Unsere Brettspiel Awards 2018

Unsere Brettspiel Awards 2018

In unserem Rheingespielt Podcast Folge #010 haben Einige es vermutlich bereits gehört: Wir haben unsere Brettspiel Awards 2018 verliehen. Für alle, die lieber lesen statt hören, hier jetzt nochmal mit Bild und allem drum und dran alle Nominierten und die Gewinner unserer total subjektiven Brettspiel-Preis Verleihung. Die Kategorien sind “DIE Überraschung des Jahres”, “Beste Illustration und Grafik”, “Beste Erweiterung / Teil einer Serie” und “Bestes Spiel”.

DIE Überraschung des Jahres

Wir spielen jedes Jahr sehr viele verschiedene Spiele. Trotzdem gibt es immer wieder Brettspiele, die lassen wir links liegen, weil uns entweder das Thema nicht anspricht oder uns andere vielversprechender erscheinen. Die Nominierten in der Preis-Kategorie “DIE Überraschung des Jahres” für 2018 sind Menara von Oliver Richtberg, das beim Zoch Verlag erschienen ist, Pulsar 2849 von Vladimír Suchý, das bei CGE erschienen ist und in Deutschland von Asmodee vertrieben wird sowie Luxor von Rüdiger Dorn, das bei Queen Games erschienen ist.

Pulsar 2849

Die Überraschung des Jahres - Pulsar 2849Pulsar 2849 stand bereits auf der Liste der Spiele, auf die wir uns zur SPIEL17 am meisten gefreut haben. Dann haben wir es auf der Messe gesehen und die Optik sorgte dafür, dass wir es wieder von der Liste genommen haben. Erst viel später, als wir uns eine geballte Ladung Euro-Games vorgenommen hatten, war auch Pulsar 2849 dabei. Wir waren ab der ersten Partie mehr als begeistert, obwohl die Optik auf den ersten Blick wirklich nicht überzeugt. Aber spielerisch macht Vladimír Suchý hier für uns alles richtig. Es ist eine richtig harte Nuss, bei der viele Wege ans Ziel führen, man jede Runde neu überlegen muss, was die vielversprechendsten Aktionen sein werden und mit einem echtem Punktesalat am Ende. Das es uns so umhaut, hatten wir wirklich nicht mehr erwartet. Daher ist es also unsere Überraschung des Jahres 2018. Lest doch mal in unser Review zu Pulsar 2849 rein und vielleicht lasst ihr euch genauso überraschen.

Beste Illustration und Grafik

Ja, wir lassen uns gerne von der Optik eines Brettspiels überzeugen. Es ist das Erste, was man von einem Spiel wahrnimmt und das Sahnehäubchen auf einem köstlichen Brettspiel. Doch das hört nicht bei der Gestaltung des Schachtelcovers auf. Nominiert haben wir in dieser Kategorie Fairy Tile von  Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert für dessen Gestaltung Miguel Coimbra verantwortlich ist und das bei IELLO erschienen und in Deutschland bei HUCH vertrieben wird. Ebenfalls nominiert ist Everdell von James A. Wilson, dessen Illustrationen von Andrew Bosley stammen und das bei Starling Games erschienen ist. Der letzte Nominierte ist Brass von Martin Wallace in seiner von Gavan Brown und Matt Tolman überarbeiteten Version Birmingham. An der Illustration und grafischen Umsetzung haben Lina Cossette, David Forest und Damien Mammoliti gearbeitet und das Spiel ist bei Roxley Games erschienen.

Brass Birmingham

Beste Illustration und Grafik - Brass BirminghamBrass hat sich knapp vor Everdell durchgesetzt. Sowohl Brass Lancashire, das dem Original-Brettspiel von Martin Wallace entspricht, das in Deutschland unter dem Namen Kohle in den Handel gekommen ist, als auch Brass Birmingham haben beide ein ordentliches Umdesign erfahren. Bereits die Schachtelcover machen deutlich, dass hier ein modernes und thematisches Spiel auf einen wartet. Unserer Meinung nach ist das Cover von Lancashire mit seiner dunklen Farbgebung noch etwas besser gelungen. Aber auch Birmingham weiß hier zu überzeugen. Noch mehr überzeugt haben uns aber die liebevoll und detaillreich gestalteten Spielmaterialen und hier insbesondere der Spielplan. Hier musste Everdell dann einfach den Kürzeren ziehen. Das doppelseitige Spielbrett hat eine Tag- und eine Nachtseite, die beide sehr schön illustriert sind. Unser Favorit ist jedoch die Nachtseite, denn hier leuchten in allen Häusern Lichter, die Stimmung ist insgesamt sehr schön und Laternen bescheinen einzelne Teile des Spielbretts. In puncto optische Gestaltung wollen wir gerne mehr Brettspiele sehen, die so stimmungsvoll und mit einem Auge fürs Detail gestaltet sind, ohne die Spielbarkeit zu beeinflussen. Ein verdienter Sieger in der Kategorie Beste Illustration und Grafik 2018.

Beste Erweiterung / Teil einer Serie

Erweiterungen sind ja so eine Sache. Manche kaufen sie, andere schwören auf das pure Grundspiel. Und dann sind da noch die Spieleserien. Es gibt ganze Reihen von Brettspielen, die eigentlich Ableger oder Neuinterpretationen eines bereits vorhandenen (meist gut verkauften) Brettspiels sind. Beides haben wir in der Kategorie Beste Erweiterung / Teil einer Serie zusammengefasst. Hier haben wir Unlock! Secret Adventures von Thomas Cauët, Lewis Cheshire und Arch Stanton nominiert, das bei den Space Cowboys erschienen ist und in Deutschland von Asmodee vertrieben wird. Auch sehr gut gefallen hat uns Zug um Zug: New York von Alan R. Moon, weshalb auch dieses Spiel auf der Nominierten-Liste gelandet ist. Es ist im Original bei Days of Wonder erschienen und auf Deutsch bei Asmodee erhältlich. Und schließlich wäre da noch T.I.M.E Stories: Estrella Drive von LeDupontesque, das ebenfalls ein Teil einer gut laufenden Brettspiel-Serie der Space Cowboys und auch bei Asmodee auf Deutsch erschienen ist.

T.I.M.E Stories: Estrella Drive

Beste Erweiterung / Teil einer Serie - Estrella DriveHier geht der Titel für uns ganz klar an Estrella Drive. Es hat uns von den nominierten Spielen das beste Spielerlebnis geboten, auch wenn man es im Gegensatz zu den anderen Nominierten nur einmal spielen kann. Bereits auf der Packung des Abenteuers prangt ein Aufkleber, der darauf hinweist, dass es kein für Kinder geeignetes Thema ist, um das es hier geht. Natürlich erzeugt das Neugier und selten hat ein Abenteuer der T.I.M.E Stories Reihe bei uns so mulmige Gefühle ausgelöst. Das liegt zum Großteil an der realen Begebenheit, die hier nacherlebt wird, aber auch an der Art der Entscheidungen, die während des Spielens getroffen werden müssen. Selten habe ich mich als Agent so intensiv mit einem Abenteuer auseinander gesetzt und das hat auch noch bis nach dem Ende weiter gewirkt. Der Informations- und Redebedarf war groß. Daher ist Estrella Drive für uns der würdige Sieger in der Kategorie Beste Erweiterung / Teil einer Serie. Hoffentlich beglücken die Space Cowboys und noch häufiger mit so intensiven Erlebnissen.

Bestes Spiel 2018

Jetzt geht es um die Wurst beim Titel Bestes Spiel 2018. Welches Brettspiel hat uns am meisten beeindruck? Das ist natürlich total subjektiv und kann nicht für alle Gruppen gelten. Wir hatten jedenfalls bei den nominierten Brettspielen sehr viel Spaß. Das Jahr begann mit spannenden Abenteuern in einer dystopischen Zukunft bei Pandemic Legacy: Season 2. Der Klassenprimus der Legacy Spiele von Rob Daviau und Matt Leacock macht viel richtig, ohne Season 1 zu kopieren. Später im Jahr begeisterte uns ein Deckbuilder namens Shards of Infinity von Gary Arant und Justin Gary, bei der jede Partie zum erbitterten Wettstreit wurde. Und kurz vor der SPIEL 18 kam dann Detective: A Modern Crime Board Game von Przemysław Rymer, Ignacy Trzewiczek und Jakub Łapot auf unseren Spieltisch und ließ uns nicht mehr los, bis jeder Fall gelöst war.

Detective – A Modern Crime Board Game

Bestes Spiel 2018 - DetectiveWer unseren Blog und den Rheingespielt Podcast verfolgt, den wird es nicht verwundern, dass unsere Wahl ziemlich eindeutig auf Detective gefallen ist. Wie bereits erwähnt, haben wir sehr viel Glück mit unseren Spielgruppen, die das Maximum an Immersion aus solchen thematischen Spielen herausholen. Bei Detective hat es uns total gepackt. Die Fälle waren spannend, abwechslungsreich und die Lösungen waren so diskussionswürdig, dass wir mit jedem Fall locker drei Stunden verbracht haben. Es juckt uns auch schon in den Fingern, die weiteren Fälle zu spielen. Unser großer Dank geht also an die Macher von Detective, die uns das mit Abstand beste Spielerlebnis 2018 beschert haben. Die Auszeichnung als Bestes Spiel ist mehr als verdient.

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