man seine geistige Gesundheit behalten möchte. Über diesen Punkt sind eure Helden bereits hinaus. Der Wahnsinn hat sie in ihren Klauen und sie sind der Meinung, dass der große Alte ein für alle Mal aufgehalten werden muss. Nur der Tod ist die endgültige Lösung.

Das macht ihr bei Cthulhu: Death May Die

Cthulhu: Death May Die BrettspielIhr schlüpft in die Rolle von Ermittlern, die zu einem Ritual hinzukommen, bei dem Kultisten einen der großen Alten beschwören wollen. Um das Ritual aufzuhalten, ist es bereits zu spät. Daher beschließt ihr, den Alten zu töten, wenn er beschworen wurde. Der Plan ist irrwitzig und verrückt und ihr habt auch noch die Kultisten am Hals, die an dem Ritual beteiligt sind. Ihr müsst zuerst das Ritual unterbrechen, damit der große Alte verwundbar wird und die Kultisten und Monster, die euch im Weg sind, töten.  Daher gliedert sich eine Partie Cthulhu: Death May Die grob in zwei Phasen. In der ersten Phase müsst ihr gegen die Kultisten bestehen und falls ihr bis zum Ende des Rituals überlebt, folgt die zweite Phase, in der ihr gegen den großen Alten selbst bestehen und diesen töten müsst.

Gegen welchen großen Alten ihr antretet, bestimmt ihr selbst. Alles Andere wird durch die Episode bestimmt, die ihr gerade spielt. Dabei soll sich jede Episode komplett unterschiedlich spielen. Alles basiert zwar auf den selben Grundregeln, das Spielgefühl und die Ausgestaltung der Sonderregeln sind jedoch immer anders. Es kommten Mythos- und Entdeckungskarten hinzu, die ebenfalls einzigartig für die gespielte Episode sind. Karten und Monster des großen Alten, den ihr bekämpfen wollte mischen sich dabei mit der Episode, die ihr spielt und erzeugen so ein jeweils anderes Spielgefühl, das eher an eine Fernsehserie erinner soll, als an ein Brettspiel. Die Erfahrung von Rob Daviau sollte hierbei hilfreich sein, auch wenn es sich bei Cthulhu: Death May Die um kein Legacy-Spiel handelt.

Cthulhu: Death May Die ErmittlerDie Ermittler starten bereits mit einer zufälligen Wahnsinnskarte in das Spiel, die beeinflusst, in welcher Art und Weise der Charakter sich spielt. Das kommt daher, dass eure Charaktere nicht neu sind, im Ermittlergeschäft. Sie sind den Kultisten und den großen Alten schon lange auf der Spur und dies ist nun ihr Endkampf, in dem es um Alles oder Nichts geht. Im Laufe einer Partie verliert ihr immer mehr geistige Gesundheit. Der Wahnsinn gewinnt die Oberhand und ihr macht Dinge, die sinnlos, gefährlich und eurer Mission nicht gerade förderlich sind. Allerdings bietet der wachsende Wahnsinn im richtigen Moment auch Chancen, eigentlich übermächtige Gegner bezwingen zu können. Und er ist die einzige Möglichkeit, euren Charakter zu leven und so mächtiger zu werden. Ihr müsst euren Wahnsinn strategisch richtig einsetzen, um überhaut eine Chance zu haben.

In guter alter CMON-Manier könnt ihr in eurer Runde pro Spieler drei Aktionen aus einem Pool möglicher Aktionen wählen: Bewegen, Kämpfen und Erholen. Anschließend sind eure Gegner an der Reihe. Jede Runde wird eine Mythos-Karte gezogen, die sich entweder auf den großen Alten bezieht, der gerade beschworen wird oder die Geschichte der Episode voran bringt. Beides ist schlecht für euch. Natürlich greifen euch in dieser Phase auch Gegner an.

Euer Ziel ist es zu überleben und den großen Alten zu töten, denn nur dann gewinnt ihr das Spiel. Falls ein Ermittler in der ersten Phase stirbt, verliert ihr sofort. Schafft ihr es, das Ritual zu unterbrechen (wofür jedesmal andere Bedingungen erfüllt werden müssen), müssen nicht mehr alle Ermittler überleben. Hier verliert ihr erst dann, wenn alle Ermittler entweder tot oder dem Wahnsinn verfallen sind. Ihr werdet oft verlieren, wenn man Eric M. Lang Glauben schenken kann. Ein Sieg soll sich hierdurch noch epischer anfühlen. Aber seien wir mal ehrlich: Welches Cthulhu-Spiel war jemals leicht?

Das  bekommt ihr bei Kickstarter

Zunächst bietet die Kampagne natürlich das Grundspiel von Cthulhu: Death May Die für ca. 85 EUR an Versandkosten schlagen nochmal mit ca. 25 EUR zu Buche. In allen Pledge-Leveln sind außerdem ein Kickstarter-exklusiver Charakter sowie alle Stretchgoals der Kampagne enthalten. Bei den Stretchgoals handelt es sich hauptsächlich um weitere Ermittler. Vermutlich werden im Laufe der Kampagne aber noch weitere Episoden hinzukommen, wenn sich genügend Unterstützer finden.

Wenn ihr allerdings Lust auf Familiennachwuchs habt, bietet euch CMON die Möglichkeit (passend zum Wahnsinns-Thema) eine “Miniatur” von Cthulhu in der Größe eines menschlichen Babys zu bekommen. Die Miniatur ist das Spielbrett für die Episode R’lyeh Rising, die das Finale der Season darstellen soll. Hierfür müsst ihr je länger die Kampagne läuft jedoch immer tiefer in die Tasche greifen. Gestartet hat das Ganze mit ca. 187 EUR und mittlerweile ist der Preis bei über 200 EUR und wird vermutlich noch weiter steigen. (Ergänzung: Der Pledge-Level ist mittlerweile nicht mehr verfügbar. 1150 Stück wurden über die Kampagne verkauft. Ob dieser zu einem spätere Zeitpunkt erneut erhältlich sein wird, ist uns leider nicht bekannt. Ergänzung 2: Es gibt nun doch wieder eine frei verfügbare Pledge, mit der ihr den Kolloss erhalten könnt. Für 250 $ müsst ihr euch dann allerdings bis April 2020 bis zur Auslieferung gedulden.)

Fazit

Cthulhu: Death May Die WahnsinnDer Wahnsinns-Mechanismus mit den gesteigerten Fähigkeiten erinnert stark an The Others, wo es ebenfalls eine Leiste gab, mit der ihr Fähigkeiten über den Verlust geistiger Gesundheit freischalten konntet. Je mehr man das ausreizt, desto mächtiger werden die Aktionen. Allerdings kann das auch schief gehen, da es euch dem kompletten Verlust eures Verstandes gefährlich nahe bringt. Dieses Press-Your-Luck-Element hat auch schon bei The Others Spaß gemacht.

Alle Inhalte für eine Episode sind in kleinen Boxen und Schächtelchen verstaut. Das zielt natürlich auf die Endeckungsfreude vieler Spieler ab und wurde bereits in vielen Legacy-Spielen in ähnlicher Weise genutzt. Die Inhalte der einzelnen Episoden werden so erst nach und nach entdeckt, inklusive der Miniaturen der großen Alten, die ebenfalls in Boxen verborgen sind.

Alles in Allem klingt Chulhu: Death May Die wie eine Mischung aus The Others und Massive Darkness. Es versucht simpel zu bleiben und trotzdem interessantere Mechaniken zu integrieren. Der Wahnsinns-Mechanismus gepaart mit der Möglichkeit, seinen “Helden” weiter zu leveln machen das Spiel zumindest interessant. Die versprochenen Änderungen je nach Episode, die gespielt wird, machen mich zumindest neugierig. Ich bin gespannt, ob Death May Die diese hohen Erwartungen auch erfüllen kann.

Die Miniaturen überzeugen mich diesmal jedenfalls nicht. Sie bestehen hauptsächlich aus Tentakeln, Knochen und Zähnen und die empfinde ich nicht als sonderlich ansehnlich und machen mir auch keine Lust, sie bemalen zu wollen. Auch hier ist wieder eine starke Ähnlichkeit zu The Others erkennbar. Horror-Fans mögen das anders sehen, aber mich persönlich spricht das kaum an. Selbst die Ermittler sind nicht herausragend, sondern eher Mittelmaß. Falls das eine Homage an den trashigen Charakter des Cthulu-Mythos werden soll, dann hat es zumindest mich nicht überzeugt. Das Artwork widerum finde ich sehr gut gelungen. Es erinnert schon sehr an die Arkham Horror und Eldritch Horror Illustrationen, ist dabei jedoch etwas comichafter gehalten.

Auch die Frage, wozu man einen 57 cm großen Cthulhu braucht, ist mir nicht ganz klar. Offensichtlich erhofft man sich ähnlich großen Enthusiasmus wie bei Kingdom Death Monster. Die ersten 500 Leute haben die entsprechenden Pledge-Level jedenfalls bereits unterstützt. Mir persönlich ist eine einzige Miniatur diesen Preis nicht wert. Ich konnte mir auch keine Verwendungsmöglichkeit außer als Staubfänger oder als Kinderschreck befestigt auf unserem Saugroboter vorstellen.

Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 25. Juli 2018

Link zur Kampagne von Cthulhu: Death May Die bei Kickstarter

Cthulhu: Death May Die erscheint bei CMON


Wenn ihr immer auf dem laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

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