Brettspiele bei Kickstarter: Darwin’s Choice

Brettspiele bei Kickstarter: Darwin’s Choice

Darwin's Choice CoverDer gemeine Baumpiranha lebt bevorzugt in den Baumkronen des Sumpflandes. Das nachtaktive Tier schleicht sich über die Äste an seine Hauptspeise an. Dabei stehen nicht nur Orangen auf seinem Speiseplan, sondern der Allesfresser kann sich in Zeiten von Nahrungsknappheit auch auf kleinere Reptilien stürzen. Interessant zu erwähnen ist auch das Paarungsverhalten dieser Spezies. Das Männchen wirft dann seine sonst grünen Schuppen ab, um sie durch farbenfrohe Schuppen zu ersetzen. In dieser Zeit ist der gemeine Baumpiranha allerdings auch sehr anfällig. Durch die bunten Schuppen können ihn seine zahlreichen Feinde, wie der fliegende Tiger-Wal oder der Kreischbär, sehr gut sehen und so landen einige Exemplare dieses putzigen Wesens in ihren Mägen. Wer von beiden ist wohl Darwin’s Choice?

Bei Darwin’s Choice erschafft ihr kuriose Spezies, indem ihr sie aus anderen Tierarten wild zusammen mixt. Ihr müsst sie den verschiedenen Vegetationszonen anpassen und auf globale Ereignisse reagieren, indem ihr sie mutieren oder wandern lasst. Spezies, die nicht gut genug angepasst sind, sterben aus. Das wollt ihr natürlich verhindern, denn Punkte bekommt ihr bei Darwin’s Choice nur für Spezies, die bis zum Schluss überleben. Wir konnten das strategische Evolutions-Kartenspiel für 2 bis 6 Spieler vom Schweizer Verlag Treecer bereits als Prototyp spielen und wollen es euch pünktlich zum Start der Kampagne in unserem Kickstarter Preview vorstellen.

Das macht ihr bei Darwin’s Choice

Euer Ziel bei Darwin’s Choice ist es, möglichst gut an die ausliegenden Klimazonen angepasste Tierarten zu erschaffen und diese bis zum Ende der Partie überleben zu lassen. Aber jeder Evolutionär fängt erst mal klein an. Zunächst werden auf dem Tisch abhängig von der Spielerzahl eine bestimmte Anzahl an Vegetationszonen ausgelegt. Hier ist von der kargen Wüste über Riffe bis hin zum Hochgebirge wirklich alles vertreten. Und jede Zone stellt ganz bestimmte Anforderungen an eure Tiere, die auf den Karten angegeben sind. Das wird beim Erschaffen von neuen Spezies noch wichtig.

The Origin of Species – So baut ihr ein Tier

Darwin's Choice - Tier aus sechs KartenVor Spielbeginn dürft ihr erst mal kräftig zulangen und euch 10 Karten mit Körperteilen ziehen. Damit euer Tier überleben kann, braucht es mindestens einen Kopf und einen Körper. Beine und sonstige Extremitäten sind optional. Beim Ziehen der Karten könnt ihr jedesmal entscheiden, von welchem der beiden Tierkarten-Stapel ihr zieht. Im einen sind eher Körper und doppelte Beinpaare enthalten, im anderen Köpfe, Flügel, Schwänze und einzelne Beinpaare. Ein sehr komplexes Tier besteht dann z.B. aus einem Kopf, einem Körper, Flügeln, zwei verschiedenen Beinpaaren und einem Schwanz. Wo ihr was anlegen könnt, ist auf den Karten mit kleinen Punkten markiert.

Jeder Körperteil hat seine eigenen Werte. So ist ein Affen-Greifschwanz sehr gut zum Klettern, schützt euer Tier aber nicht gegen Kälte oder hilft ihm beim Schwimmen. Je nach Zone, in der euer Tier leben soll, müssen verschiedene Mindestwerte in den Bereichen Hitze- oder Kälte-Unempfindlichkeit, Rennen, Schwimmen, Klettern oder Fliegen erreicht werden. Außerdem muss für euer Tier genügend Nahrung in der Zone vorhanden sein, damit ihr es dort platzieren könnt.

Fressen und gefressen werden – euer Tier braucht Nahrung

Die Menge an Nahrung, die jede Vegetationszone zur Verfügung stellt ist auf den Karten angegeben und wird zu Beginn jedes Zeitalters bereitgelegt. Es gibt pflanzliche Nahrung sowie Fleisch. Welche Art von Nahrung euer Tier zu sich nimmt, wird über die Kopf-Karte definiert. Wieviel Nahrung es benötigt, sagen euch Herzen, die auf den einzelnen Karten aufgedruckt sind. In der Regel brauchen große, kampfstarke Tiere mehr Nahrung zum Überleben, als kleinere und schwächere.

Es gibt Pflanzenfresser, Fleischfresser und Allesfresser in Darwin’s Choice. Pflanzenfresser müssen genügend Pflanzen vorfinden, um überhaupt in einem Gebiet leben zu dürfen. Auch die Allesfresser greifen zunächst auf pflanzliche Nahrung zurück, die in der Zone bereitgestellt wird und erst wenn die nicht mehr ausreicht, bedient er sich am Fleischvorrat. Ein Fleichfresser hingegen nutzt zuerst die in der Zone liegenden Fleischvorräte. Wenn es  hier nicht genug gibt, können sie zur Not aber auch versuchen, andere Tiere zu fressen.

Darwin's Choice - Fleischfresser

Aussterben vorprogrammiert

Vor dem Gefressenwerden schützen eure Spezies entweder nützliche Eigenschaften wie giftig sein oder sich vergraben zu können. Ihr könnt aber auch einfach eine kampfstarke Spezies erschaffen, die sich gut wehren kann. Oder aber euer Tier ist so gut an die Vegetationszone angepasst, dass Raubtiere keine Chance haben, es zu erwischen. Raubtiere müssen, damit sie ein anderes Tier fressen können, mindestens genauso gut an die Vegetationszone angepasst sein und über die gleiche oder bessere Wettkampfstärke verfügen, wie das potentielle Opfer. Alles in allem ist das Überleben schon nicht leicht. Wer sich hier jedoch gut schlägt und genügend Nahrung gefunden hat, wird in Form von Darwin-Punkten belohnt.

Ebenfalls Punkte verdienen könnt ihr euch, wenn euere Spezies in der jeweiligen Vegetationszone am besten angepasst ist. Das heißt, ihr wertet in jeder Runde aus, welche Spezies am meisten passende Symbole auf seinen Karten abgebildet hat. Auch die wettkampfstärkste aller Spezies auf dem Spieltisch kassiert jede Runde Darwin Punkte. Alle Punkte wandern aber nicht etwa in euren Besitz, sondern bleiben auf den Karten liegen. Denn was wäre ein Evolutionsspiel ohne den Zwang zur Anpassung? Euer Tier muss bis zum Schluss überleben, damit ihr seine Punkte einsacken könnt.

Darwin's Choice - EventkartenWenn ihr geglaubt habt, gefressen zu werden wäre das Schlimmste, was euch passieren kann, dann habt ihr euch geirrt: Nach jeder Runde wird ein Event abgehandelt, das euch meistens in irgendeiner Form einschränkt. So kann es zu einer Eiszeit kommen, der Meeresspiegel kann ansteigen oder Plattentektonik schränkt eure Möglichkeiten zur Wanderung ein. Der Aussterbegrund Nr. 1 ist jedoch die auf das Event folgende Phase des Vegetationszonenwechsels.

Es grünt so grün… warte, seit wann gibt es hier ein Meer?

Nach jeder Runde werden einige der Vegetationszonen zufällig durch andere aus dem Nachzugstapel ersetzt. Diese Wechsel machen es häufig notwendig, dass ihr euer Tier entweder mutiert oder aber in eine andere passendere Vegetationszone wandern lasst. Für jede eurer Tierarten habt ihr aber nur eine dieser Aktionen. Mit euren Handkarten könnt ihr so ein unpassendes Körperteil gegen ein passenderes austauschen. Gegen die Abgabe von drei Darwin Punkten vom jeweiligen Tier (notfalls auch weniger) könnt ihr auch zwei Karten austauschen. Das kann nötig sein, wenn ihr Tiere habt, die sehr spezialisiert sind und es beispielsweise einen Wechsel von Wüste zu Polarmeer gibt und Hitzeunempfindlichkeit nicht mehr unbedingt die beste Überlebensstrategie ist.

Wenn ihr es nicht schafft, bis zum Ende der Runde eure Spezies an die Mindestanforderungen der Zone anzupassen oder in eine passende Zone auszuwandern, stirbt sie aus. Ihr verliert dann alle bis auf einen Darwinpunkt.

Eine Hand wäscht die andere – Spielerinteraktion

In den Regeln ist das freie Handeln von Karten ausdrücklich empfohlen. Das bedeutet, dass alle Spieler jederzeit Handkarten mit anderen Spielern nach eigenem belieben handeln können. Theoretisch fragt man dann nach einer bestimmten Art von Karte, z.B. einem Kopf und oder nach einer Karte mit einem bestimmten Merkmal, wie z.B. Schwimmen. Allerdings hielt sich die Motivation der Spieler in unseren Runden hier eher in Grenzen. Die vorgeschlagene Alternative ist eine freie Handelszone, in der in jedem Zeitalter einige Karten von den beiden Tierstapeln ausgelegt werden. Jeder Spieler kann hier einmal pro Runde einer seiner Handkarten gegen eine ausliegende Karte tauschen. Diese Variante hat bei uns wesentlich besser funktioniert, wenn sie auch nicht unbedingt ein Garant für das Überleben einer Spezies ist. Wir würden in weiteren Partien vermutlich eine Kombination aus beiden Varianten bevorzugen, bei der sowohl die freie Handelszone ausliegt, als auch das Handeln der Spieler untereinander erlaubt ist.

Darwin's choice - Illustrationen

Wie läuft Darwin’s Choice nun ab und wer hat jetzt eigentlich gewonnen?

Zu Beginn jedes Zeitalters stockt ihr eure Handkarten auf 10 auf. Sollten euch die Karten so gar nicht zusagen, könnt ihr alle bis auf eine abwerfen, um neun neue Karten zu ziehen.

Danach folgt die Aktionsphase. Während eines Zeitalters könnt ihr mit jeder ausliegenden Spezies genau eine Aktion ausführen. Ihr mutiert oder wandert. Außerdem könnt ihr mit euren Handkarten so viele neue Spezies bauen, wie ihr möchtet. Im ersten Zeitalter könnt ihr folglich nur bauen, da ihr noch keine Spezies ausliegen habt. Die Phase endet, wenn kein Spieler mehr Aktionen ausführen kann oder möchte.

Nun kontrolliert ihr, ob alle Tiere in der Rangfolge ihrer Anpassung genügend Nahrung finden. Wer nicht satt wird, stibt aus. Nun geht es ans Punkte verteilen. Eure Spezies hat überlebt? Klasse, schonmal ein Punkt sicher. Außerdem gibt es nun Punkte für die beste Anpassung an jede Vegetationszone und für die drei Wettkampfstärksten Spezies.

Wollt ihr ein weiteres Zeitalter spielen, wird es jetzt spannend, denn nun wird das neue Event gezogen und evtl. bereits abgehandelt. Dann werden zufällig Vegetationszonen gegen andere getauscht. So wisst ihr bereits, worauf ihr in der nächsten Aktionsphase spielen müsst. In der Regel spielt ihr zwischen drei und vier Zeitalter, je nach Zeit und Laune.

Am Ende aller gespielten Zeitalter werden alle auf den Spezies gesammelten und evtl. beim Spieler liegenden Darwin-Punkte zusammengezählt. Wer die meisten hat, ist der evolutionäre Sieger der Partie.

Das bekommt ihr bei Kickstarter

Darwin's Choice - KomponentenWenn ihr Darwin’s Choice unterstützen möchtet, bekommt ihr eine Ausgabe des Spiels für umgerechnet 33 EUR plus ca. 12 EUR Versand. Die Stretchgoals der Kampagne fügen keine neuen Komponenten hinzu, da das Spiel bereits in vollem Umfang fertiggestellt und getestet wurde. Genau diese Version bekommt ihr dann auch als Unterstützer. Allerdings sind beim Erreichen der Marke von 30.000 CHF weitere Illustrationen der Künstlerin Rozenn Grosjean geplant. Zunächst sind einige alternative Bilder für Großkatzen geplant. Sollte die Kampagne noch mehr interessierte Spieler überzeugen, folgen hier noch weitere Illustrationen.

Auch Sammelbesteller werden ihre Freude an der Kampagne haben, denn wenn ihr euch zusammentut und 10 Exemplare ordert, seid ihr pro Exemplar inklusive Versand bei etwas über 22 EUR. Das ist wirklich ein guter Deal. Wer noch nicht genug vom Evolutionsthema hat aber eher auf Computerspiele steht, kann die Entwickler trotzdem unterstützen. Mit dem Pledge-Level Swiss Made Evolution bekommt ihr nicht nur eine Dankeskarte der Entwickler, sondern auch einen Steam-Key für das Spiel Niche für 17 EUR, was weniger ist, als das was ihr aktuell im Steam Store bezahlen müsstet.

Fazit

Darwin’s Choice sieht zwar mit den wundervollen Illustrationen von Rozenn Grosjean sehr hübsch und harmlos aus, das Spiel selbst hat es aber in sich. Zum netten Familienspiel zwischendurch eignet es sich kaum. Wir würden es eher im Kennerspiel-Bereich ansiedeln, da das Zusammenspiel der verschiedenen Anforderungen und Möglichkeiten, seine Spezies zu gestalten und zu verändern, doch sehr komplex ist.

Rozenn GrosjeanEiner der großen Kritikpunkte ist der Platzbedarf auf dem Tisch. Die aus bis zu sechs Karten zusammengebastelten Tiere nehmen schon sehr viel Raum ein. Bereits bei drei bis vier Spielern sind wir an die Grenzen unseres heimischen Spieltisches gestoßen. Allerdings hat der Entwickler hier bereits angekündigt, vor allem die größeren Karten ein wenig zu verkleinern, um dem Problem entgegenzuwirken. Die Spielanleitung besagt außerdem, dass Spezies innerhalb einer Vegetationszone entsprechend ihrer Anpassung sortiert werden sollen, um die Nahrungs- und Punkteverteilung einfacher zu machen. Das haben wir allerdings bereits nach der ersten Partie sein lassen, denn das Handling der Karten, Punkte- und Nahrungstokens ist viel zu aufwändig. Da haben wir lieber nach jedem gespielten Zeitalter nochmal nachgezählt und neue Spezies eben da abgelegt, wo noch Platz war.

Auch kann der Frustfaktor für einige Spieler sehr hoch sein. Wer Planungssicherheit braucht, der wird hiermit vermutlich nicht glücklich werden. Der Glücksfaktor in vielen Mechaniken von Darwin’s Choice ist sehr hoch. Es ist Glück, ob die Vegetationszone sich gar nicht oder sehr stark verändert. Glück ist es auch, ob Ereignisse eure Spezies betreffen oder nicht. Und es ist Glück, ob ihr passende Karten für die ausliegenden Vegetationszonen zieht. Auch die Handelsoption hilft hier wenig, denn meine Mitspieler werden den Teufel tun, dem lästigen Nahrungskonkurrenten beim Überleben zu helfen. Somit ist es auch ein Stück weit Glück, ob eure Spezies bis zum Schluss überleben. Wenn ihr Pech habt, verliert ihr euer mühsam am Leben gehaltenes Tier aus Zeitalter eins am Ende des letzten Zeitalters und schaut punktemäßig in die Röhre. Das kann frustrieren, wenn man das Spiel denn allzu ernst nimmt.

Darwin's Choice - Der Baum-PiranhaDer Spaßfaktor gewinnt

Jetzt jedoch zu den positiven Punkten: Wir hatten sehr viel Spaß mit Darwin’s Choice. Die aberwitzigen Tiere haben unsere Fantasie kräftig angeregt und so haben sich während der Spielrunden häufig die lustigsten Geschichten darüber entwickelt, wie diese Tiere so leben. Wir müssen aber ganz klar sagen, dass es auch den gegenteiligen Effekt gab und das Spiel in anderen Runden gar nicht ankam.

Es ist so ganz anders, als der Klassenprimus Evolution, denn hier hat man es nicht nur mit abstrakten Werten zu tun, sondern bekommt ein Bild zu seinem Machwerk präsentiert. Wir hatten auch eine ganz andere Bindung zu unseren Spezies, da man nicht wie bei Evolution zwischendurch bereits kräftig Punkte sammelt, sondern sein Chimären-Tier unbedingt durchbringen muss, um die Früchte seiner Evolutionsarbeit ernten zu können. Man hofft beim Nachziehen auf die eine Karte, die man braucht, damit dieses seltsam aussehende Geschöpf nicht elendig erfrieren muss. An Spannung und Spaß hat es bei uns nicht gemangelt. Hätten wir nicht schon ein Exemplar von Darwin’s Choice in unserem Besitz, so würden wir auf alle Fälle bei der Kickstarter Kampagne einsteigen.

Abschließend können wir sagen: Man muss sich auf Darwin’s Choice einlassen, das Chaos akzeptieren wollen, das manchmal auf dem Tisch herrscht.Wenn man das kann und einem das Tiere- und Evolutions-Thema liegt, wird man hier sehr lustige Spielrunden erleben können.

Die Kickstarter Kampagne läuft noch bis zum 06. Juni 2018

Link zur Kampagne von Darwin’s Choice bei Kickstarter

Darwin’s Choice erscheint bei Treecer


Wenn ihr immer auf dem laufenden sein wollt, könnt ihr auf unserem Blog wöchentlich Previews zu aktuellen Kickstarter Kampagnen lesen, sowie euch auf unserer laufend aktualisierten Seite über aktuelle Crowdfunding-Projekte informieren.

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