Star Wars Legion – Bemaltagebuch – Teil 2

Star Wars Legion – Bemaltagebuch – Teil 2

Was wäre ein Star Wars Legion ohne Fahrzeuge. Gott sei Dank packen Fantasy Flight Games und Asmodee gleich drei davon in das Grundspiel. Zum einen sind es die schnellen Speederbikes – Juchu endlich Speederbikes bemalen dürfen! – auf Seiten des Imperiums. Den Rebellen steht dabei der AT-RT zur Seite, der das erste Mal in Episode drei zu sehen war. Und genau um dieses Schmuckstück soll es in diesem Beitrag gehen.

Star Wars Legion AT-RT Schritt für Schritt

Star Wars Legion AT-RT
Dremel raus und Magneten befestigt

Wie schon im ersten Artikel beschrieben, wurde der AT-RT erst einmal von Gussgraten befreit und ihm anschließend ein Schaumbad gegönnt. Nun wollte ich den Läufer noch ein bisschen umbauen. Denn schaut ihr in die Anleitung und auf die Ausrüstungskarten, wird euch schnell klar: Der AT-RT kann mit unterschiedlichen Waffensystemen bestückt werden. Leider ist die Aufnahmevorrichtung hierbei nicht so glücklich gewählt worden. Es handelt sich nur um eine reine Steckverbindung. Das musste ich natürlich anders machen, um die Waffensysteme besser und schneller wechseln zu können.

Also den Dremel mit Fräsaufsatz gezückt und die schon bestehende Öffnung ein klein wenig vergrößert. Dann einen Neodym Magneten eingesetzt und mit Kleber fixiert. Als Kleber habe ich hierbei den UHU Strong & Safe benutzt, da ich Metall und Plastik verklebt habe. Jetzt mussten nur noch Magnete auf die Waffen gesetzt werden. Dabei ist es natürlich wichtig, die richtige magnetische Orientierung zu wählen, denn die Magnete sollen sich ja nicht abstoßen.

Nach dem Kleben heißt es dann erst einmal wieder warten, bis der Kleber ausgehärtet ist.

Grundieren und Kleben

Hmm, aber da sind ja auch noch andere Teile zum Kleben bei so einem AT-RT. Aber zunächst habe ich nur die Front und die Antennen mit dem Body verbunden. Die Beine mussten noch warten, da es einige Stellen gibt, die bei angeklebten Beinen schwer zu erreichen wären.

Die Grundierung wurde wieder mit dem Airbrush gemacht und als Farbe wurde wieder der graue Primer von Vallejo gewählt.

Highlights und Schatten

Star Wars Legion AT-RT
Der AT-RT vor dem Grundieren und danach mit Grundierung und Highlights und Schatten

Nach dem Grundieren musste als nächstes wieder der Airbrush seinen Dienst versehen. Nun ging es darum, beim AT-RT Highlights und Schatten zu setzen. Die Technik ist relativ simpel. Die tieferliegenden Stellen werden dabei mit schwarz besprüht und danach werden die höher liegenden Stellen mit weiß besprüht. Dadurch bekommt das Modell schon eine grundlegende Helligkeits-Struktur. Ich fand das Ergebnis sogar so gut, dass ich beim nächsten AT-RT dieses Farbschema gerne noch einmal umsetzen würde, am Besten natürlich in einem Winter-Setting.

Wenn ihr kein Airbrush habt, könnt ihr den gleichen Effekt natürlich auch mit dem Pinsel erzielen. Ihr solltet nur darauf achten, dass die Farbe nicht zu dick ist, da sonst Details verschwinden könnten.

Der AT-RT wird grau

Star Wars Legion AT-RT
Der AT-RT in grau und behandelt mit dem Chipping Medium abgeblättert

Nachdem der AT-RT nun schwarz und weiß war, wurde es Zeit für Farbe und da ich experimentierfreudig bin, kann ja nur grau aufgetragen werden, natürlich auch wieder mit dem Airbrush. Denn mit diesem Hilfsmittel geht das recht fix. Durch die unter dem Grau liegenden dunklen bzw. hellen Farbschichten verhält sich auch das Grau unterschiedlich. Mal heller bzw. dunkler scheint es dem AT-RT mehr Tiefe zu geben. Leider nicht ganz so stark wie ich es mir gewünscht hatte. Hier muss ich selber noch einmal an meiner Technik arbeiten, um den Effekt so hinzubekommen, wie ich ihn mir vorstelle.

Auf alle Fälle konnten jetzt die noch fehlenden Teile festgeklebt werden. Nach einer kurzer Trocknungszeit wurde dann auch gleich der AT-RT auf der Base festgeklebt. Er wurde zum Aushärten wieder in die Ecke gestellt und es hieß wieder einmal warten.

Der AT-RT war jetzt schon einmal zu 80% fertig. Jetzt fehlten nur noch die Details und der Pilot. Dieser wurde zusammen mit den anderen Rebellen fertiggestellt.

Details und Dreck

Star Wars Legion AT-RT
Pilot drauf und fast ist der AT-RT fertig.

Natürlich haben die Rebellen keine fabrikneuen Geräte. Ihre Waffensysteme sind in die Jahre gekommen und haben schon die ein oder andere Schlacht hinter sich. Deswegen musste der AT-RT dreckig werden. Doch bevor das passieren sollte, mussten noch einige Details hinzugefügt werden. Die Sitzbank und einige Streben brauchten erstmal eine andere Farbe als das Fabrik-Grau.

Nun aber ging es ans dreckig und kaputt machen. Der AT-RT sollte im oberen Teil abgeblätterte Farbe haben. Um diesen Effekt hinzubekommen, nutzte ich das Chipping Medium von Vallejo. Hierbei wurde die transparente Flüssigkeit auf die dunklere Oberfläche aufgetragen, nach ca. 20 Minuten wurde eine hellere Farbe aufgetragen und dann hieß es noch einmal warten. Nach 60 Minuten Trockenzeit, konnte ich nun mit ein feuchten Pinsel oder anderem Werkzeug die helle Farbe “abkratzen” und erhielt dadurch einen verwitterten Eindruck. Bevor ihr das vielleicht einsetzen wollt, testet das Verfahren erst einmal auf einem alten Stück Plastik, um euch damit vertraut zu machen.

Nun fehlten noch Öl und Dreck an der Miniatur. Die Öl-Schlieren habe ich auch wieder mit einem Produkt von Vallejo hingezaubert. Dabei handelt es sich um einen Wash, der sich eben wie Öl verhalten soll. Beim Dreck hatte ich es erst mit direkten Dreckspritzern versucht. Das Ergebnis war okay und für meinen Geschmack auffällig genug. Hätte ich die Spritzer größer gemacht, hätten sie nicht mehr zum Maßstab gepasst.

Den letzten Dreck hatte ich dann noch mit Pigmenten aufgetragen, also schwarz- und rostfarben um die Maschine herum und ansonsten ocker, um den normalen Dreck der Umgebung zu simulieren.

Die Base

Star Wars Legion AT-RT
Die Base ist noch ohne grün. Aber die gesamte Miniatur ist schon versiegelt.

Das Wichtigste zuerst (Nachdem ich es bei den Speederbikes total vergessen hatte.): Da der AT-RT von mir auf alle Fälle eine vollständige Base Gestaltung bekommen sollte, mussten auf alle Fälle die Sichtlinien am Boden über den Rand hinaus verlängert werden. Denn wenn das Basematerial erstmal drauf ist, werden diese nicht mehr sichtbar sein. Mit dem Skalpell wurden die entsprechenden Markierungen gesetzt. Geht auf alle Fälle einfacher, als wenn ihr im Nachhinein mit dem Geodreieck eurer Tochter versucht, die Linien wieder an die Miniatur zu fummeln.

Die Grundidee sollte eine zertrampelte Wiese sein und das Highlight eine recht zentral gelegene große Pfütze. Dazu wurde erst einmal der Boden mit Strukturpaste bedeckt. Erste Geländeformen konnten nun schon geformt werden, wobei in der Mitte natürlich eine Vertiefung geschaffen wurde. Auch Fußabdrücke modellierte ich in den hinteren Bereich der Base. Dann wurde über die Strukturpaste feiner Sand gestreut. Eine Alternative zu dem teuren Modellbausand ist eine einfach Tüte Vogelsand. Nun hieß es erst einmal wieder warten, bis die Base getrocknet war.

Als nächstes stand die farbliche Gestaltung der Base an. Dabei kam erst einmal ein brauner Grundton zum Tragen, welcher dann mit einem dunkleren Shade versehen wurde. Für den grünen Unterton betupfte ich den braunen Boden mit einem Moos Farbton (Vallejo Weathering Effects Environment Slimy Grime Dark). Und wieder hieß es warten. Bevor es nun weiter ging mit Kunstgras, Wasser oder anderen Materialen die auf der Base platziert wurden, sollte die Miniatur noch mit Matt Lack versiegelt werden. Also musste die Farbe erst einmal richtig durchtrocknen.

Da fehlt doch was

Star Wars Legion AT-RT
Die fertige Base mit allem was dazu gehört auch die Pfütze ist nun präsent

Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, es müsste noch ein weiteres Highlight auf die Base gesetzt werden. Ich entschied mich, einfach noch einen Zaun auf die Base zu setzen. Der Zaun sollte quasi gerade vom AT-RT zerstört werden. Er wurde aus ein paar Zahnstochern und fertigem Modell-Stacheldraht gebastelt. Natürlich sind helle Zahnstocher nicht wirklich schön anzusehen und auch der glänzende Draht musste erst noch altern. Das Holz also verdunkelt und den Draht noch rosten lassen. Fertig waren die Grundelemente der Base.

Zudem entschied ich, dass es langsam Zeit wurde, den AT-RT so zu belassen, wie er nun war. Sonst würde es eine endlose Baustelle werden, wo ich immer noch irgendwas fand, um daran rum zu basteln.

Eine Base braucht Zeit

Die fertige Miniatur bereit zum Einsatz

Ein paar Tage später, nachdem die Farbe wirklich durchgetrocknet war, zückte ich wieder den Airbrush und versiegelte die Figur. Nachdem der Matt Lack getrocknet war, habe ich an einigen Metall-Stellen noch direkt Glanz Lack drauf gepinselt, um es wieder metallisch wirken zu lassen.

Jetzt fehlte nur noch das Wasser. Doch bevor es dazu kam, wurde erst einmal das Kunstgras gesetzt und dann endlich ging es an die Pfütze. Hierbei benutzte ich PUDDLES von AK Interactive, was direkt dazu gedacht ist, Pfützen zu gestalteten. PUDDLES ist eigentlich nur flüssiges Plastik, was ihr schichtweise auftragt, um so langsam die Pfütze zu formen. Und da es sich ja um eine schlammigere Umgebung handelte, entschied ich auch noch, die Vertiefungen der Fußabdrücke mit Kunstwasser aufzufüllen.

Solche Produkte brauchen in der Regel mehrere Stunden, um vollständig auszuhärten. Ich hab die Miniatur einfach mal für gute 24 Stunden zur Seite gestellt und trocknen lassen. Am nächsten Tag hab ich noch ein paar Pflanzen um die Pfütze verteilt, um es realistischer aussehen zu lassen.


Materialliste:

  • Bastel-Skalpell
  • Feilen
  • UHU – ALLPLAST
  • Primer Grey (70.601 V)
  • Model Air White (71.001 V)
  • Model Air Black (71.057 V)
  • Model Air Panzer Dark Grey (71.056 V)
  • Model Air Light Grey (71.050 V)
  • Oily Steel (70.865 V)
  • Ultramarine Blue (09188 R)
  • Chipping Medium (76.650 V)
  • Weathering Effects Slimy Grime Dark (73.822 V)
  • Weathering Effects Mud and Grass (73.826 V)
  • Model Wash European Dust (76.523 V)
  • Pigment Brown Iron Oxide (73.108 V)
  • Pigment Natural Iron Oxide (73.115 V)
  • Nerchau Strukturpaste
  • Sand
  • Model Color Chocolate Brown (70.872 V)
  • Barbed Wire von Galeforce Nine
  • Model Color Smoke (70.939 V)
  • Game Effect Rust (72.131 V)
  • Game Effect Dry Rust (72.136 V)
  • Matt Varnish (70.520 V)
  • Gloss Varnish (70.510 V)
  • Ponal Express
  • statisches Gras

V = Vallejo
R = Reaper


Und so endet auch schon mein zweiter Eintrag im Star Wars Legion – Bemaltagebuch. Im nächsten Abschnitt werde ich euch beschreiben, wie ich die Speederbikes mit Farbe versehen habe.

Vergangene und zukünftige Einträge im Bemaltagebuch:

Teil 1 wie alles begann

Star Wars: Legion – AT-RT Unit Expansion (2018)
Spieler:
2
Dauer:
60 - 120 Min
Alter:
14+
BGG Rating:
7.5
Verlag:
Asmodee
BGG:

Infos zum AT-RT bei Asmodee

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